Ein irrer Duft von frischem Heu

Juli 29, 2007 um 10:20 am | Veröffentlicht in Alles platti, Berlin, Drumherum und anderswo, Hexengeschichten, Kultur, Real-Poetisches, So Momente halt..., Zuhaus-Hexe | 4 Kommentare

Wiese vorm Hexenhaus …hangelt sich aus dem üppig sommergrünen Hofkarree an dreißig Metern Betonfassade nach oben – die Stadtgärtner haben gemäht. Es ist Zufall, dass ich gerade heute da mitten hinein stolpere; durch den Hinterausgang ist im akuten Fall eine Abkürzung. Ich liebe unseren stillen, schattigen Innenhof mit seinen rankenüberwucherten Pergolen, unter die sich hier und da ein idyllisches Rentnerbankerl duckt. Auf der großen Wiese liegen bemooste Steine und blankgesessene Baumstämme verstreut – dereinst ein Trick der Gartenarchitekten, um den Rasen vor den Fußballspielern zu retten. Die haben sie dann mit dem Bolzplatz hinter der Hecke versöhnt.

Ich kann nicht widerstehen, streife die Schuhe ab und wate durch die kühlen Grasschwaden auf dem frisch rasierten Grün. Ihr Geruch kitzelt verführerisch in der Nase. Und erinnert mich an die Sommer meiner Kindheit in Großmutters Garten…

Ohne Schuh’ durchs GrasDort durfte die Wiese wild wachsen; das Gras war so hoch und verfilzt, dass wir uns darin verstecken konnten. Mein Lieblingsplatz war unter dem knorrigen Apfelbaum, dessen Äste auf der einen Seite bis zum Boden reichten und ein Laubdach abgaben. Die hohen Halme darunter wurden im Halbrund zu einem Nest geflochten. In dem konnte ich ganze Tage lang auf dem Bauch liegen, mit einem Stapel Bücher neben mir und einem Körbchen Kirschen oder Beeren, die einem eh fast in den Mund wuchsen.

Draußen mähten die Bauern das Gras mit der Sense, man hörte das Zirpen der Grillen und nur ab und zu das Pfeifen des Wetzsteins, wenn die Mäher mit flinken, gleichmäßigen Bewegungen die Schneide schärften. Um dann bedächtigen Fußes weiterzuschreiten … Manchmal mussten wir mit hinaus zum Heuwenden: mit den großen hölzernen Rechen kehrten wir in langen Bahnen immer wieder das Unterste zu oberst und der weiche Armschwung wurde zur Routine. Und wenn ein Gewitter kam, hieß es alles in Windeseile schobern. Am schönsten war dann die Fahrt hoch oben auf dem beladenen Heuwagen – mitten in einer Wolke irren Dufts von frischem Heu…

Hach, genug geschwelgt. Und was man später noch so im Heu gemacht hat, ist schon wieder ’ne neue Geschichte. 😉

*

Der Titel ist übrigens geklaut geborgt, also entliehen sozusagen – bei Rudi Strahl, einem der beliebtesten und erfolgreichsten Theater- und Filmautoren des Ostens. Seine Komödie „Ein irrer Duft von frischem Heu“, 1975 im Maxim-Gorki-Theater uraufgeführt und permanent ausverkauft, war wohl das einzige Stück, das auch bei diversen (14) Theatern im Westen lange auf dem Spielplan stand. Sie wurde späterhin auch als Film in DDR-Starbesetzung zum Renner. Man könnte sie beinahe eine Ost-Version von „Don Camillo und Peppone“ nennen. Ei, und wer hätte das gedacht, der Film wird dieses Jahr in verschiedenen ‚Sommerkinos‘ wieder mal gezeigt.

Rudi StrahlRudi Strahl galt neben dem „Salonbolschewisten“ Peter Hacks als der Komödienautor der DDR. Seine Stücke erlebten damals über 560 Inszenierungen. Dazu kamen die Drehbücher zu mehr als 40 Kino- und Fernsehfilmen. Seine Werke waren etwas für diejenigen, die Satire und Kritik zwischen den Zeilen lesen, respektive hinter die scheinbar reinen Unterhaltungsszenen sehen konnten. Und wenn auch spät, ereilte ihn denn am Ende doch ebenfalls das Aufführungsverbot: seine Militär-Komödie „Das Blaue vom Himmel“ wurde 1985 an der (Ost-) Berliner Volksbühne kurz vor der Premiere abgesetzt und im Westen, in Osnabrück, uraufgeführt. Denn dass auf einmal die Himmlischen Heerscharen das Sagen haben, konnte man ihm wohl zu Hause nicht durchgehen lassen.

Sein Stern sank – zumindest teilweise zu Unrecht – nach der Wiedervereinigung. Er arbeitete noch für das gesamtdeutsche Fernsehen („Ein Kerl wie Samt und Seide“ 1991) und schrieb das Drehbuch für das Ostsee-Freiluftspektakel „Störtebeker“. 2001 starb er, kurz vor seinem 70. Geburtstag, in Berlin an Krebs.

