Helden sind – männlich? Out? Tot?

März 11, 2008 um 4:07 am | Veröffentlicht in Hexentanz, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Politisches, Wetter-Hexe | 5 Kommentare
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Auf leisen Sohlen wandeln die Schönheit,
das wahre Glück und das echte Heldentum.
(Wilhelm Raabe in „Alte Nester“)

Emma macht BauchlandungDie stürmisch ungestüme Dame Emma hat uns ja jüngstens einen neuen Helden beschert, der ein von ihr zum Spielball erkorenes Flugzeug aus Hamburgs Himmel heil zu Boden knutschte landete. Naaa, also mindestens einen. Denn eigentlich waren es beinahe sogar zwei. Wenn man denn den jugendlichen Amateur, der mit seinem Video im Internet den brötchenverdienenden Journalismus in Sachen Aktualität um Längen geschlagen hat, auch einen nennen darf – des Tages. Was einschlägige Diskussionen im Web zum Ereignis halbwegs implizieren.

Grund genug, mal über heutiges Heldentum zu krautern? Na, aber klar doch.

Helden sind männlich. Meist männlich. Sagt Wikipedia:

Ein Held (althochdeutsch helido) ist eine (meist männliche) Person mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen, sog. Heldentaten, treibt. Dabei kann es sich um reale oder fiktive Personen handeln…

usw. usf.

Oha. Das bringt Eine(n) doch – nicht nur, wenn mans ausgerechnet am Internationalen Frauentag gelesen und mal so sacken lassen hat und sogar, wenn man alles andere als eine militante Emanze ist – irgendwie ins Grübeln. Erst recht, wenn ein paar Zeilen tiefer der Verweis folgt:

Zur Heldin vergleiche auch Virago,

und sich unter selbigem die Erklärung findet:

Virago (lat. virago = eine männlich wirkende Jungfrau, auch eine Heldenjungfrau, Heldin; plur. Viragines) bezeichnet im Deutschen (in der gehobenen Umgangssprache) und Englischen – meist abwertend – ein junges „Mannweib“…

Na suuuper! DAS ist also, wenn überhaupt, der weibliche Held?
Wer gut arbeitet, soll auch gut Kaffee trinkenMal abgesehen davon, dass zu meiner eigenen Überraschung meine Umgangssprache offenbar nicht gehoben genug ist, diesen Begriff zu meinem alltäglichen Wortschatz zu zählen, gibt es laut Meyers Online-Lexikon nur den „ursprünglichen“ Helden, ebenfalls männlich, im neueren Sprachgebrauch selbigen gar nur noch als handelnde Figur in Literatur, Theater und Film. Die 46-Wörter-Erleuchtung im Brockhaus online enthält wohl schwerlich umwerfend Neues und fällt einstweilen aus, da kostenpflichtig. Bertelsmanns offlinenes Universallexikon in 20 +… Bänden aus den Neunzigern schließlich kennt neben der ausschließlich literarisch-filmischen Deutung noch den unlängst verblichenen Helden der Arbeit – beide hier latent geschlechtslos.

Da fragt man sich doch, ob das Heldensein und seine diversen Definitionen nicht akut reformierungsbedürftig sind. Oder sind die kulturell-historischen Wandlungen des Begriffs zu vernachlässigen? Gehen wir gar vollends heldenlosen Zeiten entgegen, trostlos und ohne real existierende Lichtgestalten? Weil wir keine mehr brauchen? Wird es demnach nicht mal mehr männliche Helden geben? 😉 Sind es etwa gar die traumatischen Nachwirkungen und Auferstehungen unrühmlicher deutscher Geschichte, die uns unsere Helden schleichend zum Unwort stempeln und sie für alle Zeiten sterben lassen, noch bevor sie geboren sind? Hat es HeldINNEN, die k e i n e Mannweiber und brustamputierten Amazonen sind, nie gegeben? Und werden die Helden der Gegenwart und Zukunft etwa um Himmels willen nur noch in bunten und peinlichen Medienförm(at)chen gebacken werden, kurzatmig, mit einer Halbwertszeit und einem Wertelevel, dass sich einem die Nackenhaare gar nicht mehr niederlegen? Fragen über Fragen.

Vielleicht tun wir uns ja so schwer damit, weil die Helden von heute nicht mehr so einfach wie zu Odysseus‘, Jung-Siegfrieds oder Ilja Muromezs Zeiten an Schild und Schwert oder womit auch immer bis an die Zähne bewaffnet, hauend, stechend und schießend, auszumachen sind. Und selbst solches wäre kein sicheres Zeichen. Oder sollte denn wer in dem etwas verquer geratenen Spross eines bekannten Königshauses, dem jüngst der Krieg wie eine Badekur bekam, einen Helden sehen wollen?
Ilja Muromez und noch zwei Helden (W.Wasnezow)
Der alte Medienfuzzi Fritz Pleitgen, zwar nicht unbedingt einer meiner Lieblingszeitgenossen, hat 2005 für DeutschlandRadio einen sympathisch nachdenkenswerten Beitrag geliefert über die Helden von heute. Man mag nicht alles davon unterschreiben müssen – gelesen haben wollen sollte man ihn vielleicht schon: „Wer sind die Helden von heute?… Es sind die von immer.“

