„Ich dreh‘ mich um, da blüht der Flieder…“

Mai 12, 2008 um 5:40 am | Veröffentlicht in 2008, Alles platti, Bloghexe, Fest-Platte, Hexenkräuter, Kultur, Real-Poetisches, Zuhaus-Hexe | 4 Kommentare
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HexenfliederWenn irgendein duftend erblohenes Gewächs dieser Erde zu mir gehört, dann ist es der Flieder. In allen Farben, mit allen Sinnen.

Der Herr Honigbrötler hat jüngstens auf so anrührende Weise verflogene Gerüche der Vergessenheit entrissen und sie sorgsam vor derselben gerettet. Zu m e i n e n gehört unbedingt der betäubende Duft der wunderschönen Fliederdolden, oft vermischt mit dem von heißem Kerzenwachs.

Denn seit ich denken kann, waren ein paar Zweige der schweren und doch so zarten Blütentrauben meine Geburtstagsblumen (äh… nee, der ist noch nicht heute 😉 ). Von den Eltern als ausladender Strauß zwischen die Geschenke drapiertPfingstflieder - meiner oder von pubertierenden Jungs und verliebten Studenten angeschleppt, gehörten sie mehr als alles andere dazu. Mit den Jahren kam es mir vor, als trügen die Büsche immer früher ihre blassviolette, weiße oder tief burgunderfarbene Pracht. Und so oft welkten sie bis Mitte Mai längst schon wieder dahin und nix wars mit Flieder für die Hex’…

Heute steht er in voller Blüte. Und bei mir zu Hause. Mein Sohn hat mir einen Armvoll gebracht, aus Nachbars Garten geklaut. Und ich hab mich halbtot gefreut. Nicht dass ich einen Muttertag bräuchte – meine Kinder sind sowieso jeden Tag die besten der Welt. Aber für ’nen Fliederstrauß nehm ich den a u c h in Kauf.

Es fühlt sich so an, als könnte man solchen Schöpfungen der Natur, die einen verzückt erschauern lassen, nur mit purer Poesie begegnen. So ist es denn auch mit mit der fliedernen: sie will Leidenschaft, nicht Anbetung – sonst wäre sie ein Baum geworden. Dichter haben den Flieder und seine wonnige Zeit zuhauf besungen, vor allem wohl in Zuständen, von denen man hoffen will, dass sie nicht nur der Umnebelung durch den Fliederduft entsprangen. Wie der hier zum Beispiel – möge er dank dem schnuppernden Fest der Sinne dem Vergessen entrinnen: 😉

Liebesmorgen (Paul Boldt)...liegen wir wie junge Flüsse

Aus dem roten, roten Pfühl
kriecht die Sonne auf die Dielen,
Und wir blinzeln nur und schielen
Nach uns, voller Lichtgefühl.

Wie die Rosa-Pelikane,
Einen hellen Fisch umkrallend,
Rissen unsere Lippen lallend
Kuß um Kuß vom weißen Zahne.

Und nun, eingerauscht ins weiche
Nachgefühl der starken Küsse,
Liegen wir wie junge Flüsse
Eng umsonnt in einem Teiche.

Und wir lächeln gleich Verzückten;
Lachen gibt der Garten wieder,
Wo die jungen Mädchen Flieder,
Volle Fäuste Flieder pflückten.

Bilder: Flieder: Meiner. Frühling: Helmut Maletzke, Greifswald 1979; creative commons.

…und bessert euch drauflos!

Dezember 31, 2007 um 4:10 am | Veröffentlicht in 2008, BlogMist, Drumherum und anderswo, Fest-Platte, Hexenblabla, Hexenkräuter, Hexentanz, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Poetisches | 8 Kommentare
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Von klugen Sprüchen und guten Vorsätzen

Wird’s besser? Wird’s schlimmer? – fragt man alljährlich.
Seien wir ehrlich: Leben ist immer
lebensgefährlich!
(Erich Kästner)

Blogger-Prosit durchs www!Schon wieder Neujahr? Dabei hätte das alte noch für Monate gereicht.
Tschulljung, aber was soll man angesichts der allerwärts sprudelnd überschwappenden Selbstläuterungsprojekte zum neuen Jahr anderes tun als Herrn Volksmund bemühen und kalauern?

