Das Floyd in Pink Floyd

September 2, 2009 at 11:32 | In BildungsLückenbauten, Fest-Platte, Hexentanz, Kalenderblätter, Kultur, Real-Poetisches, Träller-Hexe | 7 Comments
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…wäre heute 98 Jahre alt geworden.

Hinter dem ersten der zwei Vornamen, aus denen Syd Barrett dereinst den Namen seiner Band zusammenschraubte, verbirgt sich nämlich der Sänger und Klampfer Floyd Council. Er galt seit den späten 30er Jahren des letzten Jahrhunderts unter Musikerkollegen als einer der exzellentesten Gitarristen des amerikanischen Ostküsten-Blues. [Das Pink in Pink Floyd gehört übrigens dem hier, Pink Anderson, im gleichen Job unterwegs, der sich auf den gepressten Scheiben mit der langen Rille meist in trauter Nähe zum Ersteren fand, obwohl die beiden sich wahrscheinlich nie begegnet sind.]

Dieser countryfarbene Blues-Stil, auch Piedmont Blues genannt, fällt durch eine besondere Fingertechnik auf der Gitarre auf, bei der eine mit dem Daumen gespielte Basslinie die auf den höheren Saiten gespielte Melodie unterstützt. Er wurde meist im Duo gespielt, oft begleitet von Klavier, Geige, Banjo oder Mundharmonika als zweites Instrument.

Floyd Council begann als Straßenmusikant in seiner Heimatstadt Chapel Hill, North Carolina, spielte für Freunde und in Country-Clubs. Und etwas über ihn zu finden ist gar nicht so leicht. Es gibt offenbar keine Platten nur mit seinen eigenen Songs. Nur ein Album, Carolina Blues (1994), enthält sechs von ihm aufgenommene Titel. Das mag daran liegen, dass er die meiste Zeit seiner musikalischen Karriere als Wasserträger und zweite Geige… äh, Gitarre zugebracht hat. Zum Beispiel im Schatten hinter dem Star des Piedmont Blues Blind Boy Fuller, der inzwischen in der Blues Hall of Fame wohnt. Sogar mit seinen genialen New Yorker Solotracks wurde er als „Blind Boy Fuller’s buddy“ promotet. Andere Aufnahmen erschienen unter den Namen „Dipper Boy Council“ und „The Devil’s Daddy-in-Law“. ...Blues in den FingerspitzenEr selbst bekannte sich in einem Interview 1969 zu 27 eigenen aufgenommenen Songs, darunter sieben in Fullers Dunstkreis.

Gestorben ist er mit 64 an einem Herzinfarkt und wurde hier bestattet. Sein Grab trägt keinen Namen.

Danken wir also Syd Barrett, der ihn unsterblich gemacht hat, mehr als er es sich vielleicht erträumte. Oder auch The Floyd Council – das ist ‘ne ösische Coverband, die unter seinem Namen sogar ganz zurechnungsfähig durch die Lande pinkfloydtet, wie ich finde. (Auch wenn’s die richtigen Pink Floyds eben nur einmal gibt.)

Denn Floyd Councils Musik hat es nicht verdient, vergessen zu werden. Ich würd’ heute gern mit ihm unter dem Vordach eines alten Country-Clubs irgendwo in North Carolina sitzen, den Straßenstaub auf der Zunge schmecken, den Mummys beim Hüftenwiegen und ihren Kindern beim Spielen zuschaun, seiner Stimme lauschen und die Augen kaum von diesen Fingern lassen, die seinen Blues über die Saiten zaubern…

Happy Birthday, Floyd.

Bilder: Oben: Blues Who’s Who, p. 133 photographer: Kip Lornell. Mitte: Bruce Bastin: Crying For The Carolinas, p. 21; photographer: Pete Lowry. Beide via wirz.de.
Videos: Via randomandrare and galaxyrock on youtube.

Must be the season of the witch

April 30, 2009 at 11:04 | In 2009, Berlin, Bloghexe, Hexenritte, Hexenseele, Hexentanz, Kalenderblätter, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Poetisches, Träller-Hexe | 1 Comment
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Faust:
Du Geist des Widerspruchs! Nur zu! du magst mich führen.
Ich denke doch, das war recht klug gemacht:
Zum Brocken wandeln wir in der Walpurgisnacht,
Um uns beliebig nun hieselbst zu isolieren.

Mephistopheles:
Da sieh nur, welche bunten Flammen!
Es ist ein muntrer Klub beisammen.
Im Kleinen ist man nicht allein.