Sind wir Helden?Also falls m i c h einer fragte, könnt ich ihm erzählen, dass ich ständig Scharen von Helden – und -innen! – begegne. Allerdings kaum welchen des per Definition spektakulären Typus, weniger dem Abenteurer und dem Helden des Tages. Nö, eher denen des schnöden Alltags, für die das Leben selber Abenteuer genug ist, oft genug unfreiwillig. Solchen, die nicht bei jeder Gelegenheit groß das Maul aufreißen, aber auch nicht die Klappe halten, wenns not tut. Die jeden Morgen, wenn sie aufstehen, ihr eigenes und auch gleich noch das Leben einer Handvoll anderer beherzt beim Schopfe packen müssen, die schwächer sind als sie. Die auch mal – Augen zu und durch! – gegen den Strom schwimmen. Und bei alldem nicht das geringste Aufhebens drum machen. Schon man selbst zu bleiben kostet heutzutage nicht grad wenig Mut, oder? Und würdest du ihnen ihr Heldentum unter die Nase reiben, lachten sie dich aus – oder fingen an zu heulen…

Meinungen? Vorschläge, wen wir unseren Kindern – außer uns selber, hoff ich mal – ab jetzt als reale Vorbilder und Ausbünde hehren Tuns vorzusetzen haben? Wie wir ihnen „Held“ erklären?

Igitt, bin ich jetzt etwa die moralisierende Klugscheiß-Tante mit dem erhobenen Zeigefinger? Die der gelangweilt gähnende Leser augenrollend von einem Fettnapf in den andern und durch den Schnee von gestern tappen sieht? Ha, letzterer ist das Stichwort! Oder ist es doch der Schnee von heute? Warum nicht alles etwas unangestrengter sehen, statt sich weiter sinnlos abzustrampeln? Schließlich haben schon ganz andere Leute ihr eigenes Fahrrad erfunden.

In diesem Sinne: lasst Blumen Ringelnätze sprechen!

Held Müller Neukölln

Wir haben zu großen Respekt vor dem,
Was menschlich über uns himmelt.
Wir sind zu feig oder sind zu bequem,
Zu schauen, was unter uns wimmelt.

Wir trauen zu wenig dem Nebenuns.
Wir träumen zu wenig im Wachen.
Und könnten so leicht das Leben uns
Einander leichter machen.

Wir dürften viel egoistischer sein
Aus tierisch frommem Gemüte. –
In dem pompösesten Leichenstein
Liegt soviel dauernde Güte.

Ich habe nicht die geringste Lust,
Dies Thema weiter zu breiten.
Wir tragen alle in unsrer Brust
Lösung und Schwierigkeiten.

(Joachim Ringelnatz: Wie machen wir uns gegenseitig das Leben leichter?)

*

P.S. Tja, eigentlich sollte der Eintrag hier einer zum – inzwischen etwas in Ungnade gefallenen und vor allem (bis nächstes Jahr) längst Schnee von gestern gewordenen – Internationalen Frauentag werden. (Jajaah, regt euch ab, ich find ihn immer noch passender als Muttertag, auch wenn ich höchstpersönlich weder auf den einen noch auf den andern angewiesen bin. Und komme mir jetzt bloß keiner mit dem angeblich nur für die Weibsbilder inszenierten Valentinstach! 😉 ) Gewidmet gedacht war er – womit nochmal ein kleiner Haken zum natürlichen Element des Eingangshelden geschlagen sei – einer echten Frau u n d Abenteurerin u n d HeldIN, von Beruf Himmelsstürmerin. Leider hab ich mich in der allgemeinen Krise des Heldentums hoffnungslos verfranst. Wegen einem doofen Wiki-Eintrag! Memo an mich selbst: Himmel_stürmen bei nächster Gelegenheit.


(Oder lieber nochmal mit besserer Sound-Qualität? Okay, dann HERO lang). 😉

Bilder: Julia(-Emma): Susanne Bormann; Heldentasse: Ossiladen; Die drei Bogatyry von Wiktor Wasnezow via Wiki; Wir sind Helden: via WDR Rockpalast; Held Müller: Neuköllner Oper.
Video: David Bowie: Heroes – via youtube

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Still alive – und wie!

Februar 3, 2008 um 3:10 pm | Veröffentlicht in Hexengeschichten, Hexentanz, Märchenhexe, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Poetisches, So Momente halt..., Spinnweben | 4 Kommentare
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Oder: (K)ein Märchen vom Großwerden

BarfußhexreläxAm Abend mancher Tage schleicht sich so eine kleine Wehmut in die Gedanken. Und gemeinerweise hilft nicht mal, dass es Freudentage sind. Wie der Geburtstag des Hexensohnes vor drei Tagen. Da beugt sich der Lulatsch beim Beglückwünscht-Werden zu Mama herunter, nimmt sie liebevoll und ein bisschen gönnerhaft, wie’s die Gören halt heutzutage tun, in die Arme, und plötzlich weißt du: das geliebte und behütete Kind, zu Hexens Stolz mit all seinen Macken und Fehlern doch recht wohlgeraten, ist ein Mann geworden. Der sich in den Kopf gesetzt hat, zunehmend und mit Sicherheit auf sich selbst aufpassen zu können. Und auch wenn dus noch nicht so recht glauben magst, musst du wohl langsam zugeben, dass er Recht hat. 😉 Dabei hast du ihm doch grad erst noch die Rotznase geputzt, die Tränen seines kindlichen Weltschmerzes getrocknet und das aufgeschlagene Knie zugepflastert. Oder?