Ich für meinen Teil mag auch den Dichter Rudi Strahl. Denn seine Verse atmen ach so Menschliches, feingesponnene (Selbst)Ironie und – Reale Poesie. Wie dieses hier:

Manchmal

Manchmal möchte man, auf Brücken stehend,
froh ins Wasser spucken wie als Kind;
doch weil Leute dort zu sehen sind,
schluckt man´s ´runter, mürrisch weitergehend.

Manchmal möchte man zu jemand sagen:
»O mein Engel, du – ich liebe dich!«
Doch man zögert und verkneift es sich
und spricht über kulturelle Fragen.

Manchmal möchte man vor Kummer flennen,
manchmal möchte man vor Freude schrein –
doch dann schämt man sich. Und läßt es sein.
Und besäuft sich höchstens. Und geht pennen.

Ach ja… vielleicht braucht man ja deshalb – manchmal! – diesen… irren Duft von frischem Heu…?

…und es wird noch heißer…

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Mojim Druzjam (Für meine Freunde)

Juli 8, 2007 um 1:34 am | Veröffentlicht in 2007, Berlin, Hexengeschichten, Mitmensch - unbekanntes Wesen, So Momente halt... | 3 Kommentare

Der dritte Sommer: In memoriam Viktor

Er fehltAm trüben Morgen dieses unendlich grauen Tages im Mai haben sie ihn gefunden. Gerade zwanzig geworden. Erlegen, unterlegen dem tückischen Kitzel, sein Leben aufzuspritzen. Ein einziges Mal…

*

Seitdem kriecht dieses unendliche Grau manchmal zwischen sie und macht sie still. Nicht für lange, denn sie sind jung und das Leben ist stärker als die dumpfe Traurigkeit, die nach den Tränen kam – um den Freund, der fehlt. Langsam weichen sie, die lähmende Sprachlosigkeit und der Schmerz des schleppenden Begreifens. Sie tauchen aus ihm herauf, stehen wieder am Ufer, fast wie früher…

Katja ist endlich wiedergekommen, heute, zum ersten Mal ohne ihn, der zu ihr gehörte. Als sie an der offenen Tür des Klubraums vorbei geht, verstummen sie drinnen. Nur ein zaghaftes „Hallo Katinka“ weht ihr verloren hinterher. Sie kommt auf mich zu, lehnt wortlos ihren Kopf an meine Wange. Ich bin froh darüber, auch, weil ich so den Blick ihrer großen, dunklen Augen nicht ertragen muss, die immer noch verzweifelt nach dem Warum fragen, mir das quälende Gefühl geben, versagt und etwas wichtiges nicht getan zu haben.

Jede hört den Atem und das Schlucken der anderen, das weh tut im Hals, weh tut, wie das Schweigen. Als ich sie auf meinen Schoß ziehe, ganz nah zu mir, strömen endlich die Worte hervor, herüber und hinüber, unaufhaltsam jetzt, flüsternd, hastig, schluchzend…lächelnd…in der vertrauten Muttersprache – manches geht nur so zu sagen. Über den Jungen mit der russischen Seele. Wie er war, wovon er träumte, was von ihm bleibt.
Es befreit, ist wie das Aufwachen aus einer dunklen Betäubung…

…und die schweren Wogen der Kornfelder
Bild: G. Nesvadba

Viktor – der Sturkopf, der Rebell und Poet. So stark und so verletzlich war er: ein junger Baum, entwurzelt, ungefragt in fremde Erde verpflanzt, gegen die er sich wehrte. Ebenso wie gegen die Hoffnung der Familie, im Land ihrer Vorfahren das Glück zu finden. Wie gegen die Menschen, deren Sprache er nicht verstand und bei denen er sich nicht willkommen fühlte, es bei vielen wohl auch nicht war. Erst hilflos, dann trotzig und stolz kehrte er störrisch den R u s s e n hervor, den sie in ihm sahen, forderte sie heraus, durch jede Geste, durch Flüche von slawischem Klang. Er verweigerte sich ihrem ihm so fremden Leben, zog mit seinen Gefährten durch ihre Straßen und zerschlug ihre kleine enge Welt in klirrende Scherben.

…mit den verwitterten Schnitzereien der Holzrahmen…Am schönsten waren die Tage, in denen er jeden Sommer zurück war in der altvertrauten Weite fern im Osten. In dem kleinen Dorf mit der ungepflasterten Straße, die er mit dem Rad und den Freunden entlang jagte, hinein in die stillen Wiesentäler und die schweren Wogen der Kornfelder. Zum morschen Steg am sommerträgen Fluss mit seinen grünen Buchten oder ins nahe Städtchen. Dort kannte er alles: die hingeduckten Häuser mit den verwitterten Schnitzereien der Holzrahmen …und den dünnen Ton seiner Glockeund die bunten Kopftücher der Marktfrauen am Bahnhof, an dem nur ein einziges Gleis vorbeiführt. Er liebte das Zwiebeltürmchen der kleinen weißen Kirche und den dünnen Ton seiner Glocke. Dort war er glücklich. Von dort kehrte er zurück, bis unter die Haarwurzeln angefüllt mit Melodien und Versen, die er und seine Gitarre uns hören ließen, mal schwermütig und traurig, wie die Erinnerung an die Heimat, mal voller Unruhe, Wildheit und Aufbegehren.