Faust:
Doch droben möcht ich lieber sein!
Schon seh ich Glut und Wirbelrauch.
Dort strömt die Menge zu dem Bösen;
Da muss sich manches Rätsel lösen.

Mephistopheles:
Doch manches Rätsel knüpft sich auch.
Lass du die große Welt nur sausen,
Wir wollen hier im stillen hausen.
Es ist doch lange hergebracht,
Dass in der großen Welt man kleine Welten macht.
Da seh ich junge Hexchen, nackt und bloß,
Und alte, die sich klug verhüllen.
Seid freundlich, nur um meinetwillen;
Die Müh ist klein, der Spaß ist groß.
Ich höre was von Instrumenten tönen!
Verflucht Geschnarr! Man muss sich dran gewohnen.
Komm mit! Komm mit! Es kann nicht anders sein,
Ich tret heran und führe dich herein,
Und ich verbinde dich aufs neue.
Was sagst du, Freund? das ist kein kleiner Raum.
Da sieh nur hin! du siehst das Ende kaum.
Ein Hundert Feuer brennen in der Reihe
Man tanzt, man schwatzt, man kocht, man trinkt, man liebt
Nun sage mir, wo es was Bessers gibt?

(J. W. Goethe: Faust I. Walpurgisnacht.)

bchstabe-i
rgendwas (f)liegt in der Luft. Hoffentlich nur die Mitmädels auf den Reisigbesen.

Wenn nicht die ordnungshütenden Sixpacks schon tagsüber im Schwarm durch Friedrichshain patroullierten und mir den gewohnten Dienstweg durch die Straßen (ver)sperrten, statt – wie in den letzten Wochen so gerne – den neuen völkischen Klamottenshop gleich neben unsrer multikulturellen Toreinfahrt zu bewachen, dann hätten mich spätestens die wilden Horden der Hexenjäger im Wohnzimmer der heimeligen Bloghütte daran erinnert:

ES IST WALPURGISNACHT! Eine Nacht voll wilder Ausgelassenheit, voll Tanz und Zauber und Magie.

Liebe Mithexen, Molotowcocktailbastler und Maikäfersammler! Tanzt friedlich in den Mai – ums Hexenfeuer, auf dem Blocksberg oder einfach so – und lasst die Leute ihre Autos selber abwracken.

Vielleicht zu Donvan oder den frech grölenden Cover-Mädels:

Macht heut vielleicht ausnahmsweise einen kleinen Bogen um Get Well Soon ;)

…und bewegt die Barfüßchen lieber noch zu was Irischem – nur echt mit schottischer Landschaft und kanadischen Hexen *g*. Und wer schön lieb ist, der darf nochmal – zum in Hexis verschwenderischer Großzügigigkeit auserwählten Bonustrack von ASP mit den süßen Geistern:

ASP? Ja, das sind die Zauberbrüder mit der wirklich wunderfeinen Krabat-Scheibe.

Genug Hexentanz?
Nun dann: have fun!
(Man weiß ja schließlich, was Hex’ sich heut schuldig ist. ;) )

Walpurgisnacht auf Postkarten

Bild: Walpurgisnacht. Verlag J. Miesler, Berlin. Via Zeno.org: 5000 Bildpostkarten aus der Zeit um 1900
Songs: Hole: Season Of The Witch. Aus: My Body The Hand Grenade (1997). Video via youtube. Get Well Soon: Witches! Witches! Rest Now In The Fire. Aus: Rest Now Weary Head You Will Get Well Soon (2008). Video via youtube. ASP: Und Wir Tanzten – Ungeschickte Liebesbriefe. Aus: Horror Vacui (Doppel-CD, 2008). Video via youtube.
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„…with a bullet in her back“

Februar 5, 2009 at 11:47 | In BildungsLückenbauten, Drumherum und anderswo, Geschichtsbuch, Hexengeschichten, Hexenritte, Kalenderblätter, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Träller-Hexe | 4 Comments
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„Shed not for her the bitter tear
Nor give the heart to vain regret
Tis but the casket that lies here
The gem that filled it sparkles yet.“

[Epitaph auf dem Grabstein von Belle Starr,
geschrieben von ihrer Tochter Rosie Lee ('Pearl')]

Manche Geschichten schreibt man nur für einen Satz.

