Osterspaziergang 2012. Aus: Fäustlinge I

April 8, 2012 um 12:18 pm | Veröffentlicht in 2012, Alles platti, Fest-Platte, Hexenlieder, Kultur, Mal-Hexe, Real-Poetisches, Spielwiese, Wetter-Hexe | Hinterlasse einen Kommentar
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Update zu „Opa und Ostern“ von einstmals

it Eismatsch bedreckt sind Straß‘ und Dächer
Durch des Wetters grollend danebenen Tick;
In Schale werft euch mollig dick;
Der neue Frühling, er zog sich schwächelnd
Einstweilen in sich selbst zurück.
Von dort her sendet er, frierend, nur
Ohnsägliche Schauer körnigen Sch…ßes
In Streifen in die verwirrte Natur;
Aber am Sonntag brau’n wir uns was Heißes,
Überall regen sich Hände und Zehen,
Woll’n den Tag in Wärme und Farbe begehen;
Wenn’s an Blumen fehlt im Revier,
Geht’s halt zum Blumenhändler dafür.
Zieht euch warm an. Und auf die Höhen!
Kein Unfrühling halt‘ uns auf rauszugehen…

Ich hör schon der Osterglocken Gebimmel,
Wir machen uns selber den Frühlingshimmel.
Vergesst nicht das Jauchzen und habt’s ja scheen!-
Am Dienstag heißt’s wieder arbeiten gehn.
😉

Frohe Ostern allerseits und allerwegen!

Mit Ton und in Farbe, sagte ich wohl.
Auch in Ostereierfarbe natürlich – bei mir wieder mal mit der vom Opa ererbten Eiermalerei. Den überdauerten und zeitoptimierten Restmalfertigkeiten jedenfalls. Aber immer noch schön genug zum dran Freuen… oder?

Und als kleine Wiedergutmachung an Herrn J. W. G. für den vom Wege abgekommenen Faust vor dem Tore:

Edit: Ha, wie’s ausschaut, muss man nur die richtigen (Dichter)Geister beschwören. Die Sonne, sie hat sich besonnen. 🙂

Bilder: Selber bemalt.
Video: By Martin Missfeldt via youtube.

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„Ich dreh‘ mich um, da blüht der Flieder…“

Mai 12, 2008 um 5:40 am | Veröffentlicht in 2008, Alles platti, Bloghexe, Fest-Platte, Hexenkräuter, Kultur, Real-Poetisches, Zuhaus-Hexe | 3 Kommentare
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HexenfliederWenn irgendein duftend erblohenes Gewächs dieser Erde zu mir gehört, dann ist es der Flieder. In allen Farben, mit allen Sinnen.

Der Herr Honigbrötler hat jüngstens auf so anrührende Weise verflogene Gerüche der Vergessenheit entrissen und sie sorgsam vor derselben gerettet. Zu m e i n e n gehört unbedingt der betäubende Duft der wunderschönen Fliederdolden, oft vermischt mit dem von heißem Kerzenwachs.

Denn seit ich denken kann, waren ein paar Zweige der schweren und doch so zarten Blütentrauben meine Geburtstagsblumen (äh… nee, der ist noch nicht heute 😉 ). Von den Eltern als ausladender Strauß zwischen die Geschenke drapiertPfingstflieder - meiner oder von pubertierenden Jungs und verliebten Studenten angeschleppt, gehörten sie mehr als alles andere dazu. Mit den Jahren kam es mir vor, als trügen die Büsche immer früher ihre blassviolette, weiße oder tief burgunderfarbene Pracht. Und so oft welkten sie bis Mitte Mai längst schon wieder dahin und nix wars mit Flieder für die Hex’…

Heute steht er in voller Blüte. Und bei mir zu Hause. Mein Sohn hat mir einen Armvoll gebracht, aus Nachbars Garten geklaut. Und ich hab mich halbtot gefreut. Nicht dass ich einen Muttertag bräuchte – meine Kinder sind sowieso jeden Tag die besten der Welt. Aber für ’nen Fliederstrauß nehm ich den a u c h in Kauf.

Es fühlt sich so an, als könnte man solchen Schöpfungen der Natur, die einen verzückt erschauern lassen, nur mit purer Poesie begegnen. So ist es denn auch mit mit der fliedernen: sie will Leidenschaft, nicht Anbetung – sonst wäre sie ein Baum geworden. Dichter haben den Flieder und seine wonnige Zeit zuhauf besungen, vor allem wohl in Zuständen, von denen man hoffen will, dass sie nicht nur der Umnebelung durch den Fliederduft entsprangen. Wie der hier zum Beispiel – möge er dank dem schnuppernden Fest der Sinne dem Vergessen entrinnen: 😉

Liebesmorgen (Paul Boldt)...liegen wir wie junge Flüsse

Aus dem roten, roten Pfühl
kriecht die Sonne auf die Dielen,
Und wir blinzeln nur und schielen
Nach uns, voller Lichtgefühl.

Wie die Rosa-Pelikane,
Einen hellen Fisch umkrallend,
Rissen unsere Lippen lallend
Kuß um Kuß vom weißen Zahne.

Und nun, eingerauscht ins weiche
Nachgefühl der starken Küsse,
Liegen wir wie junge Flüsse
Eng umsonnt in einem Teiche.

Und wir lächeln gleich Verzückten;
Lachen gibt der Garten wieder,
Wo die jungen Mädchen Flieder,
Volle Fäuste Flieder pflückten.

Bilder: Flieder: Meiner. Frühling: Helmut Maletzke, Greifswald 1979; creative commons.

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