Doch seit kurzem waren da andere Töne und Worte, leise noch und fragend, zweifelnd und lauschend, doch immer wacher und klarer. Die Zeit drehte sich um: quälende Tage schrumpften zu dürstend suchenden Stunden, winzige Augenblicke wuchsen dem entgegen, was gelebt werden wollte.

Da gab es ein Mädchen, dem er zärtliche kleine Gedichte schrieb, das den Trotz und die Härte aus seinem Gesicht wischte und ihm von ihrem Lächeln abgab. Und da waren endlich Freunde, die ihn mochten, wie er war, die seine Träume verstanden und sein Herz tragen halfen.

Broken Guitar… seineIn diesem Sommer wollte er hier bleiben, wollte endlich anfangen, einen neuen Traum zu leben, wollte seine Leidenschaft, an schnellen Wagen zu schrauben, zum Beruf machen. Der Vertrag war schon unterschrieben. Er machte sich bereit, hier daheim zu sein. Und sein Name begann, ihm recht zu geben: Viktor – der Sieger. Auch über sich selbst… beinahe…

*

Es dämmert schon. Sie stürmen herein: „Katja…Katjuscha, v Sadik… in den Garten, komm!“ Sie fassen sie bei den Händen und ziehen sie mit sich. Viel später folge ich ihnen. Da sitzen sie, auf den Steinen am Feuer, die Saiten der Gitarre klingen leise. Es ist eines seiner Lieblingslieder, Wyssotskijs „Mojim Druzjam“. Und ich weiß, er ist dort, unter ihnen…

Und sie wissen es auch.
Sie fliegen auf - miteinander
P.S. Der Text ist schon etwas älter und auch schon einmal veröffentlicht, woanders. Doch es ist wieder ein Sommer. Der dritte…
P.P.S. Das „Mojim Druzjam“-Lied ließ sich leider nirgends auftreiben. Ich selber habe es auch nur in der vinylenen Version. Aber die vier verlinkten Songs passen zum Teil auch ganz gut. Und für Interessenten könnte ich den einen oder anderen Text auch übersetzen…

Licht aus! – Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn

Mai 18, 2007 um 8:15 pm | Veröffentlicht in 2007, Alles platti, Berlin, DieStadtreporterin, Fest-Platte, Hexengeschichten, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Politisches, Uncategorized, Zuhaus-Hexe | 4 Kommentare

oder: Eine ganz kleine Himmelfahrt-Nachlese am Brückentag

Vatertag ist ja nun vorbei und hat in meinem näheren sozialen Umfeld – soweit das schon zu übersehen ist – bis auf zugelaufene männliche Katzen keine größeren Schäden hinterlassen.

Vadders Himmel? - Aber siischer!Ich hab von vergangenen Brandenburg-Ausflügen an diesem feuchtfröhlichen Jubelfeste vor allem in Erinnerung, dass die arglose Kraftfahrerin von Bollerwagenfahrern mittels einem über die Landstraße gespannten Strick so dreieinhalbmal auf 500 Metern zum Mittrinken genötigt werden sollte. Die Pfötchen ums Lenkrad gekrallt konnte man sich letztlich mit einem Prosit und dem Argument retten, keine Hand frei zu haben. Hilfreich zum Abkürzen der Prozedur ist dabei in jedem Fall ein männlicher Beifahrer, der sich opfert – damit es nicht nach schnöder Verschmähung der Gastfreundschaft aussieht. Oder man verzichtet auf selbichte Ausflüge.

Nicht ganz perfekte Brückentage Die kann man ja dann am Brückentag nachholen, den wochendendnahe Feiertage einem freundlicherweise bescheren. Mein letzter – also der vorm 1. Mai – war allerdings etwas pannenumweht, mit kleinen Fehlern sozusagen. Ungefähr wie beim Herrn Flier’sweltler. Woher der sowas nur gewusst hat!?

Um genau zu sein, wir sprechen hier über zwei Pannen – eine der eigenen Dämlichkeit, die andere ‚höherer Gewalt‘ geschuldet. Ihre Gemeinsamkeit: 2x akuter Energiemangel. Der erste in meiner Autobatterie – weil der Hex‘ zwar ein Licht auf- aber nicht wieder ausging. Jaja, spart euch eure hämischen Spitzen – ein Anflug von Altersdemenz, ich weiß. 😉 Der andere ereilte nicht mich alleine, sondern gleich ein paar tausend Hellersdorfer Plattensiedler – aus dem Nichts und ohne Vorwarnung: ein Stromausfall über mehrere Stunden.