Oder für einen Song. Für eine Melodie und die Stimme darin…

belle-starr-young-portratHeute vor 161 Jahren wurde Belle Starr geboren. Gestorben ist sie, die Bandit Queen des Wilden Westens, fast auf den Tag genau einundvierzig Jahre später, am 3. Februar 1889, mit zwei Ladungen Schrot von ihrem Pferd geschossen. Ihr Mörder wurde nie gefasst.

Ob es die Rebellion der Jugend gegen häusliches Spießertum, der falsche Umgang oder eine Verkettung der Umstände waren, die der Tochter aus etwas heruntergekommenem guten Hause eine Karriere als Räuberbraut bescherten – wer vermag das heute schon noch zu sagen? Die Chronologie ihres Lebens, vor allem die ihrer durchgängig kriminellen Liebhaber und Ehemänner, ist stellenweise ohnehin etwas widersprüchlich und mysteriös.

Verbürgt ist jedenfalls, dass sie in Carthage im Jasper County, Missouri, unter dem Namen Myra Maybelle Shirley als Kind eines Kneipjes und Hotelbesitzers das Licht der Welt erblickte, der nebenan auch noch einen Stall und eine Hufschmiede sein Eigen nannte. Was sie an Lebensnotwendigem für den Alten Westen nicht an der ansässigen Höhere-Töchter-Schule beigebogen bekam, das Reiten und Schießen nämlich, übernahm ihr großer Bruder John Allison, genannt Bud.

Bandit QueenDer an- und ausbrechende Bürgerkrieg sah die Familie auf seiten der Südstaatler, wo der umsichtige große Bruder als Mitglied einer Guerilla-Bande im hoffnugsvollen Alter von nur 22 Jahren als erster eines unnatürlichen Todes starb. Der Rest der Sippe wurde in den Kriegswirren nach Texas verschlagen und Farmbesitzer. Selbige Farm war auch der Ort, an dem das Schicksal seinen Lauf zu nehmen begann. Denn genau dort suchte der Bandit Jim Reed Unterschlupf, in den die achtzehnjährige Belle sich umgehend verknallte und der ihr erster Ehemann und Vater ihrer Tochter Rosie Lee werden sollte. Die sie selbst zärtlich Pearl nannte. Die ‘Perle’ sollte späterhin Karriere als Prostituierte machen und, vom Namen ihrer Mutter zehrend, eine angesehene Bordellbesitzerin werden.

Derweilen zog sich Belles sauberer Gatte einen Indianerfreund an Land: Tom Starr, seines Zeichens Waffen- und Whiskey-Schmuggler, öh ja… und Wiederholungskiller. Es kam, wie’s kommen musste: der neue Kumpel eiferte diesem in allem nach, auch im Morden, bekam seinen eigenen Steckbrief und setzte sich samt Weib und Kind 1869 nach Kalifornien ab. Im Sammeln von einschlägigen Kumpanen und Dreck am Stecken war er groß, der Jimmy. So blieb es bei hastigen Umzügen. Einer seiner neuen Freunde wurde beiläufig „Cole“ Younger, dessen Tante die stolze Mutter der Dalton-Brüder war. Als sich zu den Freunden ihres Angetrauten auch noch eine FreundIN gesellte, zog Belle zu ihren Eltern zurück.

Belle & SamNach einem Postkutschenüberfall wurde auf Jimmy ein Kopfgeld ausgesetzt, woraufhin ihm ein guter Bekannter seinen wertvoll gewordenen Kopf wegpustete. Belle tröstete sich ein Weilchen mit einem aus der vielköpfigen Younger-Sippe und heiratete schließlich den Indianerfreund Sam Starr. Von nun an trug sie den Namen BELLE STARR, unter dem sie in die Geschichte des Wilden Westens einging. Allerdings sollte die neue Errungenschaft nicht ihr letzter Kerl und Ehemann bleiben, zumal er 1886 bei einem unentschieden ausgehenden Duell in einem Saloon das Zeitliche segnete. Wenigstens verdankte sie ihm noch ihren ersten Knastaufenthalt wegen Pferdediebstahls.

Nach wechselnden Liebschaften mit schweren Jungs gab es kurz nach Sams Tod nochmal ein indianisches Ehegesponst. Die Verbindung blieb in der Familie, denn das 26jährige Jüngelchen mit ebenfalls bereits beachtlicher krimineller Karriere, das bis zum unfreiwilligen Ableben der Vierzigjährigen mit ihr Tisch und Bett teilen durfte, war der Adoptivsohn ihres unlängst Verblichenen.

