Dann kam die Flut

August 20, 2010 um 11:55 pm | Veröffentlicht in 2010, Bilderhexe, BildungsLückenbauten, Drumherum und anderswo, Hexengeschichten, Kultur, So Momente halt..., Weißt_du_ noch, Wetter-Hexe, Wurzel-Werk | 4 Kommentare
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Alter Park mit nassen Füßen und ein paar angeschwemmte Erinnerungen

„Es ist eine sehr missliche Aufgabe, Felsen zu machen.“
(Hermann Fürst von Pückler-Muskau. In: „Andeutungen
über Landschaftsgärtnerei verbunden mit der Beschreibung
ihrer praktischen Anwendung in Muskau“. 1834)

Du ahnst nicht den Augenblick, in dem Vergangenes dich einholt…

Die Erinnerung des kleinen Mädchens von damals weiß nichts von der Angst vor herantosenden Flutwellen, in denen Haus und Hof untergehen. Der Fluss war sieben Kilometer weit weg und Hochwasser gab es nicht – damals. Und wenn es welches gab, dann als Überschwemmung auf untergegangenen Wiesen, einmal im Jahr. Ertrunkene Wiesen waren was Wunderbares. Sie lagen am Weg von der Schule nach Hause und machten, dass die Strecke von sonst so zwanzig Minuten sich zu Stunden auswuchs. Und sie tranken die Zeit, die nassen Wiesen, während das Mädchen zusammen mit dem Jungen von nebenan am Ufer der neuen Seen auf dem Bauch lag, nach treibenden Holzstückchen fischte und Papierboote aufs Wasser blies. Oder Schuhe und Strümpfe an den Wegrand warf und zur Expedition Tiefenmessung über das glitschige Gras in die halbmetertiefen Fluten watete. Dort roch es herrlich nach Sumpf und Matsch und Algen und der Schulfreund fing ihm winzige Frösche, die es sich selbst nicht anzufassen traute und die sie in die gelbe Brotbüchse sperrten. Doch irgendwann musste es nach Hause, erspähte mit Bangen schon von weitem die wütende Großmutter am Hoftor, die über das kalt gewordene Essen, die Schuhe in der Hand und den triefenden Rocksaum wetterte und Hausarrest verhängte. Vor dem es noch heimlich-hastig den Inhalt der Brotbüchse in die Gartenregenwanne freizulassen galt. Bedauernswerte Oma. Denn am nächsten Tag war wieder Schule. Und Heimweg. An den Wiesen vorbei…

Im Park
Die Erinnerung des großen Mädchens von damals kennt noch den Park mit der Ruine vom rot-weißen Fürstenschloss. Der Park war sieben Kilometer weit weg und es ist immer trockenen Fußes dort hinein – damals. Den Fürsten selber kennt sie nicht mehr. Der war da schon lange tot und dem Mädchen auch sonst nicht sehr gegenwärtig. Dass der olle Von und Zu, seinerzeit noch überaus ansehnlich und lebendig, nicht minder lebendige “Briefe eines Verstorbenen” für die Nachwelt schrieb, die sogar den Dichterfürsten Goethe vom Hocker rissen, erfuhr es erst Jahre später. Aber es dankte ihm für seine Landschaftsgärtnerei mit ihrem eigenen Zauber und den vielen romantischen Verstecken, die wie geschaffen waren für erstes unbeholfenes Knutschen im Dunkeln mit dem Jungen von nebenan und heimliches Erwachsenwerden mit mehr und Ungestümerem als nur Händchenhalten. Wird schon seinen Grund gehabt haben, dass dem alten Windhund und Schwerenöter solche Parkwinkel eingefallen sind. Ist der doch schließlich ungehindert seiner angetrauten und lebenslang geliebten ‚Schnucke‘ Lucie, Fürstin von Pückler-Muskau, geschiedene von Pappenheim, geborene von Hardenberg, die ihm Fels in der Flutwelle Brandung war, längst nicht nur Bettine von Arnim und der gefeierten Operndiva Henriette Sontag nachgestiegen.

Mit der großangelegten Landstricharchitektur hat er sich allerdings pekuniär übernommen, der fürstliche Gärtner. Was ihn zum Verkauf derselben zwang, zur Scheinscheidung von der ‚Schnucke‘ und emsiger Reisetätigkeit zwecks Suche nach einer reichen Braut bewog und ihn schlussendlich nach Branitz weiterziehen ließ. Wo er sich sogleich über die nächste Parkdesignerey hermachte. Das mit der reichen Braut aus England hat ja nicht so geklappt, wie man weiß. Was wiederum auch so tragisch nicht und keine verlorene Zeit war, da er dadurch nicht nur Charles Dickens höchstpersönlich kennenlernte, sondern zugleich seinen Durchbruch und rauschenden Erfolg als briefeschreibender Reiseschriftsteller zementierte.