Ausgeknipst Da merkt man erstmal, wie hilflos man ohne und abhängig von den/m Saft aus der Steckdose ist. Nicht mal Kaffeekochen ist drin. Und man fühlt sich wie… wie in einem schwarzen Loch, ist abgeschnitten von der Welt: kein Radio, kein Fernsehen, kein PC, nix CD-Hören, nix Uhrzeit, ja sogar die Türklingel funktioniert nicht. Im ganzen Haus wird es geradezu gespenstisch still. Alle Netze auf einen Schlag zerrissen.

Halt, nicht ganz. Es klopft an der Tür und Frau P. von gegenüber fragt: „Ist bei Ihnen auch der Strom weg?“ Im Hausflur sammeln sich Grüppchen und erinnern sich auf einmal wieder an eine ungewohnte Art der Kommunikation. Von Balkon zu Balkon fliegen Flüche und Mutmaßungen über die Dauer der Stromlosigkeit. In nie gesehenen Wohnzimmern rückt man zusammen und versucht das Beste aus dem Ganzen zu machen, lernt endlich auch mal ein paar Neuzuzüge kennen. Geteiltes Leid ist doppelte Freud’… oder so.

Energie-NOTSTAND!!!Es ist wie in alten Zeiten: plötzlich merkt man wieder, dass man Nachbarn hat. Und es fühlt sich gar nicht mal so schlecht an. Was mich auf den Gedanken bringt, ob dieser Effekt nicht zu nutzen wäre – soziale Kontakte (respektive Beziehungen) aufzumöbeln, dem nachbarschaftlichen Nachwuchs beizubringen, im Fahrstuhl zu grüßen oder die Vattenfallschen Preiserhöhungen gelegentlich zu boykottieren. Die Einsparungen an der Abzocke kann man ja dann in ’ne spontane Grillparty investieren. Motto: Licht aus! Wir treffen uns bei Kerzenschein im Hof…

Yeah, es leben die Brückentage!

Wetterleuchten in Scheherezades Nächten

Mai 13, 2007 um 1:02 am | Veröffentlicht in 2007, Alles platti, Berlin, Fest-Platte, Hexengeschichten, Kultur, Real-Poetisches, Zuhaus-Hexe | 6 Kommentare

Scheherezade erzähltFreitagabend. Endlich Wochenende. Die Woche hatte es in sich, aber sowas von. Das war so eine, wo man im Termintunnelblick nichts anderes um sich herum mehr wahrnimmt und der Lichtschein am Ende des Tunnels immer wieder nur der nächste entgegenkommende Zug Auftrag ist. Und dann säuselt einem noch die Buchhaltungstusse ins Ohr, dass man mal wieder seine Überstunden abbauen sollte. Ja klaro, schönen Dank für den Tipp auch!

Ich stoße die Wohnungstür mit dem Ellenbogen ins Schloss, streife müde die Schuhe von den Füßen und tapse zur Couch. Hach, erstmal hinkuscheln, die Beine untern Hintern gezogen, Post durchsehen… selig die Ruhe genießen. Es fühlt sich an wie Katzenschnurren. Um meinen Rapunzelturm im elften Stock pfeifen ein paar Sturmböen…

Als ich aufwache, ist es stockdunkel. Draußen grummelt ein Gewitter. Es donnert pausenlos. Und ich überlege, ob ich wohl die Kabel rausziehen sollte, bin aber zu faul aufzustehn. Mein Blick gleitet träge zum Fenster hinaus – und bleibt an einem hellen, blinzelnden Stern hängen. Im Nu bin ich auf den Beinen: Wolkenbruch und Sterne? Wie geht das denn? Ich spähe ins Dunkel hinaus. In der Schwärze des nördlichen Nachthimmels blühen in atemberaubender Folge riesige bizarre Blumen und Sonnen auf und welken in Sekunden als sprühender Funkenregen zur Erde. Der Donner der Zündungen lässt die Betonmauern vibrieren. Ein Feuerwerk. – Ein Feuerwerk?? Was zum Teufel hab ich denn jetzt schon wieder verpasst? Sagte ichs nicht? – man sollte nicht so viel Zeit mit Arbeit verplempern.

Ein hastiger Surftrip über die Hauptstadtseiten bringt die Erleuchtung: ein 20-jähriges Jubiläum steht an, des Erholungsparks Marzahn nämlich – mit Dreitage-Megaparty. Dabei zweimal Gartennacht in den „Gärten der Welt“ (nuja, bis elf Uhr abends): mit Scheherezades Märchen aus 1001 Nacht, chinesischer Teezeremonie, japanischem Origami, balinesischen Tänzerinnen und Schattenspielen, um nur mal ein paar der exotischen Kurzweiligkeiten zu nennen.

Himmel, dort bin ich auch schon seit Ewigkeiten nicht mehr gewesen. Dabei lohnt es sich durchaus, sich das bundes-, wenn nicht gar europaweit einmalige Gartenkunst-Ensemble hin und wieder anzutun. Allerdings würde ich vorziehen und empfehlen, nicht gerade im Trubel eines solchen Jubelfestes dort durchzutoben.