Am Abend solcher Tage ertappst du dich beim Kramen in Erinnerungen an die Glücksmomente und Katastrophen des Kinder-Großziehns und staunst, wo die Zeit geblieben ist. Fragst dich: werd ich jetzt alt? Quittierst in deinem erwachenden Altersstarrsinn die aufgefischte Suchanfrage eines forschen(den) Surfers nach „Hexen, die noch leben„, neben spontanem Grinsen mit einem energischen Kopfnicken: Na klar, na hier! Und wie! Und rettest zu guter Letzt auch noch eine irgendwann geschriebene Geschichte vom Selber-Kindsein aus den verwobenen Maschen des Internet in deinen aktuellen Blog, bevor die ganz und gar im www versinkt.
[Bei denen, die sie schon kennen, hoffe ich mal auf Vergebung für eventuelle Langeweile von wegen der Zweitverwendung. Denn erzählen werde ich sie nun trotzdem – tja, der verflixte Altersstarrsinn meine spätkindliche Trotzphase meine Märchentantenmentalität – ach, ihr wisst schon… 😉 ]

Es war einmal…
…und die Hexe war eine Fee

Glückliche Kindheit…Meine Kindheit verbrachte ich im Hause meiner Großeltern. Die Eltern hatten einen harten Arbeitstag und Großmutter erzog uns, mich und meine Schwester, in bester Absicht mit Strenge. Ja, auch Schläge gab es, Maßregelungen und viel Arbeit in Haus und Garten. Schließlich sollte wenigstens aus den Kindern der jüngsten Tochter etwas Ordentliches werden, wenn schon die älteste Enkelin kein Aushängeschild für die Familie geworden war.

Doch unser Kleinmädchensein trug einen Namen, warm und zärtlich wie eine Umarmung…

SIE war schon immer da, solange ich denken kann. Und schon immer alt. In der Mansarde unter dem Dach lebte sie – allein. Groß und hager, stark wie ein Kerl und sanft zu uns Kindern. Ihre Familie, den Mann, Sohn und Tochter hatte sie an den letzten Krieg verloren. Ein Bruder lebte weit weg, hinter einer Grenze, die eine Mauer war und die Entfernung nebensächlich werden ließ. Doch hatte ihr Schicksal sie nicht bitter gemacht. Sie war mit ihm und sich selbst im reinen, trug eine stille und natürlichen Würde in sich. Alle nannten sie nur die Marie.

Die MarieWir waren gern bei ihr oben, in ihrer heimeligen und geheimnisvollen Kammer, wo ein großer Regulator die Viertelstunden schlug, winters Bratäpfel hinter der eisernen Klappe im Kachelofen sangen und sommers Kräuterbündel unter dem Dachbalken trockneten.

Großmutter mochte es nicht, wenn wir sie besuchten. Als sie sah, dass Verbote nicht halfen, nannte sie sie manchmal eine Hexe, die mit ihren Kräutern und mit Sprüchen aus einem Buch Flüche und anderes Unheil über die Nachbarn bringe. Heute glaube ich, dass ihr vor allem die ungebändigte Freiheit, die wir bei Marie genossen, ein Dorn im Auge war. Es gab keine Tabus, kein „Das darfst du nicht!“ für uns – und dafür liebten und verehrten wir sie.

Wir räumten ihr das Geschirr aus dem Schrank, deckten damit festliche Tafeln und kochten für unsichtbare Gäste imaginäre Gerichte. Marie musste sie dann ‚essen‘ und sagen, wie gut es ihr schmeckte. Wir stritten uns darum, wer zuerst den kleinen Schubkasten aus dem großen, samtbezogenen Tisch ziehen durfte, in dem die Bilder ihres Lebens lagen. Alte, vergilbte Fotos ihrer Jugend, ihrer Lieben und ihrer wenigen kurzen Reisen, zu denen wir unzählige und immer wieder dieselben Fragen fragten, die sie mit unendlicher Geduld jedes Mal aufs neue beantwortete.

Doré: Rotkäppchen & WolfSie erzählte uns selbst erdachte Geschichten, denen wir andächtig und gebannt lauschten, in die wir uns als unerschrockene Helden hineinträumten. Und bevor wir Grimms Märchen selbst lasen, kannten wir dort oben unter dem Dach das Schicksal von Brüderchen und Schwesterchen, wussten um Rotkäppchens verhängnisvolle Begegnung mit dem Wolf und atmeten erleichtert auf, als Schneewittchen wieder erwachte. Wir lösten Marie das schüttere, graue Haar, das mit Nadeln zu einem Knoten gesteckt war, kämmten sie stundenlang, und aus den dünnen Flechten wurde der wunderschöne Rapunzelzopf oder Dornröschens blonde Lockenpracht, bevor wir sie mit Topfdeckelschild und Schürhakenschwert aus dem Turm retteten.

Marie lehrte uns den Wald lieben und nahm uns die Furcht vor dem finsteren Märchentatort. Wir sammelten mit ihr die harzig-roten Kiefernknorren, die die Forstarbeiter liegen gelassen hatten, und sie spaltete sie auf dem Hackklotz zu Hause in winzige Kienspäne zum Feueranfachen. Sie zeigte uns Pilze und Wiesenpflanzen, von deren heilender Wirkung sie wusste – und wozu sie sonst noch gut waren. Sie legte vorsichtig ihre Hand in einen Ameisenhaufen und erklärte uns in die ängstlichen Gesichter, dass die Bisse der Tierchen gegen Gicht helfen.

BachfüßelnWenn beim Heidelbeerensammeln der Eimer nicht voll werden wollte und wir die Lust verloren, sang sie mit uns. Viele dieser Lieder kenne ich noch heute. Im Winter stapften wir mit ihr über verschneite Lichtungen, im Sommer durch den tiefen Heidesand. Oder wir schlitterten und glitschten barfüßig tastend über die Kiesel am Bach. „Fühlt die Erde atmen“, beschwor sie uns so manches Mal flüsternd.