Ganz nebenbei stiftete er mit der Beschreibung des Landschaftsparks von Warwick auch noch des Mädchens hausheiligen Edgar Allan Poe zu seinem – leider nur semibekannten – “Park von Arnheim” an. Eine persönliche Begegnung der beiden Genien verhinderte dereinst womöglich nur ein Duell des Fürsten, das ihn das Schiff für die Überfahrt nach Amerika verpassen ließ.
— Und das große Mädchen von heute fräße einen Besen, wenn Mr. E. A. Poe bei seinem Schöpfer des Parks von Arnheim, einem unermesslich reichen Mann, der sein ganzes Vermögen auf den Kopf haut, seine Umgebung für sich in eine schöne Idealwelt zu verwandeln, nicht ein bisschen auch an den Muskauer gedacht hat. Den hat irgendwer einmal einen Meister der Verschwendung und das ostdeutsche Gegenstück zum ‚Märchenkönig‘ der Bayern, Ludwig II., genannt. Doch endete er ohne Frage weit glücklicher als dieser.

Sein Englischer Park in Bad Muskau und auf dem polnischen Neißeufer gehört heute zum Weltkulturerbe, zu Recht, doch davon ahnte das Mädchen von damals nichts. Aber es hat nichts dagegen, selbst wenn das der Stille dort einigen Abbruch tut.

Auch inzwischen richtig große Mädchen ahnen nicht den Augenblick, in dem Vergangenes sie einholt. Bis unversehens ein alter, schöner Fürst Park mächtig nasse Füße kriegt.

Denn dann kam die Flut. Vorletzte Woche…


… und wie! Der Fluß läuft über.
Die Neiße brodelt
Die Brücke hält – zwischen zwei Ländern unter.
Wasser-Straße, Bad Muskau Ortsausgang
Wasserstraße. Trockene Füße: nach sieben Kilometern.
Land unter - GrenzpfostenWasser Marsch - "Flutweiser"
Grenzen verschwimmen, zum Glück gibts Wasserwegweiser.
Der Flut trotzen
Von Baum zu Baum: „Scheiß auf nasse Füße! Durchhalten, Jungs, wir trotzen der Welle.“
Wasser - sie stehen vor den Toren! No pasaran!
Der Feind steht vor den Toren! Bis hierher und nicht weiter.

Radlos ans Wasser. Ratlos am Wasser?

Blick auf die Freischwimmertreppe.

Unterwasserbrücke.
"Strand"bank
Land unter. Bank auch.

Auch wenn es so aussieht: Nein, der Fürst hat jetzt keinen Swimmingpool. Dafür Wasser im Keller…

…und Strand vor der Türe.

***

Der einschlägige Soundtrack ist heute von Witt und Heppner und außerdem vom Globalwahlsender Google videos. Weil – wie’s mir einer jüngstens so dolle treffend (und falls ichs nicht längst selber wüsste) auf den Punkt brachte – sich immer wieder erweist, „ein wie mächtiges Instrument zur Unterbindung von Musik dieses youtube ist“.

Bilder: Pückler-Frauen: Via Frank Kirchhoffs Fürst-Pückler-Seite. Park Bad Muskau – Schlossteich. Panorama: Via Manuel Dahmanns Kubische Panoramen. ‚Flutwelle‘ und ‚Grenzpfosten‘: dpa. Alle Flutbilder vom Park und Bad Muskau: via badmuskau.de. Rest: Sag ich nicht. 😉
Video: Die Flut. Witt und Heppner: Google video.

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Leben mit Puschkin

Juni 21, 2009 um 4:53 pm | Veröffentlicht in 2009, Bücherhexe, Bilderhexe, BildungsLückenbauten, Kalenderblätter, Kultur, Real-Poetisches | 3 Kommentare
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Französisch war ihm ganz zu eigen,
Er sprach und schrieb es tadellos,
War als Masurkatänzer groß
Und konnte sich scharmant verbeugen:
Braucht’s mehr, damit die liebe Welt
Uns für gescheit und reizend hält?

Gelernt hat jeder von uns allen
Sein Pröbchen, minder oder mehr:
Drum ist, durch Bildung aufzufallen,
Bei uns, gottlob, nicht eben schwer.

(Alexander Puschkin. Aus: Eugen Onegin. 1823-1830,. Erstes Buch, 4./5.)

selbstporträt anfIch war noch ein blondzöpfiges Schulmädchen, kurz nach Dreikäsehoch, da fing es an. Da schlich er sich zum ersten Mal in mein Leben, mehr so aus Versehen und fast unbemerkt. Nur einer merkte es doch – mein alter Deutschlehrer. In einem Klassenaufsatz, fünftes Schuljahr – als vage memoriertes Thema galt es irgendwie, dem aufbegehrenden Jüngling in Ilja Repins „Wolgatreidlern“ ein Leben zu erfinden – hatte ich mich mit glühenden Wangen im Geschichtenschreiben verloren. Meinen spannenden Beinahe-Roman nannte der weißhaarige Pädagoge ein Beinahe-Plagiat, der Puschkinschen Dubrowskij-Novelle nämlich. Wo ich den damals noch nicht mal kannte. Was sich daraufhin freilich umgehend änderte. Von da an war er eigentlich immer latent anwesend, also der Puschkin jetzt.