Und überhaupt, wäre nicht dieser Neustart alle Jahre wieder erfunden worden, machten auch nicht Hinz und Kunz und Katz‘ alle Jahre wieder sich einen solchen vor. – Sagte nicht erst neulich jemand sehr weise: „Hey, ist doch nur Silvester“? 😉 Hm, also bei mir stimmts. Außer einem neuen Terminkalender aufm Schreibtisch (in dem schon wieder was drin steht) gehts nach der Feiertagsbesinnlichkeit in vollem Galopp weiter, nix mit alles auf Anfang und so.

Aber was wird diesem Neujahrstag nicht alles an Vorsätzlichkeiten in geballter Ladung aufgebürdet: weniger rauchen, weniger saufen, weniger fremdgehen, weniger streiten, weniger Trägheit, weniger zunehmen, mehr abnehmen, mehr Sport treiben, mehr Zeit haben, mehr sparen, mehr lesen, mehr Kultur, mehr Liebe [bitte die Liste beliebig fortsetzen] und wie die heimlichen und unheimlichen Defizite alle heißen – ab 1. Januar wird aufgearbeitet. Wenns geht, gleich alle auf einmal.

Gutmensch und SchweinehundAch ja? Wie lange hielten gleich nochmal im Vorjahr und im Vorvorjahr und dem davor auch die hehren und anstrengenden Pläne vor, und wie emsig sägte der innere Schweinehund vom ersten Tag an daran rum?

„Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert…“, wissen wir spätestens seit George Bernard Shaw. Dabei will ich ja um des Himmels Willen keinem ausreden, sich zu bessern – im Gegentum, das tut uns allen gut. Aber ein bisschen glashelle Lebensnähe und Realitätssinn schon auch. Hey, und ein Mychen Spontanität vielleicht? Man muss sich ja nicht immer gleich überfordern. Und vor allem nicht an einem einzigen Tag so unter Druck setzen und die Welt der schlechten Gewohnheiten aus den Angeln heben, nä. Das Jahr hat 365 Tage! Ha, und das, was jetzt kommt, sogar wieder mal einen mehr, 2008 ist Schaltjahr. Das sollte uns doch ermutigen zum Plänemachen, oder?

Und gegen k(l)einen Mut und den Weg zur Hölle gibts jetzt noch einen Löffel gute Medizin nach bewährter und hülfreicher Rezeptur meines geliebten Herrn Hausapothekers; der weiß nämlich, wie’s geht, respektive – wie nicht. Keine Angst – schmeckt süß und tut gar nicht weh! 😉

Spruch für die Silvesternacht

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

(Erich Kästner. Aus: Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke)

elke-hexe-form-we2.gifSo, und nun kommt alle gut ins Neue Jahr, ihr Lieben! In dem dann viel Indian Spirit (ihr wisst schon, das In-sich-Ruhn 😉 ):
Wishes of Happiness, Love and Prosperity
für uns alle.

Eure engelsgleiche Hex‘

Wir treffen uns drüben..

Bilder: Der Engel und der ‚Schweinehund‘ – von http://www.stereopoly.de/. Die andern: G.e.k.l.a.u.t… öhm, creative commons-Lizenz. Diese bezieht sich (nach einem Kommentar-Hinweis und zusätzlich zur aufgeführten Quelle) auch auf die verwendeten Zitate.

Haus Vater, Heine und – Heino?

Dezember 13, 2007 um 6:04 am | Veröffentlicht in 2007, BildungsLückenbauten, Fest-Platte, Kalenderblätter, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Poetisches, So Momente halt... | 7 Kommentare
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Oder: So Tage zum KinderDichterkriegen

Robert Gernhardt in der RiesenmaschineHeute vor zehn Jahren, am letzten runden Geburtstag, den er erleben durfte,
führte er ein Gespräch mit seinem Schöpfer:

„Schier sechzig Jahr auf deiner Welt –
bekomme ich jetzt Schmerzensgeld?“
„Mein Kind, mir geht dein Wunsch zu Herzen:
Geld hab ich keines. Doch kriegst du Schmerzen!“

Mussten ausgerechnet diesmal dessen Versprechungen in Erfüllung gehen – wo ER es sonst nicht immer gerad‘ so genau damit nimmt?

Heine? Das weiß Gott alleineDoch ein Geburtstag soll kein Tag zum Trauern sein, das hätt‘ er nicht gewollt, der Robert Gernhardt, nicht er. Wenigstens auf einem lachenden Auge hätte er bestanden. Und er war stolz, dass er diesen Tag mit einem teilte, der auch für seine Kunst nicht ohne Folgen blieb. Und einem Preis seinen Namen lieh, mit dem er im Jahre 2004 bekränzt wurde – Heinrich Heine hätte heute auf seinen höchstpersönlichen 210. bechern können.