Im Chinesischen GartenDann kann man nämlich mit Muße im Chinesischen Garten des wiedergewonnenen Mondes Konfuzius begegnen, Teekunst in einem echten Teehaus erleben und überhaupt die Anlage im Stile chinesischer Gelehrtengärten genießen, die ein ausgewogenes Verhältnis der „sieben Elemente“ Erde, Himmel, Wasser, Steine, Gebäude, Lebewesen und Pflanzen anstrebt. Für Heiratswillige noch ein kleiner Tipp extra: in einem Tempel des Chinesischen Gartens kann man sich auch trauen (lassen).

Oder im Japanischen Garten des zusammenfließenden Wassers („YUU SUI EN“) „gleich vereintem Wasser in der Verschmelzung Harmonie finden“. Japanische Gärten sind Orte des Schweigens und des kontemplativen Schauens, der Ruhe und des Nachdenkens über das eigene Sein, so der Schöpfer des Gartens Masuno, der nicht nur Professor, sondern auch Zen-Priester ist. Hmja, vielleicht sollte ich mich da demnächst mal hinverfügen…

Der Balinesische ist der Garten der drei Harmonien, die besagen dass der Mensch stets im Einklang mit sich selbst und seiner Umgebung – der Natur und den anderen Menschen – und mit dem gesamten Universum leben soll. Er ist übrigens mehr eine traditionelle Wohnanlage denn ein Garten, mit Tempel und Opferschreinen – und trotz des galoppierenden Klimawandels sicherheitshalber in einem schützenden Gewächshaus untergebracht.Garten der Freude als Künstler-Medium

Während der Seouler Garten der Freude im Einklang mit der Natur zum Berührungspunkt von Mensch und Natur und zum Medium für künstlerische und literarische Schöpfungen werden soll und auf Gemeinsamkeiten zur deutschen Gartentradition hinweisen will, die Goethe als Dichter, Denker und Gärtner kennt,

vermittelt endlich der Orientalische Garten der vier Ströme – (JANAN AL ANHAR AL ARBÀA) das Scheherezade-Feeling und lässt uns auf ihren Spuren durch die Arkaden, hin zur Quelle unter Palmen wandeln. „Dieser von einer Mauer umschlossene, durch vier Ströme gegliederte Riyad entspricht symbolisch der Idee des Paradieses, wie sie sich im Alten Testament oder im Koran wiederfindet.“

Der Vollständigkeit halber sei noch die neueste Errungenschaft, ein englischer Hecken-Irrgarten, und der Karl-Foerster-Staudengarten erwähnt – Ehre, wem Ehre gebührt. Und in Planung sind bereits ein Gotisches Labyrinth nach dem Vorbild der Kathedrale von Chartres in Frankreich sowie ein Italienischer Renaissancegarten.

Last but not least kann man auch einfach so hingehen, mit ’ner Decke unterm Arm, der Thermoskanne Kaffee (wahlweise Flasche Wasser) und einem Buch oder dem Lernzeug im Rucksack – und sich irgendwo auf die Riesenwiese packen. Das Territorium ist so weitläufig, dass man ungestört und ohne Nachbars Zehen auf seiner Decke sogar vor sich hin brabbeln und für Prüfungen büffeln kann. (Stühle gibts übrigens auch, glaub ich.) Ein schönes Fleckchen Erde. Wer einen kleinen Vor(ein)druck braucht, besichtige einstweilen der Frau Bürgermeisterin persönliche flickr-Slideshow.Meister K’ung-tzû
Und der Eintrittspreis ist eher ein symbolischer…

Jajaah, ich weiß, ich weiß, dass es immer noch Eine(n) oder Zwei gibt, die nur bröckelnde Platte vorm Kopp haben, wenn sie Marzahn-Hellersdorf hören. Tsssja… –

„Was du mir sagst, das vergesse ich.
Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich.
Was du mich tun lässt, das verstehe ich“,

…sagt Konfuzius.

P.S. Es muss ja nicht immer ’ne Gartennacht oder ein ganzes Tagesprogramm sein. Für Poetry-Anhänger eben noch hier gefunden: Am 23. Juni findet daselbst im Rahmen des „poesiefestival berlin 2007“ Poet’s Corner statt – Dichter lesen an öffentlichen Plätzen…

Scheherezades Garten

Opa und Ostern

April 7, 2007 um 7:38 pm | Veröffentlicht in Drumherum und anderswo, Fest-Platte, Hexengeschichten, Kultur, Zuhaus-Hexe | 2 Kommentare

Meine Wiege stand ja in der Oberlausitz, also genauer gesagt an deren Rand, wo schon fast die Niederlausitz anfängt. Und am östlichsten Ende Deutschlands. Dort, wo sieben Kilometer weiter dieses Land in die die Neiße kippt und gerade mal noch bis zur Flussmitte schwimmt, bin ich aufgewachsen. Bin da zur Schule gegangen, der ersten Liebe begegnet und mit zarten achtzehn Jahren in die Welt hinaus gezogen, um nie wieder zurückzukehren. Außer zu Besuch – alle Jubeljahre einmal.