Jahre danach: den Erstsemestern der Alma Mater Jenensis war ein Kulturpraktikum verordnet (sorry, so hieß das meinerzeit und es war sogar ganz lustig). Aus dem erinnere ich vor allem ein paar wilde Tage in einer Jugendherberge mit ’ner munteren Studi-Truppe ‚von Drüben‘ aus den heute alten Bundesländern, zu unserer Überraschung kollektiv heiße Puhdys-Fans. Ach ja, und dann noch die verklärten Augen und das leise bebende Pathos in der Stimme der muttersprachigen Russischdozentinnen, die uns das richtige Timbre beim Deklamieren der „Zygany“ oder von Versen aus dem „Onegin“ beizubiegen suchten. Das wir Frischlinge zuerst noch mit ungläubigem Grinsen, am Ende der Veranstaltung ergeben als Erwerb kultureller Kompetenz quittierten.

Später bin ich einen kalten Winter lang durch sein Zarskoje Selo und sein Sankt Petersburg gestromert, zu einer Zeit, als jenes gerade Puschkin, dieses gerade Leningrad hieß. Hab einen heißen Sommer lang zu erleben gelernt, warum er nicht anders konnte als georgische Berge und Mädchen und das Schwarze Meer besingen. Ich habe in russischen Bücherstübchen und -palästen gekramt und mir meinen Alexander Puschkin in Originalsprache erkrautert. Mir die Rauf- und Runterverfilmungen seiner Erzählungen reingezogen, auch den 1940er Postmeister Heinrich George. Und kann euch heute die Bjessy (Teufel), die Märchenpoeme oder die Liebesverse an diverse Angebetete halbwegs aus dem Gedächtnis hersagen.
Leben und sterben mit Puschkin, immer mal wieder.

Über den Genius des Dichterfürsten der Russen scheint man sich ja auch hierzulande einig zu zu sein. Doch versuche mal, eine deutschsprachige Ausgabe seiner sämtlichen Werke zu erstehen. Funktioniert nur unvollständig und nur antiquarisch und beim Stöbern in amazon kommen dir die Tränen. Die vollständigste, die ich je in Händen hatte, eine in der Sowjetunion auf Deutsch verlegte vierbändige Jubiläumsausgabe von 1949, hab ich mal mit Herzblut hergeschenkt an einen, von dem ich denk, dass sie es bei ihm schön warm hat. Ist heute nirgendwo mehr zu kriegen, das Schätzlein. Höchstens noch die Schwester, übersetzt von Johannes von Guenther, im selben Jahr bei Aufbau erschienen.
grafi duell aus film_koms_prawda
Puschkins so abrupt und zu früh an einem Pistolenschuss geendetes Dichterleben war voller Leidenschaft und nicht ohne Geheimnis. “Ich war mehr oder weniger in alle schönen Frauen verliebt, die ich kannte”, schrieb er einmal in seinen Tagebüchern. Er war ein heißer Patriot, ein scharfzüngiger Kritiker und ein Spötter vor dem Herrn, was ihm neben einer Verbannung in den Süden und anderen Unannnehmlichkeiten die zweifelhafte Ehre einbrachte, dass seine Werke vom Zaren höchstpersönlich zensiert wurden. Seine eigene Grabinschrift schrieb er mit zarten 16 Jahren. Der ungeklärten Herkunft seines Urgroßvaters mütterlicherseits, dem Mohren des Zaren, spürte er selber mit mäßigem Erfolg und spüren die Leut‘ noch heute hinterher. Manche seiner Gedichte klingen für mich wie Vorahnungen seines gewaltsamen Todes. Und ein Schreiberling der so wundersam zum Boulevardblatt mutierten Komsomolskaja Prawda orakelt gar mystisch, minutiös belegt an einem Vergleich von Gänsehaut-Parallelitäten des (literarischen) Lebens Onegins und des (realen) Lebens Puschkins, dass letzterer sich mit dem Onegin-Roman in Versen seine eigene Vorbestimmung herbeigeschrieben und der arme (literarische) Graf Lenski sich aus dem Grab für seinen Dramentod am Dichter gerächt habe. Dabei ist es schon mystisch genug, dass es die Komsomolskaja Prawda noch gibt – meinte man nicht immer, dass die Zahl der Komsomolzy seit Jahren rückläufig wäre? Jedenfalls vorübergehend.