Belle Starr wurde nahe ihrer eigenen Behausung, dem Outlaw-Schlupfwinkel „Younger’s Bend“ in Oklahoma, in dem sie gar den berüchtigten Jesse James sieben Monate lang beherbergt hatte, begraben.

lucky-luke-belle-starrNicht erst seit heute macht man aus solchen Leben einen spannenden Western oder einen Lucky-Luke-Comic. Beides ist geschehen. Die Western-Schnipsel des 1941er Streifens von Irwing Cummings , sen., bevölkern youtube. Und die Originalnummer 64 (deutsch: 69) der Lucky Luke-Serie haben die Herren Morris und Fauche der Räuberbraut-Legende Belle Starr gewidmet.

Dazu passen tät’ jetzt natürlich The Ballad of herself, getextet oder geträllert. Doch das Vorhaben war ein anderes. Eins, das bis auf den Namen „Jimmy“ nicht mal die Landschaft mit Belle Starrs Gefilden gemein hat. Dafür ist es ein wunderschönes und sehr eigenes Stückerl Musik. Und Video auch. „Moriarty“- eine Handvoll Prärie für mich. Seufzzz… Und für euch.

„Where the grass is green and the buffaloes roam…. “ – Enjoy!


(Tja, ursprünglich war hier das Original-Video zum Song von Moriarty. Doch seit bekanntermaßen die Zugänglichkeit auf youtube zunehmend nachlässt, müsst ihr nun halt hiermit vorlieb nehmen.)

Manche Geschichten schreibe ich nur für einen Satz. Oder einen Song… eine Melodie…

Bilder: Belle Starr. Porträt – via. Belle Starr hoch zu Ross – via. Belle & Sam – via. Lucky Luke. Belle Star – via amazon.
Song: Moriarty: Jimmy. Aus: Gee Whiz But This Is a Lonesome Town.

“You can feel the beat within my heart…”

Januar 18, 2009 at 8:27 | In 2009, Geschichtsbuch, Kalenderblätter, Kultur, Real-Poetisches, Träller-Hexe | 2 Comments
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Ein bleiernes Luftschiff auf Jugfernfahrt

„The Band will go over like a lead zeppelin.“
(Zugeschrieben Keith Moon, Schlagzeuger von The Who.)

grafzeppelin-luftschiffIm Winter 1968/69 tingelte ein Quartett bunter Vögel von der Insel, die aus verschiedenen Nestern gefallen waren, rockend durch seine erste US-Tournee – als Vorband und Hilfsbutler zum Anheizen der Fans von Alice Cooper, Vanilla Fudge, Iron Butterfly und Country Joe and the Fish. Wenige Wochen zuvor noch unter dem halbgeborgten Namen The New Yardbirds unterwegs, stiegen sie mit ihrem neu erkorenen voll auf die Lästereien frozzelnder Berufskollegen ein und allen Unkenrufen zum Trotz auch mit Power zum ersten Mal auf. Als ‘bleiernes Luftschiff‘ – LEAD LED ZEPPELIN.

Noch während der Tournee nahmen sie, von Atlantic Records unter Vertrag genommen, in nur 30 Stunden Studioarbeit ihr Debütalbum auf. Es kam – mit dem Cover-Bild des brennenden Luftschiffs “Hindenburg” – fast auf den Tag genau vor 40 Jahren, am 12. Januar 1969, auf den Markt. Und sollte, so uneins, dazed and confused* die Kritiken bei seinem Erscheinen waren, dereinst als Revolution des Hard Rock und Heavy Metal gefeiert werden.

In den Songs des Erstlings von Robert Plant (stimmgewaltiger Gesang, Mundharmonika)), Jimmy Page (E-Gitarren-Feuerwerk, Theremin, Mandoline), John Paul Jones (Bass, Keybord, Gitarre, Orgel, Mellotron) und John Bonham (Schlagzeug, Perkussion) vereinten sich Elemente des Blues, Folk und harten Rock zum unverwechselbaren Led-Zeppelin-Sound, der mit der Naturgewalt eines Erdbebens über die Konzertbühnen und in die Herzen der Fans donnerte.

Die Aufnahmekosten des Albums beliefen sich seinerzeit auf läppische 1800 Pfund; eingespielt hat es an die 3,5 Millionen – wenn das kein ordentliches Aufwand-Nutzen-Verhältnis ist!

Bereits ihr zweites Album “Led Zeppelin II”, das endlich auch bei den zögerlichen Deutschen den Durchbruch brachte, schoß – von wegen bleiern! – mit Raketentempo auf Platz eins der US-Charts und verdrängte gar das Abbey Road der Beatles. Der Siegeszug des Luftschiffs war nicht mehr aufzuhalten.