Dieses Stückchen Erde ist das Land der Sorben, des kleinsten der slawischen Völker. Mein Großvater hatte zur Hälfte sorbisches Blut in seinen Adern. Was bei mir davon übrig geblieben ist, hat in meinem Leben kaum eine Rolle gespielt. Wohl nicht mal bei der lebensprägenden Entscheidung, slawische Sprachen zu studieren. Von der sorbischen Sprache jedenfalls weiß ich bis auf die zweisprachig ausgeschilderten Straßennamen, einige in den landläufigen Sprachgebrauch eingegangene Begriffe und ein paar deftige Flüche meines – je nach Wetterlage – zum Poltern oder Augenzwinkern aufgelegten Opas nicht mehr viel.

Früh übt sich…Warum ich das heut hier überhaupt erzähle?

Viele Erinnerungen an meinen Großvater sind verblasst, aber ich habe als kleines Mädchen viel von ihm gelernt. Mit Hammer, Feile und Säge umzugehen, am Schraubstock in dem alten Werzeugschuppen. Kaputte Sachen selber zu reparieren. Mit einer rußgeschwärzten Glasscheibe eine Sonnenfinsternis zu sehen. Neugierig auf jeden neuen Tag zu sein. Und – nach sorbischer Tradition Ostereier zu bemalen. Mit heißem Bienenwachs, einer Nadel und zurechtgeschnittenen Gänsefederkielen Muster darauf zu kratzen oder zu tupfen. Diese Kunst habe ich über all die Jahre sorgsam aufgehoben und später meinen Kindern beigebracht.

Es kostet Zeit und Geduld. Wenn man deshalb selber mal in Erwägung zieht, das Eiermalen gelegentlich ausfallen zu lassen, gibts wilden Protest von allen Seiten. Also werden jedes Jahr zu Ostern die Utensilien herausgekramt und das Ritual zelebriert.

Für dieses Jahr sieht das Ergebnis so aus:
Selber bemalt
Bei weitem nicht so schön und aufwändig wie die Kunstwerke der echten sorbischen Meister. Aber hübsch sind sie doch trotzdem, oder?

Falls jemand es selber mal probieren möchte – naja, im nächsten Jahr -, gibt es hier ein paar Tipps.

Frohe Ostern, liebe Bloggergemeinde! Und euch allen da draußen.
Wünscht die Hex‘

Reptilienalarm im Friedrichshain!

Februar 9, 2007 um 4:11 am | Veröffentlicht in Berlin, DieStadtreporterin, Drumherum und anderswo, Hexengeschichten, Kultur | 3 Kommentare

strassenschilder-bersarinplatz-neg.jpgOder: Alles nur Gerüchte

Keiner hat was gemerkt, nicht mal die aufgeweckte Stadtreporterin. Dabei führt doch ihr üblicher Dienstweg alltäglich direktemang übern Bersarinplatz. Und dem Alles TarnungBerliner Wieder-Ehrenbürger, der bronzen und wachsam von der breiten Brust des anliegenden Amtsgebäudes blinzelt, ist auch nix Verdächtiges aufgefallen. Zu unser beider Entschuldigung sei angemerkt: alles war sehr gut getarnt – hinter stinknormalen Baugerüsten und Sicherungsnetzen nämlich. Da vermutet der arg- und ahnungslose Passant doch erstmal ’ne gängige Sanierung. Passiert immer und überall in Berlin. Nix Spannendes also.

Doch dann sind die Hüllen gefallen. Und… AAAAAH, sie sind unter uns! Na, eigentlich eher über uns –

DA!
Echsenalarm
und DA…
Wir sind überall…
und DA!!!
Echsen-Fensterln

Ausbruch aus dem Knast Terrarium? Feindliche Übernahme oder friedliche Zuwanderung? Die Experten von Zoo oder Tierpark anrufen? Die MIB ordern oder sich als zivilisierte und freundliche Aufnahmegesellschaft zeigen? Fragen über Fragen…

WERTE ANWOHNER!
HALTEN SIE BITTE DIE FENSTER EINSTWEILEN GESCHLOSSEN!

Wir haben uns vor Ort informiert und versucht, die Stimmung in der Bevölkerung einzufangen.

Die Lieblingsfarbe dieser so plötzlich aufgetauchten Migranten ist grün. Was einstweilen aber noch nichts über ihre politische Orientierung aussagt.

Mehr Autobahnen für Großechsen

Und es gibt deutliche Anzeichen einer zügig gelungenen Integration. Denn obwohl sie offenbar keine öffentlichen Straßen benutzen, halten sie sich augenscheinlich an die Regeln der STVO.
Bei Grün darfst du gehen

Der Aufschwung ist grün
Vereine schießen wie Pilze aus dem Boden. Und auch erste Firmengründungen sind bereits zu beobachten.

Aber was halten die Alteingesessenen von dem Ganzen? Eine Umfrage der Stadtreporterin unter den Laden- und Kneipenbesitzern, in Serviceeinrichtungen und bei der BVG ergab, dass kaum Berührungsängste, ja, sogar allerseits vorsichtiger Geschäftsoptimismus zu beobachten sind und die Auffassung vorherrscht, dass die neuen Bewohner eine echte Bereicherung des Kiezlebens darstellen.
Koryphäen unter sich
Umso mehr, als sie sich aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligen und als kompetente Gesprächspartner geschätzt sind. Sprachbarrieren spielen, wie es aussieht, kaum eine Rolle.