zeichnungen seiner frau auf verschiedenen manuskriptenmanuskript eugen onegin
onegin - p am fensterteufelskopfSchiff am Gedichtmanuskript Wospominanije _Erinnerung
duell spanischer grandenSkizzen zu Werken der französischen RomantikPeter der eherne Reiter ohne Peter ;o) 1829
Weiß eigentlich hierzulande jemand von den Gelegenheitspuschkinisten, dass der Meister auch ein ganz passabler Zeichner war? Mit Hang zum Karikaturisten. Seine Originalmanuskripte sind eine Augenweide, vollgekritzelt mit Porträts und angedeuteten Szenen aus dem Inhalt. Es gibt Titelblattentwürfe von ihm und sogar eine Art grafisches Tagebuch. Eine Unzahl von Abhandlungen und Forschungsarbeiten beschäftigt sich mit diesen Zeichnungen und Illustrationen. 1977, noch zu Sowjetzeiten wurden sie unter der Regie von Andrei Khrzhanovsky zu einem poetischen Sojusmultfilm (einer Art bewegtem Comic) animiert – einem Kleinödchen, das sich als Dreiteiler auf Youtube findet. Auch für die Texte, Auszüge aus Puschkins Werken (allerdings auf Russisch), ließ man sich nicht lumpen und sie von keinen Geringeren als den russischen Kultmimen Smoktunowskij und Jurskij einsprechen.

Teile 1 und 3 – hier und hier.
Na , das wäre auch ein Geburtstagsgeschenk für ihn so recht nach seinem Sinne gewesen. Vor ein paar Tagen erst – am 6. Juni – ist er jugendliche 210 geworden, fast Anlass genug für ein kleines Puschkin-Jahr, oder?

Zum Schluss noch ein bissel Puschkin selber?
Na gut, dann die Lieblings-Russalka, die auch schon als Exotin in die Mermaid-Szene aufm Moby-Dick-Blog eingegangen ist und den Meister als Thema über Jahre beschäftigt hat. Und weil ihr es seid, sogar auf Deutsch:

[Außerdem kann der Wolf dann gleich mal den Link im Moby-Blog auswechseln, nachdem die Ganoven einfach die Site gekickt haben. 😉 ]

Die Russalka

Im Waldesgrund, am Seegestade,
Erflehte ein Anachoret
Für seine Sünden Gottes Gnade
In Arbeit, Fasten und Gebet.
Schon grub sich eine Grabesstätte
Der greise Mönch mit müder Hand,
Voll Sehnsucht, daß die Seele rette
Sich bald in Edens Friedensland.

Einst sprach vor der vermorschten Hütte
Der Mönch bei Sonnenniedergang
Zum Himmel seine fromme Bitte.
Stumm stand der Wald, der Nebel sank
Und wallte ob den düstern Wogen.
Nun strahlte lichte Mondesglut
Von dem umwölkten Sternenbogen,
Und silbern schauerte die Flut.

Da faßt ein unerklärlich Grausen
Des Mönches Brust, er atmet schwer …
Urplötzlich wogt der See im Brausen,
Und grabstill wieder wird’s ringsher.
Und siehe! Zart wie Mondstrahlgluten,
Weiß wie der Schnee auf Bergesgrat,
Entsteigt ein nacktes Weib den Fluten
Und setzt sich schweigend ans Gestad.

Sie strählt die thaubeperlten Locken
Und blickt ihn heimlich seltsam an.
Den Schlag des Herzens fühlt er stocken
Bei ihrer Reize Zauberbann.
Er sieht sie mit der Hand ihm winken;
Sie senkt das Haupt, harrt regungslos –
Und schimmernd, wie ein Stern im Sinken,
Verschwindet sie im Wellenschoß.

Die Nacht wich schlummerlos von hinnen,
Gebetlos strich der Tag vorbei –
Vor des verstörten Greises Sinnen
Stand traumhaft schön die Wasserfei.
Und wieder ruht der Wald im Dunkel,
Und wieder aus dem Flutenreich
Taucht in des Mondenlichts Gefunkel
Die Maid berauschend schön und bleich.

Sie nickt ihm zu, sie lacht so helle,
Sie schickt ihm Küsse, lockt und minnt,
Sie spritzt nach ihm die Silberwelle,
Sie schmollt und weint, ein loses Kind,
Sie seufzt und blickt zum Sternenbogen,
Sie flüstert: „Mönch, zu mir, zu mir!“
Und jach verschlingen sie die Wogen
Und Schweigen herrscht im Waldrevier.

Am dritten Tag saß liebentglommen
Der Eremit am öden Strand
Und harrt auf der Russalka Kommen;
In Dunkel hüllte sich das Land …
Und als der Sonne Purpurgluten
Die Nacht verscheucht, da ward die Schar
Der Fischerkinder in den Fluten
Nur einen greisen Bart gewahr …
(Übersetzung: Friedrich Fiedler 1895)

Ha, noch ein Grund für die Slawenmermaid: für eher visuelle Typen das Ganze nochmal als schhnuckeliger, so recht und echt russischer Animationsfilm, der zwar nicht lautlos, doch fast vollends ohne Sprache auskommt. Weil ihr es seid! –
Сегодня день мультфильмов. 😉