Als wir älter wurden, kamen wir kaum noch zu Marie. Wir teilten unsere neuen Geheimnisse mit Freundinnen und trafen uns mit Jungs, gingen tanzen und ins Kino. Sie nahm es ruhig hin – die Küken wurden flügge. Aber sie war immer noch da, half uns, heimlich den Saum der Röcke kürzer zu machen, tröstete bei Liebeskummer und handelte bei unseren Eltern die Zeit des Heimkommens von der Disco nach oben.

Als ich zum Studium in eine ferne Stadt ging und nur noch selten nach Haus kam, vergaß ich Marie immer mehr. Doch jedesmal, wenn ich wieder daheim war, klopfte ich an ihrer Tür, um nach ihr zu sehen und ihr das Neueste zu erzählen.

Sie starb im zweiten Jahr nach meinem Auszug von zu Hause. Still und sanft, wie sie gelebt hatte – und allein. Dass ich es erst bei meinem nächsten Besuch nach Wochen erfuhr, habe ich meiner Familie lange nicht verziehen.

An Tagen wie heute denk ich manchmal an Marie.

Sie gehört zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen. Und sie war einer der wunderbarsten und prägenden Menschen in meinem Leben.

Hexentanz

Bilder: Gustave Doré: Little Red Riding-Hood; Bormann Verlag: Cover zu Ben Furman: Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben (Ausschnitt); der Rest hofft auf freundliche creative commons-Lizenz – eventuelle Urheber bei Bedarf bitte melden.

…und bessert euch drauflos!

Dezember 31, 2007 um 4:10 am | Veröffentlicht in 2008, BlogMist, Drumherum und anderswo, Fest-Platte, Hexenblabla, Hexenkräuter, Hexentanz, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Poetisches | 8 Kommentare
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Von klugen Sprüchen und guten Vorsätzen

Wird’s besser? Wird’s schlimmer? – fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich: Leben ist immer
lebensgefährlich!
(Erich Kästner)

Blogger-Prosit durchs www!Schon wieder Neujahr? Dabei hätte das alte noch für Monate gereicht.
Tschulljung, aber was soll man angesichts der allerwärts sprudelnd überschwappenden Selbstläuterungsprojekte zum neuen Jahr anderes tun als Herrn Volksmund bemühen und kalauern?

Und überhaupt, wäre nicht dieser Neustart alle Jahre wieder erfunden worden, machten auch nicht Hinz und Kunz und Katz‘ alle Jahre wieder sich einen solchen vor. – Sagte nicht erst neulich jemand sehr weise: „Hey, ist doch nur Silvester“? 😉 Hm, also bei mir stimmts. Außer einem neuen Terminkalender aufm Schreibtisch (in dem schon wieder was drin steht) gehts nach der Feiertagsbesinnlichkeit in vollem Galopp weiter, nix mit alles auf Anfang und so.

Aber was wird diesem Neujahrstag nicht alles an Vorsätzlichkeiten in geballter Ladung aufgebürdet: weniger rauchen, weniger saufen, weniger fremdgehen, weniger streiten, weniger Trägheit, weniger zunehmen, mehr abnehmen, mehr Sport treiben, mehr Zeit haben, mehr sparen, mehr lesen, mehr Kultur, mehr Liebe [bitte die Liste beliebig fortsetzen] und wie die heimlichen und unheimlichen Defizite alle heißen – ab 1. Januar wird aufgearbeitet. Wenns geht, gleich alle auf einmal.

Gutmensch und SchweinehundAch ja? Wie lange hielten gleich nochmal im Vorjahr und im Vorvorjahr und dem davor auch die hehren und anstrengenden Pläne vor, und wie emsig sägte der innere Schweinehund vom ersten Tag an daran rum?

„Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert…“, wissen wir spätestens seit George Bernard Shaw. Dabei will ich ja um des Himmels Willen keinem ausreden, sich zu bessern – im Gegentum, das tut uns allen gut. Aber ein bisschen glashelle Lebensnähe und Realitätssinn schon auch. Hey, und ein Mychen Spontanität vielleicht? Man muss sich ja nicht immer gleich überfordern. Und vor allem nicht an einem einzigen Tag so unter Druck setzen und die Welt der schlechten Gewohnheiten aus den Angeln heben, nä. Das Jahr hat 365 Tage! Ha, und das, was jetzt kommt, sogar wieder mal einen mehr, 2008 ist Schaltjahr. Das sollte uns doch ermutigen zum Plänemachen, oder?

Und gegen k(l)einen Mut und den Weg zur Hölle gibts jetzt noch einen Löffel gute Medizin nach bewährter und hülfreicher Rezeptur meines geliebten Herrn Hausapothekers; der weiß nämlich, wie’s geht, respektive – wie nicht. Keine Angst – schmeckt süß und tut gar nicht weh! 😉

Spruch für die Silvesternacht

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

(Erich Kästner. Aus: Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke)

elke-hexe-form-we2.gifSo, und nun kommt alle gut ins Neue Jahr, ihr Lieben! In dem dann viel Indian Spirit (ihr wisst schon, das In-sich-Ruhn 😉 ):
Wishes of Happiness, Love and Prosperity
für uns alle.

Eure engelsgleiche Hex‘

Wir treffen uns drüben..