Auch die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Ureinwohnern und Zugewanderten entwickeln sich sehr hoffnungsvoll.
Zusammen in die Sauna
Man kommt sich näher, geht zusammen in die Sauna
oder bummeln
Shoppen gehn!
und lässt seine Kinder aufeinander los.
Multikulti

Wieder einmal konnten wir Behauptungen und Gerüchte über angeblich vorhandene Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung von Minderheiten als völlig haltlos am lebenden Beispiel widerlegen.

Liebe Anwohner! Sie können Ihre Fenster ruhig wieder aufmachen.

Anmerkung der Redaktion: Ähnlichkeiten mit toten oder lebenden Personen Wesen und realen Orten sind frei erfunden rein zufällig, sollen gelegentlich vorkommen und wären in diesem Falle nicht durchaus beabsichtigt und wünschenswert.

Die Stadtreporterin

Was ham die mir heut bloß wieder in den Kaffee….?

Neulich in Neukölln…

Januar 13, 2007 um 4:41 am | Veröffentlicht in Alles platti, Berlin, Hexengeschichten | 4 Kommentare

Vater Zilles Urenkel

– Matze?

– Mmh…

– Du, Matzeee!?

– Wat haste denn, meene Kleene?

– Icke fahr morjen nach Marzahn – kommste mit?

– ……… .

– MATZZZE!

– Hä? Wat haste jesacht? Achso… ja, Marzahn – kenn ick… een oller grauer Betongschuhkartong am andern, Risse inne Wände, dreckich un öde… allet Asis da. Jipste mir noch ’n Bier rüber? Mahlzahn rosé

– Hmmm… Mein Bruder wohnt jetz da mit seiner Familje. In ’n schicket Penthouse sind se jezogen, mit richtjen Ateljehfenstan un so. Da will ick morjen hin.

– Sach ick doch, allet Asis da…. Sin alle arbeitslos da un liegen Vadder Staat uffe Tasche. Die janze Hartz IV-Kohle jeht daaa hin. Meine juten Steuerjelder, für die icke schwer malochen jehe, un damit schieben die ’n Lenz da…

– Naja, meene Atze is ja bei de Bank da. Und vadient jarnich ma so schlecht. Und was seine Moni is – die macht Kunst, uffn Kompjuta.

– Siehste, brotlose Künstla. Wenn ick dat schon höre! So vakrachte Essenzn… oooch Asis, die passn da hin. Die sind oooch alle arbeitslos…

– E-x-i-s-t-e-n-z-e-n heeßt det, Matze. Nene, die macht det für ’ne richtje Firma, freihändich oda wie man det nennt. Und im Radio hab ick neulich jehört, dass Mitte ville mehr Arbeitslose hat, die höchste Quote in Berlin.

– Hähää, im Raaadio. Dir könnse aber och allet erzähln, meen kleenet Jänseliesl. Mitte is Rejierungsviertel, die Beamtenärsche da sitzn wie anjeleimt uff ihrm Arbeitssessel. Die Witzbolde vonne Presse ham bestimmt nur jemeint, det von die kaum eena arbeetn tut, hähähähä… Wo issn nu det Bier?

– Hier… eeeh, langsam könntste aba och uffhörn zu saufen.

– Jenau – saufen tun se da och alle, inne Platte. Weilse keene Zukunft ham un Plattewohnen uffs Jemüt schlagen tut… det Triste halt… Vadda steht schon mittachs nachm Uffstehn an’n Imbiss un jibt sich de Kante. Un wenn dann ahmds det Jeld alle is, kommta heem un vermöbelt seine Olle un de Kinder. So lehm die da… keene Bildung un Kultur nich…

– Also so eener is mein Nachbar im Parterr‘ och, ständig besoffen un Zoff zu Hause. Dazu musste nich in Marzahn wohn‘. Und mein Bruder nu wieder, der ja nu da wohnt, der is nich so eener. Die ham een jeregeltet Lehm. Un Kultur is bei die och janz jroß jeschriem, die ham sogar Bücher. Un die kleene Süße, was meene Nichte is, die hamse jetze in sone bilinguale Kita unterjebracht.

– Billiche Kita? Meensch, wenn die son Schotter ham, könnse sich da für ihre Jöre nich wat Bessret leisten? Aba da jibs wohl nüscht Bessret. Sindse blöde dran, so als weiße Krähen… sach ick ja, keene Kultur da.

– B-i-l-i-n-g-u-a-l, Matze. Det heeßt zweesprachich. Denen ihre Kleene lernt da Deutsch un Russisch in eenem Ruck. Du, die is jetze schon schlauer als wir beede zusamm‘, wo du immer Probleme mit die Fremdwörters hast, Matze. Und so janz einsame weiße Raben – R-a-b-e-n, Matze! – also det sindse da och nich, sein Nachbar is sogar Dokta. Der hat ihn neulich zu seine Promotionsfeier einjeladen.