Bilder: „Initiale“: Puschkin: Selbstporträt. Gemeinfrei. Duell – Szene aus dem Film: Puschkin – das letzte Duell. Russland 2006. Via. Puschkin-Zeichnungen – verschiedene, gemeinfrei. (Nach den Quellen könnt ihr mich fragen, wenn ihr wollt, die Verlinkerei war mir zu aufwändig. 😉 )

Meine Rabenseele

Oktober 27, 2008 um 4:14 am | Veröffentlicht in 2008, Bücherhexe, BildungsLückenbauten, Kultur, MarktLückenbauten, Märchenhexe, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Poetisches, Wurzel-Werk | 10 Kommentare
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Oder: Vom Krabat haben Nachkommen gelebt

Einer geht über das Land, ein Alter
oder ein Junger, man kann es nicht sehen, er ist zu nah.
Vielleicht ist es Krabat.
Krabat, von dem die Sage berichtet: Einmal fiel ein Stein
vom Himmel und zerbarst. Aus den Trümmern stieg Krabat
und schritt ins Land. Einmal wird ein Stein gen Himmel fahren,
darin wird Krabat sein. Dazwischen wird Krabat ein Mensch sein
und tun, was er tun muss.
Weiß man, was ein Mensch tun muss?
Vielleicht, dass er sein Woher und sein Wohin
mit einem Namen nennt und dass er das Eine
mit sich trägt und das Andere vor sich sieht.

(Jurij Brězan aus: Die schwarze Mühle)

Nun, was die beim hochverehrten Herrn von Kleist abgekupferte These angeht, so gibt’s da ja nix Verbürgtes. Aber so denn krabatsche Nachkommen die Erde bevölkern, und seien es nur solche im gefühlten Volksgeiste, dann bin ich gewiss eine von denen. Nicht nur, weil meine Wurzeln in dem Boden sprießen, über den er – gleich links um die Ecke – gewandelt ist und über den immer noch die Raben fliegen und – wieder – die Wölfe jagen. Nicht nur, weil in mir schließlich noch ein paar Tropfen sorbischen Blutes fließen, die ich meinen Altvorderen verdanke.

Ich bin mit den Sagen und Legenden um den ‚Doktor Faustus‘ der Sorben aufgewachsen, habe Mädchensommer in dem Nest Groß Särchen verbracht, das ihm einst gehörte, und kenne auch das andere, in dem die schwarze Mühle gerade wieder aufersteht (tja, nicht mal die guten alten Mären sind heutzutag vom schnöden Kommerz verschont). Von schwarzer Magie habe ich nicht die leiseste Ahnung, in eine Räbin mit leisem Flügelschlag verwandele ich mich nur selten heimlich in der Dämmerung und zaubern kann ich ein ganz klein wenig – manchmal. Doch seit Kindertagen schleppe ich ein zerlesenes Sagenbüchlein durch mein Leben mit, in dem auch die Geschichte vom Krabat wohnt. Zum Wurzeln-Gießen.

Es wird ja gemunkelt, dass gar unser aller oller Herr Geheimrat einige Passagen mit dem Zauberlehrling für seinen „Urfaust“ aus der Krabat-Legende geklaut hat. Und überpünktlich zum 85. Geburtstag des seit Schülergenerationen als Krabat-Märchenvater gefeierten Herrn Preußler flimmerte jüngstens ein nach seiner allseits beliebten Romanvorlage millionenschwer und aufwändig inszeniertes Filmepos über die Kinoleinwände, schwarzdüster und in Fantasy-Manier. Naja, über die Nähe zur Vorlage und auch über den Rest ist man sich in Cineastenkreisen ziemlich uneins, und das offenbar nicht nur, weil die schwarze Mühle von den Herren Gutmann und Kreuzpaintner aus den modderigen Sümpfen und sanften Hügeln der Oberlausitz eigenmächtig in die Hochgebirgslandschaft der rumänischen Karpaten versetzt wurde. Ich habe den Film bislang nicht gesehen, überlege noch, ob es sich gehört, sich ihn anzutun, so als Nachkommin jetzt. Und verweise einstweilen auf Fremdmeinungen, hier oder hier oder da.

krabat-wappenUm ehrlich zu sein, wusste ich von dem Preußler seinem Krabat bis vor wenigen Jahren überhaupt nichts. Was den aufmerksamen Leser nicht sonderlich verwundern sollte, weil er bestimmt drauf kömmt, dass der dort in der Krabat-Ecke damals n i c h t zur Schullektüre gehörte. Worum mich andererseits aber auch keiner allzu sehr bedauern muss. Denn zum einen hab ich die Bildungslücke inzwischen aufgeholt und außerdem hatte auch ich meinen Preußl… äh nö, meinen Jurij Brězan und frag lieber gar nicht erst, wem der heutzulande überhaupt noch was sagt. Dabei wurde auch er vielfach preisbekränzt, schrieb meisterhaft und gar zweisprachig (deutsch und sorbisch) und kannte als echter Sohn des Sorbenlandes seinen Krabat so gut wie kaum ein anderer.