Bilder: Der Engel und der ‚Schweinehund‘ – von http://www.stereopoly.de/. Die andern: G.e.k.l.a.u.t… öhm, creative commons-Lizenz. Diese bezieht sich (nach einem Kommentar-Hinweis und zusätzlich zur aufgeführten Quelle) auch auf die verwendeten Zitate.

Licht an, Licht aus oder was?

Dezember 8, 2007 um 7:45 pm | Veröffentlicht in 2007, Alles platti, Hexen-Gedanken, Hexentanz, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Politisches, Uncategorized | 3 Kommentare
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Licht an, Licht aus?Ich hatte mich schon gewundert, warum heut plötzlich die Zugriffe auf meinen schon etwas angestaubten „Licht-aus!“-Blog in für meine Verhältnisse schwindelerregende Höhen schießen. Vorher taten sie das nur gelegentlich exzessiv – bevorzugt nachts – wegen eines leicht anzüglichen Comic-Bildchens sexuellen Inhalts, das dort leihweise Verwendung fand.

Die stromlose Erleuchtung fiel mir wie ein Betrunkener im Dunkeln vor die Füße: Ich bin Hellseherin, Vordenkerin!! – was auch immer. Meine private und einsame Initiative zum Energiesparen zielte seinerzeit zwar eher gegen Strompreiswucherer sowie auf die Verbesserung der zwischenmenschlichen Kontakte und gute Nachbarschaft. Und sämtliche erhellenden Gedanken dazu waren fern von eventuellen Folgen für länderumspannende Stromnetze – lassen sie die Leut‘ doch problemlos auch dezentral für einen guten Zweck enger aneinander rücken. 😉 Ich will Sex!Doch die Idee dahinter ist, wie man sieht, auch auf die den Menschen, Zwischenmenschen und Nachbarn verbindende Sorge um unsere Umwelt transformierbar.

Was die heutige 5-Minuten-Licht-aus-Aktion angeht, bin ich allerdings etwas verwirrt. Und nicht nur ich, dem Frederic zum Bleistift geht es ähnlich. Denn augenscheinlich gibt’s zum Plan auch einen Gegenplan… und Rufer in der Wüste Warner und Spötter und so. Und mit dem eigenen Halbwissen über zu erwartende Effekte – über das anderer maßt man sich ja kein Urteil an – weiß unsereins nicht so recht, was tun, und neigt dann vielleicht doch mehr zum… Vermeiden und Abwarten?

Samanta hingegen weiß ganz genau, was sie will, egal, obs dunkel oder hell ist:

Was Samanta will
Jawollja, es lebe die Energie des Zwischenmenschlichen! 😉

Bild: (sicherheitshalber) Creative commons

Von gläsernen Menschen, dem Hausapotheker Erich Kästner und Lost Boys, die erwachsen werden

November 19, 2007 um 3:30 am | Veröffentlicht in Alles platti, Berlin, Drumherum und anderswo, Hexentanz, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Poetisches, Real-Politisches | 2 Kommentare

buchstabe-v.giforigen Sonntag hab ich mich nun auch nach Karlsruhe aufgemacht, naja, jedenfalls den Herrn Anwalt schon mal für mich losgeschickt, Verfassungstreue einzuklagen.

Seit letzter Woche sind es übrigens über 13. 000. 13. 000 und eine Hexe gegen den Staat. Und gegen die Rechtskraft des Gesetzes vom Gläsernen Menschen zur Vorratsdatenspeicherung. Womit sich die Zahl der von Herrn Starostik vertretenen Mandanten seit besagtem Schwarzen Freitag des deutschen Parlamentarismus vorerst mehr als verdoppelt hat. Und die Möglichkeit, hier ein Gleiches zu tun und ihn mit einem weiteren Mandat zu betrauen, wurde als verfrühtes Weihnachtsgeschenk jetzt bis zum 24. Dezember verlängert. Falls noch jemand von denen, die demnächst im Glashaus sitzen sollen, mit Steinen werfen sich dagegen wehren will.

Ich bin ja von Natur aus eigentlich kein Klageweib, und mein Gewissen ist sowas von glasklar und rein. Dochdoch, ich habe NICHTS zu verbergen, bin sozusagen ein offenes Buch. Aber wen ich da drin rumschmökern lass‘, möcht‘ – bittschön! – meine Sache sein. Und geht gar niemand Anderen nicht nix an, auch den Staat nicht. Wollt ich nur mal gesagt haben. Und dafür sollte man die Rotroben dann schon mal bemühen, finde ich…

Ja, und inzwischen hab ich mich sogar einigermaßen von der verbalen Entgleisung eines Herrn Schäuble erholt, der unser Innenminister genannt sein will. Und mit seiner diesem Posten durchaus abträglichen Äußerung: „Wir hatten den ‚größten Feldherrn aller Zeiten‘, den GröFaZ, und jetzt kommt die größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten“ dokumentierte, dass er wohl in nicht eine einzige ihm von uns demokratisch veranlagten Bundesbürgern übersandten GG-Broschüren auch nur einen Blick geworfen hat.

***

NebelelfenDann kann ich ja jetzt meiner sensiblen und harmoniebedürftigen Seele was Gutes tun und endlich mal meinen Blog ein wenig herbstlich melancholisch tapezieren. Und zwar bevor der Schnee, der anderwärts bereits die Skipisten bevölkert, womöglich auch hier endgültig Winter beschließt. Dazu eine wetterangepasste Freizeitempfehlung zum Umgang mit demselben in noch flüssiger Form:

regentropfen-form.jpg
Nasser November

Ziehen Sie die ältesten Schuhe an,
die in Ihrem Schrank vergessen stehn!
Denn Sie sollten wirklich dann und wann
auch bei Regen durch die Straßen gehn.

