“You can feel the beat within my heart…”

Januar 18, 2009 um 8:27 pm | Veröffentlicht in 2009, Geschichtsbuch, Kalenderblätter, Kultur, Real-Poetisches, Träller-Hexe | 2 Kommentare
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Ein bleiernes Luftschiff auf Jugfernfahrt

„The Band will go over like a lead zeppelin.“
(Zugeschrieben Keith Moon, Schlagzeuger von The Who.)

grafzeppelin-luftschiffIm Winter 1968/69 tingelte ein Quartett bunter Vögel von der Insel, die aus verschiedenen Nestern gefallen waren, rockend durch seine erste US-Tournee – als Vorband und Hilfsbutler zum Anheizen der Fans von Alice Cooper, Vanilla Fudge, Iron Butterfly und Country Joe and the Fish. Wenige Wochen zuvor noch unter dem halbgeborgten Namen The New Yardbirds unterwegs, stiegen sie mit ihrem neu erkorenen voll auf die Lästereien frozzelnder Berufskollegen ein und allen Unkenrufen zum Trotz auch mit Power zum ersten Mal auf. Als ‚bleiernes Luftschiff‚ – LEAD LED ZEPPELIN.

Noch während der Tournee nahmen sie, von Atlantic Records unter Vertrag genommen, in nur 30 Stunden Studioarbeit ihr Debütalbum auf. Es kam – mit dem Cover-Bild des brennenden Luftschiffs “Hindenburg” – fast auf den Tag genau vor 40 Jahren, am 12. Januar 1969, auf den Markt. Und sollte, so uneins, dazed and confused* die Kritiken bei seinem Erscheinen waren, dereinst als Revolution des Hard Rock und Heavy Metal gefeiert werden.

In den Songs des Erstlings von Robert Plant (stimmgewaltiger Gesang, Mundharmonika)), Jimmy Page (E-Gitarren-Feuerwerk, Theremin, Mandoline), John Paul Jones (Bass, Keybord, Gitarre, Orgel, Mellotron) und John Bonham (Schlagzeug, Perkussion) vereinten sich Elemente des Blues, Folk und harten Rock zum unverwechselbaren Led-Zeppelin-Sound, der mit der Naturgewalt eines Erdbebens über die Konzertbühnen und in die Herzen der Fans donnerte.

Die Aufnahmekosten des Albums beliefen sich seinerzeit auf läppische 1800 Pfund; eingespielt hat es an die 3,5 Millionen – wenn das kein ordentliches Aufwand-Nutzen-Verhältnis ist!

Bereits ihr zweites Album “Led Zeppelin II”, das endlich auch bei den zögerlichen Deutschen den Durchbruch brachte, schoß – von wegen bleiern! – mit Raketentempo auf Platz eins der US-Charts und verdrängte gar das Abbey Road der Beatles. Der Siegeszug des Luftschiffs war nicht mehr aufzuhalten.

In mir steigen, während ich das niedertippsele, Erinnerungen an meine Teenie-Discos voller Led Zeppelin hoch – lang, lang ists her -, in denen die DJs zu DDR-Zeiten noch ihr ganzes Trick-Register ziehen mussten, um die Befindlichkeiten des Publikums mit dem streng vorgeschriebenen Verhältnis von Ost- und Westmucke in Einklang zu bringen. Die Band selbst, die man heute mit Fug und Recht zu einer der erfolgreichsten in der Rockgeschichte zählen darf, hat sich inzwischen längst auch nachfolgenden Fan-Generationen ins Herz gespielt.

*

die alte GardeNach dem Tod ihres Schlagzeugers John Bonham erklärten Led Zeppelin am 4. Dezember 1980 ihre Auflösung. Und 1982 erschien ihr neuntes und letztes Album “Coda”, eine Studio-Produktion mit bisher nicht veröffentlichten Live- und Studio-Einspielungen aus der Zeit von 1969 bis 1978. Am 12. Januar 1995, auf den Tag genau 26 Jahre nach Erscheinen ihres ersten Albums, gingen sie in die Rock and Roll Hall of Fame ein und sammelten 10 Jahre später auch noch den Grammy Award fürs Lebenswerk auf.

Und 2007 endlich gab es ein Live-Comeback der Band in der O2-Arena in London. Mehr als 20 Millionen Fans hatten sich für die 20 000 Tickets registrieren lassen, die über eine Auslosung vergeben wurden.

In der TAZ erschien damals aus diesem Anlass ein Artikel unter dem Titel “Mutterschiff des Sexismus”, und ich hab beim Lesen der Kommentare an den ‚bleiernen‘ Verfasser herzlich gelacht und mich himmlisch amüsiert. Wollt ihr auch? – Büüddeschön!🙂

Den verstorbenen Schlagzeuger John Bonham ersetzte bei diesem Konzert sein Sohn Jason Bonham. Was uns – wie weiterer hoffnungsvoller Nachwuchs (s. u.) die Hoffnung erhält, dass uns der Sound von Led Zeppelin auch fürderhin nicht ausstirbt und im Vergessen versinkt.

* Titel eines Led-Zeppelin-Songs auf dem Debüt Album “Led Zeppelin”

Bild: Led Zeppelin beim Live-Comback 2007, London. Via.
Videos – via youtube.
Dankeschön: an Wolf – für die ‚Eingebung‘.
🙂

2 Kommentare »

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  1. Hachseufz. Das beste von denen find ich immer noch Bron Yr Aur — http://www.youtube.com/watch?v=y-WRtoY_eus — weil das einfach kein Schwein aussprechen kann (soll ein walisisches Dorf sein) und weil’s aus allen anderen komplett rausfällt. Und jetzt soll einer aufstehen und im ganzen Satz sagen, die langhaarigen Bombenleger können nicht klampfen und bloß Lärm machen.

  2. Die Instrumentalstückerl sind eh unterschätzt.😉 Jimmys Klampfness hingegen wohl nicht.


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