Seine erste Bearbeitung (von drei) der Krabat-Sage “Die schwarze Mühle” erschien sogar ein paar Jährchen früher als das verklärte Preußler-Märchen (das ich um Himmelswillen keinem mies machen mag) und ist ein faszinierendes Buch. Allein schon die Sprache, klar und schnörkellos und zugleich so voller Poesie und erzählerischer Kraft, zieht einen von der ersten Seite an in ihren Bann.

Schwarze Mühle BuchcoverWas wie ein Märchen beginnt, wie ein alter lyrischer Mythos aus dem Volke, entfaltet auf ganzen hundert und ein paar Seiten verschiedene hochspannende Handlungs- und Reflexionsebenen – philosophisch, politisch, historisch, psychologisch und allgemein menschlich -, die nicht nur räumlich weit über den Rahmen der schwarzen Mühle hinaus reichen und den Leser fordern: ein abgerissener Bauernjunge, hungrig nach Nahrung und durstig nach Wissen, ist unterwegs auf der Suche nach Erkenntnis und sich selbst und gerät in die Fänge des schwarzen Müllers, der ihm als Lohn für sieben Lehrjahre in seiner Mühle die sieben Bücher des Wissens aus seiner siebenfach verschlossenen Truhe verspricht. Der aufgeweckte Krabat erkennt sehr schnell, in welch unheilvolles Geflecht von schwarzer Magie, gnadenloser Unterdrückung und Machtmissbrauch, Lüge, Angst und Tod er geraten ist, und sucht die Gefährten, die mit ihm Nacht für Nacht zu Raben werden müssen, als Verbündete zu gewinnen, dem Schwarzen das Handwerk zu legen.

Die Schauplätze wechseln, von einer Burg, in der es nach Verrat riecht und eine Schar von Helden blutig hingemetzelt wird, über den sächsischen Königshof und ein Feldlager der türkischen Heerscharen zurück in die wohlbekannte Landschaft voller geduckter Menschen unter der Knute des scheinbar allmächtigen Müllers und in den Sumpf mit der schwarzen Mühle, wo der Kreis sich schließt. Brudermord und öffentliche Verleumdung, die Auswüchse und Mechanismen pervertierter Machtausübung spielen ebenso eine Rolle wie die Sehnsucht nach Freiheit, der Drang nach Erkenntnis und vereintes solidarisches Handeln, alles dicht verwoben mit allegorischen Bildern und Anklängen an reale Ereignisse. Krabat ist längst nicht mehr der unschuldige fürwitzige Knabe auf der Suche nach der Weisheit; er wird zum durch Blut und Leid und Wissen geformten Hoffnungsträger. Die Formel “Wer weiß, der kann” zieht sich durch die gesamte Handlung und die Verbrennung der magischen Bücher ist letztlich die Konsequenz eines gereiften Mannes, der den faulen schwarzen Zauber gegen wahre menschliche Stärke, Erkenntnis und das Bewusstsein seiner selbst eintauscht. Was wie ein Märchen begann, endet in einem opferreichen Befreiungskampf durch die Zeiten hindurch – und unversehens mitten in der tatsächlichen Menschheitsgeschichte, nicht im Mythos. Es hinterlässt den Leser atemlos und hört, obwohl es Prosa ist, in alldem niemals auf, wie große, wunderbare Lyrik zu klingen.

Preußlers reines und anrührendes Märchen und Brězans geradezu unerhört dichte und suggestiv atmosphärische Art, mit dem Krabat-Stoff umzugehen, lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen. Jeder von ihnen spielt eine ganz eigene, ganz andere Melodie. Irgendwo habe ich gelesen: Preußler verzaubert, Brězan tut das Gegenteil: er entzaubert, lotet tief aus. Ich glaube, das trifft es sehr gut. Brězans Buch ist der Krabat für Erwachsene.

Dennoch erstaunt mich bei der von beiden so verschieden erzählten gleichen Geschichte nicht, wie weltzugewandt und wie ähnlich sich zwei Autoren mit so unterschiedlicher Sichtweise, jeder auf seine Art vom Leben geprägt, in ihren Äußerungen darüber sind – auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag:

„Die Gestalt ließ mich nicht mehr los. Ich ahnte eine große Geschichte und brauchte Jahre, um ihren Kern herauszufinden: Wissen ist Macht und Macht macht frei.“
(J. Brězan)

„Mein Krabat ist […] meine Geschichte, die Geschichte meiner Generation und die aller jungen Leute, die mit der Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin verstricken.“ (O. Preußler)

***

meister krabatDas lässt mich, sozusagen im Abgesang, nochmal an die Stätten Krabats – und meiner Kindheit – zurückkehren. Die Krabat-Sage ist im Vergleich zu vielen anderen Legenden noch nicht soo alt, erst etwas mehr als 300 Jahre. Und so mancher weiß es ja vielleicht: soviel Zauberei und schwarze Magie sich um ihn auch ranken mag, Krabat liegt ein reales Vorbild zugrunde. Dessen wirklicher Name war Johann Schadowitz, seines Zeichens ein kroatischer Soldat, den Kurfürst Friedrich August I. (später als August der Starke bekannt) aus dem Türkenfeldzug mitgebracht und für seine Verdienste um des Kurfürsten Leib und Leben mit dem bereits erwähnten Gut Groß Särchen beschenkt hatte.