Sicher werden Sie ein bißchen frieren,
und die Straßen werden trostlos sein.
Aber trotzdem: gehn Sie nur spazieren!
Und, wenn’s irgend möglich ist, allein.

Müde fällt der Regen durch die Äste.
Und das Pflaster glänzt wie blauer Stahl.
Und der Regen rupft die Blätterreste.
Und die Bäume werden alt und kahl.

Abends tropfen hunderttausend Lichter
zischend auf den glitschigen Asphalt.
Und die Pfützen haben fast Gesichter.
Und die Regenschirme sind ein Wald.

Ist es nicht, als stiegen Sie durch Träume?
Und Sie gehn doch nur durch eine Stadt!
Und der Herbst rennt torkelnd gegen Bäume.
Und im Wipfel schwankt das letzte Blatt.

Geben Sie ja auf die Autos acht,
Gehn Sie bitte, falls Sie friert, nach Haus!
Sonst wird noch ein Schnupfen heimgebracht.
Und, – ziehn Sie sofort die Schuhe aus!

Die Kästnerianer unter uns haben es bestimmt gleich erkannt – Novembernebeles ist ein ‚Rezept‘ aus „Doktor Erich Kästners Lyrische[r] Hausapotheke“,
die erstmals 1936 (in der Schweiz) eröffnete. Und in deren Gebrauchsanweisung der Doktor K. höchstselbst erklärt: „Der vorliegende Band ist der Therapie des Privatlebens gewidmet. Er richtet sich, zumeist in homöopathischer Dosierung, gegen die großen und kleinen Schwierigkeiten der Existenz.“ Die Kästnerschen Hausmittelchen für einschlägige akute Leiden – bereitet und gewürzt mit Humor, Ironie und einer Prise Melancholie – helfen nicht nur, „wenn es Herbst geworden ist“, sondern zet Be auch, Wenn Die Besserwisser Ausgeredet Haben, Wenn Die Ehe Kaputtgeht, Wenn Vom Fortschritt die Rede war, Wenn Man An Gefühlsanämie Leidet oder Wenn Man Wenig Geld Hat…

Bei Kästner-Insidern sind die meisten Rezepturen zur „Behandlung des durchschnittlichen Innenlebens“, wie die „Sachliche Romanze“, der „Monolog mit verteilten Rollen“ oder die „Gedanken beim Überfahrenwerden“, wohlbekannt und werden immer wieder mit inniger Freude eingenommen. Mir ist das dtv-Bändchen jüngstens für ein paar Cent beim Schnäppchenstöbern in die Tasche gewandert, im Auflösungsverkauf eines betrauerten Bücherstübchens um die Ecke.

Weitere Beute daselbst (für einen kleinen roten Schein und wenige Klimperlinge): „Sämtliche Fabeln der Antike“ in einer Anaconda-Lizenzausgabe (Erstausgabe: Berlin und Weimar: Aufbauverlag 1978), Schopenhauers geheimes Hauptwerk, die „Aphorismen zur Lebensweisheit“ (Anaconda 2007, nach der Ausgabe Leipzig: Insel 1941), sechsundzwanzig „Unheimliche Erzählungen“ von Nathaniel Hawthorne, dem Zeitgenossen und Intimus des Vaters von „Moby-Dick“ sowie ein Audiobüchelchen („Lokal-Termin“) mit einer Autorenlesung des unvergessenen Robert Gernhardt. Im Covertext dazu:

„Teure Freundin,
seit jenem unvergesslichen Vormittag, da ich an Ihrer Seite durch die in der Berliner Nationalgalerie aufgebaute Ausstellung ‚Kunst wird Material‘ gehen durfte, bin ich Ihnen noch eine Antwort schuldig, die Antwort auf die Frage, die Sie angesichts einesObjekts von Joseph Beuys stellten – es handelte sich um einen Glaskasten mit vier luftgetrockneten Blutwürsten -: ‚Was soll denn der Scheiß?'“ –

Es geht um die Frage aller Fragen: Was ist Kunst? In der griechisch-altdeutsch geschmückten Taverne Wachtelstubb in Frankfurt-Bockenheim findet Norbert Gamsbart alias Robert Gernhardt letztgültige Antworten.

Ha, wenn das nicht günstig geramscht ist!

***

Zum Schluss für heute bleibt eine Frage übrig:Barrie and the lost boys
Er kann fliegen!
What if Peter Pan grew up?


Nö, ich werde sie nicht beantworten. Denn ich hoffe doch, dass alle diejenigen, die anfangen, das Kind in sich zu vergessen, das Fliegen verlernt haben und nicht (mehr) an Elfen glauben, die Lösung im preisbekränzten Spielbergschen Wochenendfilm „Hook“ gefunden haben. Wer wird denn die lehrreichen Abenteuer des erwachsen gewordenen Helden von J. M. Barrie verpassen? Wo doch, sollte er sie schleunigst nachholen, –
rät dringend
die Hex‘. 😉

Bild: J. M. Barrie-Website

Weitere Bilder und die verwendeten Zitate (deren Urheberschaft ausdrücklich gewahrt wird): Creative commons-Lizenz.