In mir steigen, während ich das niedertippsele, Erinnerungen an meine Teenie-Discos voller Led Zeppelin hoch – lang, lang ists her -, in denen die DJs zu DDR-Zeiten noch ihr ganzes Trick-Register ziehen mussten, um die Befindlichkeiten des Publikums mit dem streng vorgeschriebenen Verhältnis von Ost- und Westmucke in Einklang zu bringen. Die Band selbst, die man heute mit Fug und Recht zu einer der erfolgreichsten in der Rockgeschichte zählen darf, hat sich inzwischen längst auch nachfolgenden Fan-Generationen ins Herz gespielt.

*

die alte GardeNach dem Tod ihres Schlagzeugers John Bonham erklärten Led Zeppelin am 4. Dezember 1980 ihre Auflösung. Und 1982 erschien ihr neuntes und letztes Album “Coda”, eine Studio-Produktion mit bisher nicht veröffentlichten Live- und Studio-Einspielungen aus der Zeit von 1969 bis 1978. Am 12. Januar 1995, auf den Tag genau 26 Jahre nach Erscheinen ihres ersten Albums, gingen sie in die Rock and Roll Hall of Fame ein und sammelten 10 Jahre später auch noch den Grammy Award fürs Lebenswerk auf.

Und 2007 endlich gab es ein Live-Comeback der Band in der O2-Arena in London. Mehr als 20 Millionen Fans hatten sich für die 20 000 Tickets registrieren lassen, die über eine Auslosung vergeben wurden.

In der TAZ erschien damals aus diesem Anlass ein Artikel unter dem Titel “Mutterschiff des Sexismus”, und ich hab beim Lesen der Kommentare an den ‘bleiernen’ Verfasser herzlich gelacht und mich himmlisch amüsiert. Wollt ihr auch? – Büüddeschön! :)

Den verstorbenen Schlagzeuger John Bonham ersetzte bei diesem Konzert sein Sohn Jason Bonham. Was uns – wie weiterer hoffnungsvoller Nachwuchs (s. u.) die Hoffnung erhält, dass uns der Sound von Led Zeppelin auch fürderhin nicht ausstirbt und im Vergessen versinkt.

* Titel eines Led-Zeppelin-Songs auf dem Debüt Album “Led Zeppelin”

Bild: Led Zeppelin beim Live-Comback 2007, London. Via.
Videos – via youtube.
Dankeschön: an Wolf – für die ‘Eingebung’.
:)

59 Kerzen zum zweiten Advent and another Christmas Tale

Dezember 7, 2008 at 11:25 | In Fest-Platte, Kalenderblätter, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Poetisches, Träller-Hexe | 2 Comments
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Happy Birthday, Tom Waits!

Tom Waits by Bootstrap ProductionsJa, er ist auch so ein Beinahe-Christkindl, der hausheilige Finsterromatiker mit der versoffenen Stimme und den Reißnägeln in der Kehle. Am 7. Dezember 1949 wurde er in Pomona, Kalifornien geboren.

Und weil es, ob man nun will oder nicht, ringsum heftig weihnachtet, wollen wir zur Feier des Tages mal nicht so sein. Und lassen ihn auch seinen Part in der Weihnachtsgeschichte erzählen – der anderen, von Paul Auster. Phhh…als gäbe es grad was Herzzerreißendeswärmendes, das man lieber täte!

Bild: Tom Waits. Bootstrap Productions. Song: You’re Innocent When You Dream. Tom Waits im Film „Smoke“ (1995) von Paul Auster und Wayne Wang. Via Youtube.

Blogolaus…

Dezember 6, 2008 at 10:38 | In BildungsLückenbauten, Bloghexe, Fest-Platte, Kultur, Real-Poetisches, Träller-Hexe | 2 Comments
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…und Westernstiefel. Oder: Jo, ist denn schon wieder Weihnachten?

kein WesternstiefelDie Vorweihnachtszeit geht ja hier eher still und lieber besinnlich vonstatten, schon aus Protest dagegen, dass – ob nun infolge des Klimawandels oder aus was weiß denn ich für unerfindlichen Gründen – die November immer schneller vergehen und die Jahre sowieso immer kürzer zu werden scheinen.

So werden im Hexenhaus auch dieses Jahr keine Pfefferkuchen, Plätzchen und Weihnachtsgänse gebacken, jedenfalls keine öffentlichen. Und dass ich meinen Lieblingsadventskalender wieder leise nebenan an die Bloghauswand genagelt habe, merkt wahrscheinlich weder Blogger- noch Weihnachtsvolk.