Zu Krabat wurde er in Volkes Mund, da er eben aus K r o a t i e n stammte. Und das Andichten der Zauberkräfte hatte wohl mit dieser fremden Herkunft, seinem Aussehen und Gebaren, die geheimnisumwittert schienen, zu tun. Übrigens stammt auch die Bezeichnung für die bei einer gewissen Anzugsordnung obligatorische Krawatte daher: die damaligen kroatischen Soldaten banden sich ein rotes Tuch um den Hals und kreierten so den Stil à la Croat (resp. kravat). Siehstewoll, so geht Lautverschiebung auf Slawisch. Sogar für die Annahme, er sei ein Hirtenjunge aus dem Nachbardorf gewesen, hat der sagenkundige Mensch dort eine Erklärung: wenn man Krabat fragte, woher er käme, wies er vage in Richtung Süden. Doch für die unwissenden Bauern damals war die Welt klein und hinter dem nächsten Dorf zu Ende, also konnte er doch nur dieses meinen.

Krabat-SäuleDer historische Krabat selber lebte von 1691 bis zu seinem Tode in hohem Alter 1704 auf seinem Gut. Er tat der Überlieferung nach seinen Bauern allerlei Gutes, “hat bei Ostwind den Hagel aufgehalten”, karge Böden fruchtbar gemacht und Sümpfe trockengelegt. Auf ihn geht der Anbau von Dinkel und Hirse in der Lausitz zurück. Und vor allem hob er für die Bauern seines Gutes die Leibeigenschaft auf, ein ganzes Jahrhundert vor der französischen Revolution.

In Wittichenau, wo er begraben liegt, wurde ihm ein Denkmal errichtet, die Krabat-Säule. Und seine Wohltaten dauern fort. Denn inzwischen belebt der Krabat-Kult munter das Tourismus-Gewerbe in der Gegend: es gibt einen KrabatRadweg, das Krabat-Fest und einen lebendigen Krabat(darsteller), zugezogen aus dem Sauerland. Krabat-Bier und Kräuterschnaps werden gebraut, die Krabats Zauberkräfte in dir wecken, und in Schwarzkollm wächst die schwarze Mühle, zünftig mit einer Bude für Gesellen auf der Walz. Tja: WER WEISS, DER KANN. 😉

Und die Legende lebt. Ungeahnt real. RealPoetisch…

Bilder: CD-Cover: Zauberbruder; Krabat-Liederzyklus – von ASP, Standard Edition, Erstauflage; via The Tales of ASP. Wappen von Schwarzkollm – via Wikipedia. Buchcover: Die schwarze Mühle. Klett – via amazon. Grafik: Krabat – via Schwarzkollm-Website. Krabatsäule in Wittichenau: Julian Nitzsche.
Song: Krabat. Aus dem Liederzyklus „Zauberbruder“ von ASP zu Ausschnitten aus dem Karel-Zeman-Animationsfilm Čarodějův učeň von 1977; via youtube.

…bis zur Schulter den Birkenstockkleidsaum

Februar 12, 2008 um 6:40 am | Veröffentlicht in BildungsLückenbauten, Bloghexe, Hexenküche, Kultur, Spielwiese | 14 Kommentare
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Lasst Stöckchenwerfer um mich sein

Tief fliegende PiratinHui, nachdem ich mich jüngstens bei Frau Coyote schon mal als pöbelnde Stöckchen-Piratin eingeschlichen hatte, erreicht mich das explosionsartig sich vermehrende Knüppelholz doch noch im Direktanflug. Und zwar in einem exzellenten Weitwurf vom fernen Pluto des Buchhändlers. Ach, und wenn sichs um Bücher dreht, werd‘ ich ja immer schwach…
Nun denn!

Die Anleitung zum Holzhacken – so es tatsächlich noch einen Uneingeweihten geben sollte- geht so:

  • Nimm das erste Buch in deiner Nähe (das mindestens 123 Seiten hat).
  • Öffne das Buch auf Seite 123.
  • Finde den fünften Satz.
  • Poste die nächsten drei Sätze.
  • Wirf dein Stöckchen an 5 weitere Blogger!