Rennpappe die Zweite. Heute: Trabi-Online-Klau

November 7, 2007 um 11:05 pm | Veröffentlicht in 2007, BlogMist, Drumherum und anderswo, Fest-Platte, Hexentanz, Real-Politisches, Uncategorized | 9 Kommentare

…und dann noch der 90. Geburtstag einer älteren Dame

buchstabe-w-g.gifenn du morgens noch im Halbschlaf deinen Computer anwirfst,
wenn du in der Zeit, die er zum Hochfahren braucht, in die Küche tappst,
wenn du dort erst mal ’nen Wachmacher durch die Kaffeemaschine jagst,
wenn du – immer noch dösend – mit dem Kaffeepott in der Hand barfuß zurück zum Monitor wankst,
wenn du nur noch mal schnell deine Emails checken willst,
wenn du weißt, dass es Zeit wird, sich warm angezogen und beschuht in die Tageshatz und den Berufsverkehr zu stürzen,
wenn du dann auf der Startseite im Aktuellen die Überschrift (okay, die halbe) und Sätze deiner eigenen einst geposteten Trabi-Laudatio liest,

dann fragst du dich doch:

Trabi-Online-KlauTräum ich noch?
Klaut da wer?
Dürfen die das?

So geschehen heute morgen – mir.

Ich hab (soviel Zeit muss sein!) zwecks Beweissicherung extra einen Screenshot gemacht – auch wenn ich erstmal suchen musste, wie das geht. 😉

Meine Version war die hier. Und wohooow, heute zum echten trabantenen Geburtstag kamen vielevieleviele Trabifreunde gucken. Danke.

***

Dass der Trabant am 7. November 1957, zum 40. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, das Licht dieser Welt erblickte, war übrigens damals kein Zufall, sondern mit voller Absicht von entscheidungstragendem Platze so hingedreht. Dieselbe hat somit heute per Addition und nach Adam Ries ihr 90. Jubiläum. Nur, damit es keiner vergisst und für den Fall, dass es jemand begehen, begießen oder gebührend würdigen mag.
Хитрый какой!Revolutionäre Matrjoschki

Bilder: Creative Commons.

Himmelhoch fluchend – zu Tode gejauchzt

Oktober 9, 2007 um 12:01 am | Veröffentlicht in Alles platti, BlogMist, Drumherum und anderswo, Hexentanz, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Spielwiese, Zuhaus-Hexe | 6 Kommentare

Nicht fluchen, nur beißen!Na gut, ganz so wild ist es nun auch wieder nicht. Aber uns‘ hochverehrter Herr Geheimrat mit seinem Wortgeflügel wird halt gerne genommen – auch leicht geschüttelt. – Nicht gerührt!

Gerührt war ich nämlich ganz und gar nicht, als ich gerade feststellen musste, dass meine verlinkten Plenzdorfschen Paul-und-Paula-Filmschnipsel und die dazugehörigen Puhdys-Songs aus YouTube entschwunden (worden) sind. Womit das relevante Hexengeschreibsel nur noch halb soviel wert ist. Grrrrrrr… und da soll man nicht fluchen und in die Tastatur beißen? Also wirklich, Copyright hin oder her – es waren doch tatsächlich nur Schnipsel, höchstens zum Anfüttern und Neugierigmachen gut. Pfffff…! Selber schuld! ’ne billigere Werbung kriegen die nie wieder. Das verstehe, wer will. Dabei youtubte das Zeux dort ewige Zeiten friedlich und freundlich vor sich hin. Hmmm… werden wohl ein paar Plenzdorf-Erben ihre Advokaten von der Kette gelassen haben.

Locations of visitors to this pageAuf der Suche nach was Tröstlichem brachten mich schließlich ein paar rote Sommersprossen auf meinem Erbsenzähler der Weltkarte zum Lächeln – meine Visitor locations. Nicht, dass man nun grad ein trafficgeiler WordPresser wäre – so ein Nischenblöggele wie das von der Hex‘ ist klein, fein und mein 😉 . Aber freuen tut’s eine dann doch und sooo unspannend ist es ja auch nicht, aus welcher Herren Länder die Leute so in’n Plattenbau zu Besuch kommen.

Hach, und für die paar Tage Internetz-Visite schaut es doch schon mal ganz nett aus, nä. Nur seltsam, dass ausgerechnet die russischen Weiten auf der Landkarte so ein… öhm, schwarzes Loch?… weißer Fleck?, tja was auch immer sind. Zähln die die Erbsen etwa nich mit? Weil: selber treibt man sich eigentlich zur Genüge auf deren Seiten rum…

russische KircheHexi kurvt, äh surft

Knast for fun – all inclusive

August 5, 2007 um 2:45 am | Veröffentlicht in BlogMist, Drumherum und anderswo, Hexen-Unfug, Hexentanz, Kultur, MarktLückenbauten, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Uncategorized | 3 Kommentare

Urlaub par excellence decadence

Glaube mir, liebes Kind:
Wenn man einmal in Sansibar
Und in Tirol und im Gefängnis und in Kalkutta war,
Dann merkt man erst, daß man nicht weiß, wie sonderbar
Die Menschen sind.
(Joachim Ringelnatz)

Fernweh…Auch wenn der Sommer sich nicht so recht entscheiden mag, ob er nun einer ist, kann man es selbst als unverdrossener Weiterwerktätige/r einfach nicht nicht merken: es ist Urlaubszeit.