Aber heut ist Nikolaustag, da gehört was in den Stiefel gesteckt. Hmm… meine Nikolausgeschichte hab ich ja auch schon letztes Jahr erzählt – zur Seemannsweihnacht auf meinem Wa(h)lfänger. Hey, aber wie wär’s mit einem Weihnachtslied? Einem, das ihr bestimmt noch nicht gesungen habt. Vom sexy Dänen-Duo “The Raveonettes” – ein bisschen psychedelisch, ein bisschen 60er-Jahre-Patina, ein bisschen Velvet Underground und laut eigener Aussage mit der Wahl ihres Bandnamens eine Reverenz an Buddy Hollys “Rave on”:

raveonettes-1Also ich find ja, sie sind was zum Mögen, die Zwei. Und verteile damit entsprechend des Wolfes freundlicher und ausdrücklicher Einladung zu solchem Tun meinen aktuellen Prvatgrammy. Ohne damit allerdings auch nur im Mindesten Widerspruch gegen seine ‘oscar-wilde-geschniegelten’ Get-Well-Soon-Zierbengel zu erheben. ;)

Noch einen raveo-netten Christmas-Song? Dann hier lang, bittschön, und: Come on Santa! (Der zuständige Link-Klick beschert euch, so gewünscht, auch gleich noch das freie mp3-Download zum Santa – ha, und damit doch noch was in den Nikolausstiefel.

***

Ach, und eh ichs vergesse: allerblogolausigste Glückwünsche heut vor allem für den Westernstiefel… öh nee, Westernhagen: zur runden Sechzig! Trinken wir mit ihm einen Johnny Walker und lassen ihn leben. Hoch und lang nämlich.

Bild: The Raveonettes: Soeren Solkaer STARBIRD, via. Christmas Song by The Raveonettes via youtube.

Heeee was a Champion…!

November 25, 2008 at 11:05 | In 2008, Hexentanz, Kalenderblätter, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, So Momente halt..., Träller-Hexe | 2 Comments
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In Memoriam

Gestern vor 17 Jahren starb Farrokh Bulsara an Aids.

*

Freddie MercuryAls er 1946 auf Sansibar als Sohn aus Indien stammender Verwaltungsbeamter der britischen Krone geboren wurde, ahnte kein Mensch, dass er das Zeug hatte, eine Legende zu werden. Nach dem Besuch eines englischen Gymnasiums in der Nähe von Bombay studierte er nach der Übersiedelung der Familie nach England am „Ealing College of Art“ Grafikdesign. Der Beginn eines stinknormalen Lebens…

…bis der Rock sein Leben wurde.

Für uns und die Welt ist er ein Stern am Musikhimmel geworden, der die zwanzig Jahre seiner Karriere überdauert hat. Der glamouröse Selbstdarsteller und Entertainer, dessen faszinierend spektakulärer Stil seiner Bühnenshows von vielen späteren Sängern “zitiert” wurde. Der Typ mit dem Tenor in der Kehle, dessen Stimme sich mühelos über dreieinhalb Oktaven schwingen konnte.

Er war Mitbegründer, Songwriter und Leadsänger einer der erfolgreichsten Bands der Rockgeschichte mit einem vorher nie dagewesenen künstlerischen Spektrum: vom schlichten Gitarrensong über Glamrock, Rap, opernhaft-rhapsodische Vokalpartien, 50er-Jahre-Rock ‘n’ Roll bis zu Hardrock und Disco-Sound – “Queen”.

Er ist der, dessen “My Fairy King” vom ersten Album uns wie alle seine Great Songs im Ohr bleibt, der, dessen Siegeshymne “We are the Champions” wohl für alle Zeiten durch jedes Fußballstadion hallen wird, und der Schöpfer der grandiosen Bohemian Rhapsody:

Sein Leben vibrierte am Limit und bei seinen letzten Aufnahmen im Spätfrühjahr 1991 für das Album “Made in Heaven”, das erst 1995 erschien, war er bereits schwer von der Immunschwächekrankheit gezeichnet. Die er bis zum vorletzten Tag seines Lebens vor der Welt verschwieg. Er lebte, was er sang: Show must go on.

Gestern vor 17 Jahren starb Freddie Mercury.

„I wish it could last forever…“

***

aidsschleifeP.S. Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag.

Bild: Freddie Mercury via.

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