Das Spielchen hat ja neben der eigentlichen Aufgabe so ein bisschen was Voyeurhaftes, findet ihr nicht? Man spannt dem Blognachbarn über die Schulter in sein intimes Schreibtischreich und beobachtet heimlich seine nackten Bücher mit gierigen glänzenden Augen. Und hat, wie sichs dann auch gehört, diebisch und lustvoll sein Vergnügen dran. Ähm, hüstel… ich glaube, ich schweife ab. 😉

Aaalso, da ich mal davon ausgehe, dass ein Zitieren von Wasauchimmer aus meinem Berg von Offline-Nachschlagewerken zur Linken keine Sau… öh, keinen Bücherwurm nich interessiert, schnapp ich halt das erste von halbrechts:

Сергей Есенин
Dieser Abend voll Liebe beglückt mich,
und das Tal ist dem Herzen ein Raum,
hob der Wind, als er zärtlich vorbeischlich
bis zur Schulter den Birkenkleidsaum.

Durch die Seele fließt nun blaue Kühle,
hinterm schweigenden Gartentor zieht,
wo ich Dämmer wie Schafwolle fühle,
fern vorüber ein glockenhaft Lied.

Konnt noch nie mit Andacht belauschen
diesen Klang, der das Dorf nicht verlässt,
möchte tauchen ins plätschernde Rauschen
wie die Weide mit grünem Geäst,

oder lächelnd auf schimmernder Tenne
mit dem Mondmaul den Heuduft zerkaun,
wo bist, Freude, du, die ich doch kenne:
nichts zu wollen, als liebend zu schaun.

Ja, ich weiß, kennt kein Mensch (zudem ist die erste Strophe noch dem Sätzezählen zum Opfer gefallen). Obwohl der wilde Serjosha Jessenin ja als letzter Großer unter den russischen Dorfpoeten – der er mitnichten so monothematisch war – und begnadetes Enfant Terrible der russischen Lyrik des zwanzigsten Jahrhunderts gehandelt wird. Nun, vielleicht blogge ich euch ja demnächst mal einen Bildungs-Lückenbau über den…

Thar she blows…Und da ja viele ville mehr auf Prosa stehn und außerdem grad ein spezielles Wunschkonzert mit Moby-Dick-Zitaten für einen einzelnen Herrn spielt, hab ich (tja, weil der Wolf sich wieder vordrängeln musst‘ 😉 ) in unserer mobyblog-gebräuchlichen Melville-Übersetzung des Herrn Jendis 123 Seiten von hinten abgezählt. Und auch nur ein ganz klein wenig geschummelt, weil es schad um die Vollständigkeit des feinen Zitats gewesen wäre – man möge mir den Verstoß gegen die Regeln verzeihen:

Für die Todessehnsucht in den Augen jener Männer, welche tief im Innern immer noch den Selbstmord scheuen, breitet der Ozean, in den alles mündet und der alles aufnimmt, verlockend seine weite Fläche voll unvorstellbarer, erregender Schrecken und wundersamer, neu belebender Abenteuer aus, und aus den Herzen grenzenloser Stiller Ozeane, da singen jedem tausend Meerjungfrauen entgegen: „Komm her, du gebrochenes Herz! Hier wartet neues Leben statt der Schuld eines vorzeitigen Todes! Hier schaust du überirdische Wunder und musst dafür nicht sterben. Komm her! Begrabe dich in einem Leben, das dich für deine alte Welt an Land – der du so sehr ein Greuel bist, wie’s dir vor ihr jetzt greuelt – noch rascher ins Vergessen stürzet als dein Tod. Komm her, stell nun auch d e i n e n Grabstein auf den Kirchhof und komm mit uns, bis daß wir dich freien!“

Moby-Dick, daselbst: wie der vom Leben und vom Tode gebeutelte Schmied aus Kapitel 112 zum Walfang kam.

Recht so?

Ach ja, ins Packeis des „Terrors“ bin ich noch nicht mal bis zur Seite 123 vorgedrungen – diese Parallelleserei bringt mich nochmal um! Aber weils so eine schön deftige Stelle ist (und der Jessebird bestimmt lauert *g*), zitiere ich auch Mr. Simmons noch, zur Abwechslung mal wieder nach Vorschrift:

Der junge Seemann grunzt. „Ich bin grade so einen Scheißeiskamm raufgeklettert, da ist mir der Scheißflintenlauf in den Ärmel reingerutscht und hat meinen nackten Arm berührt, Sir, ‚tschuldigung, dass ich mich so ausdrücke. Ich hab die Flinte rausgezogen, und da sin gleich sechs Zoll Haut mitgekommen, verdammte Scheiße.“

So, nu is aber gut!

Sollten noch fünf Blogger auf dieser Welt sein, denen sich dieser Stöckchenflug als ein unbekanntes Naturereignis erhellt: hier is Selbstbedienung. Und Operngläser zum Spannen – auf Wunsch auch Zielfernrohre zum scharf Fixieren – gips anner Kasse! 😉

Fertig zum Entern!

Bilder: Pirate Girl 1 – Copyright: D. Woodruff/Black Wyrm Designs 2004. Pirate Girl 2 – Copyright: 2005 Jay French. Und überhaupt Creative commons-Lizenz.

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