„…with a bullet in her back“

Februar 5, 2009 um 11:47 pm | Veröffentlicht in BildungsLückenbauten, Drumherum und anderswo, Geschichtsbuch, Hexengeschichten, Hexenritte, Kalenderblätter, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Träller-Hexe | 4 Kommentare
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„Shed not for her the bitter tear
Nor give the heart to vain regret
Tis but the casket that lies here
The gem that filled it sparkles yet.“

[Epitaph auf dem Grabstein von Belle Starr,
geschrieben von ihrer Tochter Rosie Lee (‚Pearl‘)]

Manche Geschichten schreibt man nur für einen Satz.

Oder für einen Song. Für eine Melodie und die Stimme darin…

belle-starr-young-portratHeute vor 161 Jahren wurde Belle Starr geboren. Gestorben ist sie, die Bandit Queen des Wilden Westens, fast auf den Tag genau einundvierzig Jahre später, am 3. Februar 1889, mit zwei Ladungen Schrot von ihrem Pferd geschossen. Ihr Mörder wurde nie gefasst.

Ob es die Rebellion der Jugend gegen häusliches Spießertum, der falsche Umgang oder eine Verkettung der Umstände waren, die der Tochter aus etwas heruntergekommenem guten Hause eine Karriere als Räuberbraut bescherten – wer vermag das heute schon noch zu sagen? Die Chronologie ihres Lebens, vor allem die ihrer durchgängig kriminellen Liebhaber und Ehemänner, ist stellenweise ohnehin etwas widersprüchlich und mysteriös.

Verbürgt ist jedenfalls, dass sie in Carthage im Jasper County, Missouri, unter dem Namen Myra Maybelle Shirley als Kind eines Kneipjes und Hotelbesitzers das Licht der Welt erblickte, der nebenan auch noch einen Stall und eine Hufschmiede sein Eigen nannte. Was sie an Lebensnotwendigem für den Alten Westen nicht an der ansässigen Höhere-Töchter-Schule beigebogen bekam, das Reiten und Schießen nämlich, übernahm ihr großer Bruder John Allison, genannt Bud.

Bandit QueenDer an- und ausbrechende Bürgerkrieg sah die Familie auf seiten der Südstaatler, wo der umsichtige große Bruder als Mitglied einer Guerilla-Bande im hoffnugsvollen Alter von nur 22 Jahren als erster eines unnatürlichen Todes starb. Der Rest der Sippe wurde in den Kriegswirren nach Texas verschlagen und Farmbesitzer. Selbige Farm war auch der Ort, an dem das Schicksal seinen Lauf zu nehmen begann. Denn genau dort suchte der Bandit Jim Reed Unterschlupf, in den die achtzehnjährige Belle sich umgehend verknallte und der ihr erster Ehemann und Vater ihrer Tochter Rosie Lee werden sollte. Die sie selbst zärtlich Pearl nannte. Die ‚Perle‘ sollte späterhin Karriere als Prostituierte machen und, vom Namen ihrer Mutter zehrend, eine angesehene Bordellbesitzerin werden.

Derweilen zog sich Belles sauberer Gatte einen Indianerfreund an Land: Tom Starr, seines Zeichens Waffen- und Whiskey-Schmuggler, öh ja… und Wiederholungskiller. Es kam, wie’s kommen musste: der neue Kumpel eiferte diesem in allem nach, auch im Morden, bekam seinen eigenen Steckbrief und setzte sich samt Weib und Kind 1869 nach Kalifornien ab. Im Sammeln von einschlägigen Kumpanen und Dreck am Stecken war er groß, der Jimmy. So blieb es bei hastigen Umzügen. Einer seiner neuen Freunde wurde beiläufig „Cole“ Younger, dessen Tante die stolze Mutter der Dalton-Brüder war. Als sich zu den Freunden ihres Angetrauten auch noch eine FreundIN gesellte, zog Belle zu ihren Eltern zurück.