Ich bin reif für die Insel…Die Kollegen lassen dich mit deiner – und ihrer – Arbeit alleine. Das Überstundenkonto wächst und die Sekretärin tapeziert in fernwehen Anfällen von Masochismus ihre Pinnwand mit bunten Ansichtskarten von Südseeinseln und Nordlandfjorden, die die Abwesenden auf der Rückseite mit schadenfrohen Dreizeilern verziert haben. Das alljährliche große Reisen ist ausgebrochen…

Und was machen die Alles-schon-gesehen-Haber? Die Ohne-den-Kick-nicht regenerieren-Könner? Die Luxus-Überdrusser und Mainstream-Vermeider? Hey, wo leben wir denn! Keine Marktlücke, für die sich nicht noch ein Lückenbüßer fände.

Foto: Langholmen
130 - all inclusiveWie wärs denn in dem Falle dieses Jahr mal mit einem Urlaub im Knast – öh, also gänzlich freiwillig, versteht sich. Zelle 130 – all inclusive: Verhaftung, Gerichtsverhandlung, Anstaltskleidung und Henkersmahlzeit. Wem das noch nicht reicht, der kann auch noch einen Ausbruch buchen. Knasthotels sind groß im Kommen. In den meisten saßen vor wenigen Jahren sogar noch echte Knastbrüder und -schwestern ein. Das ist doch das Flair, das wir wollen: Urlaub hinter Gittern!

Besonders empfehlenswert finde ich das Angebot ja für Sozialpädagogen, Hauptschullehrer und Familienhelfer. Das da noch keiner drauf gekommen ist – die könnten dafür womöglich praktischerweise sogar Bildungsurlaub beantragen. Oder für renitente High-Society-Sprösslinge à la P. Hilton, als Training quasi. Oder als Akklimatisierung für entlassene Insassen des BB-Containers. Knast for fun – es leben die Geschäftemacher ohne Grenzen! Und vielleicht kann man durch eine gut gestylte PR dann auch gleich Signale für die echten Kriminellen setzen: die stellen sich nach dem Bruch in der Tanke , dem Autoklau oder Drogendeal umgehend am Gefängnistor an. – Wo andre Ferien machen, das muss doch Erholung pur sein…
Knast for fun
Foto: dpp
Wo wir grad bei einschlägigen Marktlücken sind: ich hätte da noch was Herziges für alle Urlaubsverhinderten. Teddybär goes MunichSchließlich will ich nicht schuld dran sein, dass die jetzt alle der Neid frisst. 😉 Wenn die Firma ohne euch zugrunde geht und ihr nicht selber fahren könnt, dann schickt doch euer – ähm, Kuscheltier. Nach München nämlich. Ferien für Bärli und Hasi, yeah! Als deutsche Inländer seid ihr mit euerm zerknuddelten Teddy für nicht mal schlappe hundert Euronen dabei. Plus Taschengeld selbstverständlich. Er wird es euch ewig danken. Und euch wochenlang von seinen unvergesslichen Erlebnissen erzählen, bevor ihr abends, eng aneinander gekuschelt, zusammen einschlaft… öööh, ja. Es gibt doch nix, was es nicht gibt. Und, nicht wahr, nix fehlt einem zum Glück mehr als eine erholte Plüschbestie. Wir bremsen buchen auch für (Kuschel)Tiere!

Hm, wieso muss ich grad nur dauernd an Steven King denken?
Foto: http://teddy-in-munich.com/index.html

Was ich schon immer wissen wollte…

Juli 1, 2007 um 11:11 pm | Veröffentlicht in Hexentanz, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Spielwiese, Unnützes Wissen | 4 Kommentare

Which 1950’s PIN-UP Girl are you?

Endlich die Antwort: Ich bin Mae West! – …

äh, also wäre gewesen. Besagt jedenfalls das Ergebnis des himmlisch sinnfreien Fragebogens.

You scored as Mae West,

MaeWest
 
63%
BettyPage
 
38%
JayneMansfield
 
38%
MariylnMonroe
 
38%
AudreyHepburn
 
31%
BettyGrable
 
25%

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Nicht, dass man jemals sowas angestrebt hätte. Aber es hätte ja auch schlimmer ausgehn können – immerhin wurde mehrfach bohrend nach dem Erblondungsgrad gefragt. Und die Schublade kennt man ja! Dann doch lieber Femme fatale mit Intelligenz, Witz und Vielseitigkeitsnachweis. Und Knasterfahrung. – Tsss, who the f… is Paris Hilton!? *g*

„I’m no model lady. A model’s just an imitation of the real thing.“

“Come up and see me sometime.”
Foto: http://bombshells.com/gallery/

Meine Güte! Muss ich viel Zeit haben! 😉

Erwischt! Wie konnte das passieren?

Juni 14, 2007 um 9:53 pm | Veröffentlicht in Alles platti, Fremd-Worte, Hexentanz, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Poetisches | Hinterlasse einen Kommentar

Kartong-Macher von der Hexe Muse geküsst

Oha, ein Gruppenbild mit Dame Hexe. Hochhaushexen-Meeting
Was für lausige Zeiten! Verflixt nochmal, nicht mal mehr auf ihrem eigenen Dach ist Alpha-Hex‘ vor Paparazzi sicher. Und wer hätte gedacht, dass der Herr Flier’s-Weltler auch einer von denen ist. Wie soll man denn da noch die Welt vor kleinen Harald Pochers bewahren, wenn die Interna unserer Krisensitzungen so öffentlich ausgeplaudert werden?

Ach ja, und eh ichs vergesse: für die fliegenden Swiffer, die versehentlich an Unbefugte ohne Flugerlaubnis ausgeliefert wurden, läuft bereits ’ne Rückrufaktion.

Yeah, als hätte ich es nicht schon immer geahnt, dass ich das Zeug zur Muse habe. 😉

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