– Hä? Schtümmt, voll von Russen isset da och, proppenvoll. Die saufen och alle, is anjeborn bei die. Siehste, deswegn wohn‘ die och alle da, arbeetn och nich, allet eene Sorte da. Und der Dokta is doch och bloß sowat wie’n Schoten-Akademika. Ob ick den ma anhaun kann wejen meene nächste Montachskrankheit? Krankenschein macht sich immer jut beim Meesta. Schmeiß ma nochn Bier rüber, Netti…Och allet Russen…

– Det sind Russlanddeutsche, keene Russen, Matze. Hams halt och schwer, Arbeet zu finden – und een Zuhause. Ick hab een‘ Kollegen, der IS Russlanddeutscher… kluger, fleißja Mann. Der arbeetet sich in unsern Supermarkt jrade zum Filjalleita hoch, und saufen tut der och nich. Ach, und det heeßt Quoten-Akademika, Matze. Außadem is der Dokta der Physik, also nischt mit Krankenschein. Haste nich langsam jenuch?

– Ha‘ ick doch jesacht, Knoten-Akademika. Maaann, nich ma sein kulturvollet Feierahmdbier wird eem jegönnt. Ausnahm‘ jibs ehm überall, Kleene. Aba ick weeß Bescheid, weeß, wie det Lehm is…

– Naaa, ick weeß ja nich, hast ’ne janz schöne Schema-F-Perschpektive, Matze. Ziemlich ville Vorurteile. Wird Zeit, dass de dich da ma wieder umkiekst. Kommste nu mit morgen?

– Wat heeßt hier wieda? Biste plemplem? Keene zehn Pferde bringen mich jemals in die Schlamms da, det vasaut unsaeem ja ’n janzn Horizont…

***

Hm, wo wohne ich da bloß? Muss man sich jetzt eigentlich schämen, dass man nicht ins Klitschje… öh, Klischee passt? Sollte man nicht wenigstens anfangen zu saufen, wo man auch bloß ’n Quoten-Akademiker ist? Und schon sein halbes Leben in der Platte zubringt, nicht mal genötigt. Schade, dass ich nicht gut zeichnen kann – so wie Urjroßvadder Zille -, liegt ja vielleicht auch an diesem kulturbanausigen Umfeld. Sonst hätt‘ ick ’n Comic draus jemacht… ;o)

Noch ein bisschen Weihnachten. Heute: Märchenstunde

Dezember 21, 2006 um 3:22 am | Veröffentlicht in Fest-Platte, Hexengeschichten | 1 Kommentar

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Eigentlich bin ich ja kein wirklicher Weihnachtsmuffel. Ich hab halt nur was gegen diese Guinness-Buch-Mentalität: Die hellsten, meisten, tollsten Lichter. Die größteste, oberkitschigstesteste Rentierherde auf der Eigenheimterrasse. Die teuersten, großkotzigsten, nutzlosesten, niemandemsonst(ein)gefallensten Geschenke… summa summarum die weihnachtlichtesten Weihnacht(est)en, die die Welt nicht braucht.

Darfs nicht ein bisschen stiller, besinnlicher und… ja, auch romantischer sein? Bei mir schon. Meinetwegen auch ein ganz klein wenig kitschig. nordmann-gefangen.gif Der Schwibbogen im Fenster und die volxkünstlerische Pyramide aus dem Erzgebirge mit richtigen Kerzen werden s c h o n herausgekramt. Und einen echten Weihnachtsbaum gibt’s auch – der diesjährige Nordmann wurde gestern von zwei zarten, doch wild entschlossenen WG-Mädchen aus einem widerspenstigen Stapel stacheliger Nadelgewächse herausselektiert und dann als stolze Beute in den elften Stock gehievt.

Sohooo… und als Belohnung gibt es jetzt ein Weihnachtsmärchen. Eins, der-tannenbaum-verganglicher-glanz.jpg das in Kindertagen zu meinen liebsten Geschichten gehörte und die zappelige Zeit bis zur Bescherung verkürzt hat. Eins vom Märchenonkel Hans Christian Andersen – und ich mag es heute noch. Nach dem hab ich als kleines Mädchen, tief beeindruckt, wochenlang tröstend Bäume umarmt und besorgt mit entsorgten Überresten von Weihnachtstannen geredet.

Wer selber lesen kann, bitte hier lang. Alle andern, ob nun Pisa-Delinquenten oder einfach eher Anhänger der Audiovariante, hierher auf die Couch zum Vorlesen, haach ja… Machts euch gemütlich, die kalten Füße an die Heizung gestemmt, und nehmt euch ’nen Keks…

Noch mehr? Na gut, schleife-grun.gif aufmachen. Oder noch ein paar Türchen vom Adventskalender – und Weihnachtsgeschichten aus dem alten Berlin durchschmökern. Zum Beispiel das Türle hier oder vielleicht dieses oder das hier oder auch letzte Tipps zum Jänsebraten
Mönsch, kiekt doch selber rin!

Und viel Spaß dabei…

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