Belle & SamNach einem Postkutschenüberfall wurde auf Jimmy ein Kopfgeld ausgesetzt, woraufhin ihm ein guter Bekannter seinen wertvoll gewordenen Kopf wegpustete. Belle tröstete sich ein Weilchen mit einem aus der vielköpfigen Younger-Sippe und heiratete schließlich den Indianerfreund Sam Starr. Von nun an trug sie den Namen BELLE STARR, unter dem sie in die Geschichte des Wilden Westens einging. Allerdings sollte die neue Errungenschaft nicht ihr letzter Kerl und Ehemann bleiben, zumal er 1886 bei einem unentschieden ausgehenden Duell in einem Saloon das Zeitliche segnete. Wenigstens verdankte sie ihm noch ihren ersten Knastaufenthalt wegen Pferdediebstahls.

Nach wechselnden Liebschaften mit schweren Jungs gab es kurz nach Sams Tod nochmal ein indianisches Ehegesponst. Die Verbindung blieb in der Familie, denn das 26jährige Jüngelchen mit ebenfalls bereits beachtlicher krimineller Karriere, das bis zum unfreiwilligen Ableben der Vierzigjährigen mit ihr Tisch und Bett teilen durfte, war der Adoptivsohn ihres unlängst Verblichenen.

Belle Starr wurde nahe ihrer eigenen Behausung, dem Outlaw-Schlupfwinkel „Younger’s Bend“ in Oklahoma, in dem sie gar den berüchtigten Jesse James sieben Monate lang beherbergt hatte, begraben.

lucky-luke-belle-starrNicht erst seit heute macht man aus solchen Leben einen spannenden Western oder einen Lucky-Luke-Comic. Beides ist geschehen. Die Western-Schnipsel des 1941er Streifens von Irwing Cummings , sen., bevölkern youtube. Und die Originalnummer 64 (deutsch: 69) der Lucky Luke-Serie haben die Herren Morris und Fauche der Räuberbraut-Legende Belle Starr gewidmet.

Dazu passen tät‘ jetzt natürlich The Ballad of herself, getextet oder geträllert. Doch das Vorhaben war ein anderes. Eins, das bis auf den Namen „Jimmy“ nicht mal die Landschaft mit Belle Starrs Gefilden gemein hat. Dafür ist es ein wunderschönes und sehr eigenes Stückerl Musik. Und Video auch. „Moriarty“– eine Handvoll Prärie für mich. Seufzzz… Und für euch.

„Where the grass is green and the buffaloes roam…. “ – Enjoy!

Manche Geschichten schreibe ich nur für einen Satz. Oder einen Song… eine Melodie…

Bilder: Belle Starr. Porträt – via. Belle Starr hoch zu Ross – via. Belle & Sam – via. Lucky Luke. Belle Star – via amazon.
Song: Moriarty: Jimmy. Aus: Gee Whiz But This Is a Lonesome Town.. Via Dailymotion

4 Kommentare »

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  1. @ Belle Star: Gomorrha😉

    @ Flintenweiber allgemein: Von Moriarty steht seit 2.d.M. ein anderes Video online, das man wahrscheinlich schnell rippen muss: There’s a bit of Nackedeiishness in it, das sört bestimmt bald irgendwen: Private Lily.

  2. Haach! Na hoffentlich geht das so weiter. Uiii… und auch beinah passend: Lily Star(r).😉

    Sagst du mir auch gleich nochma, wie das geht, das Rippen?

  3. Suchstu dir was aus http://www.dvdvideosoft.com/free-dvd-video-software.htm aus und lässt bei der ersten Nachfrage auf die größte Version updaten, dies noch gratis gibt, damit lässt sich einiges machen. Sollte zur Zeit legal sein, aber wenn einer fragt, hastu das nicht von mir, und ich mach das selbstverständlich auch nicht😉

  4. Iwo, wo werd ich denn! Ich mach sowas natürlich auch nich. Und überhaupt… _was_ soll ich von dir haben?😉


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