Obwohl… Heines Geburtsdatum ist ja immer noch umstritten. Nicht so für Robert Gernhardt. Auf eine diesbezügliche Frage in einem Interview mit dem WDR über seinen großen Kollegen anlässlich dessen 150. Todestages 2006 antwortete er:

Da habe ich mich drauf eingestellt, und daran gewöhnt, dass wir am selben Tag Geburtstag haben. Mein Geburtsdatum ist klar, das ist der 13.12. Wäre Heines nicht klar, wär’s sehr schade, denn Heino hat auch am 13.12. Geburtstag. Und wenn Heine und Heino nicht am selben Tag Geburtstag haben, dann geht ein Treppenwitz der deutschen Kulturgeschichte den Bach runter und das wäre nicht zu wünschen…

Spagat zwischen Leben und TodEr hat bis zuletzt dafür gesorgt, dass wir ihn nicht vergessen – was wir eh nicht hätten können. Hinterließ noch schnell neben allem anderen zwei Bücher: sein „Später Spagat“ (wird im Juni 2008 neu aufgelegt) – in Versen und dem auf Gernhardtsche Art verbrämten Wissen um das, was kommt – wird uns ‚Hinterbliebenen‘ von einseitig.info eindringlich ans Herz gelegt, das letzte Stückchen Prosa nicht weniger innig von Uwe Wittstock auf Welt Online. Die Kurzbeschreibung zu „Denken wir uns“ bei amazon beglückt Gernhardt-Fans nochmal anrührend damit, wie sehr er bei ihnen war. Er

…lädt den Leser noch einmal in die von ihm ver- und bedichtete Welt ein: in den verschatteten Lesesaal einer toskanischen Abtei nahe Montaio, ans Weltgericht, vor dem Norbert Gamsbart Rede und Antwort stehen muss, in Jan Vermeers Atelier nach Delft und immer wieder in die Mainmetropole, in die Runde dreier Freunde, die sich mit „Geschichtsrosinen aus dem Lebenskuchen“ zu überbieten versuchen. Vor allem aber ist dieser Band eine letzte Hommage des Dichters an seine Leser: „Denken wir uns euch, das Salz der Erde nicht nur, sondern den Dünger jedweder Kunst. An wen wollten wir uns denn wenden, wenn es euch nicht gäbe?“

Ringelnatz’s Erkältete NegerinUnd ich, ich würde sonstwas darum geben, wenn sich mir die Gelegenheit zum „Tod-Lachen“ böte. Nana, keine Panik – so titelt die FR-online zur Ausstellung „Robert Gernhardt – die letzten Bilder“, die heute passend zu diesem Tag im Historischen Museum in Frankfurt eröffnet wird und dort bis zum 2. März 2008 zu sehen ist. Dieses Date mit seinen Zeichnungen und Versen – ich bin sicher, es wird für viele ein Lachen unter Tränen sein:

Im Schatten der von mir gepflanzten Pinien
will ich den letzten Gast, den Tod, erwarten:
„Komm, tritt getrost in den besagten Garten
ich kann es nur begrüßen, daß die Linien
sich unser beider Wege endlich scheiden.
Das Leben spielte mit gezinkten Karten.
Ein solcher Gegner lehrte selbst die Harten:
Erleben, das meint eigentlich Erleiden.“

Da sprach der Tod: „Ich wollt‘ mich grad entfernen.
Du schienst so glücklich unter deinen Bäumen,
daß ich mir dachte: Laß ihn weiterleben.
Sonst nehm ich nur. Dem will ich etwas geben.
Dein Jammer riß mich jäh aus meinen Träumen.
Nun sollst du das Ersterben kennenlernen.“

Heute wäre Robert Gernhardt 70 Jahre alt geworden…

Hau’s Vater

Bilder: Robert Gernhardt: Selbstporträt via Christian Y. Schmidt, Riesenmaschine; R. Gernhardt: Heine? – Das weiß Gott alleine! via wdr.de; R. Gernhardt: Grafik zu J. Ringelnatz‘ Abendgebet einer erkälteten Negerin, Creative Commons.

Aaallä Jahre wiedaaa… Frust oder Lust?

Dezember 2, 2007 um 10:04 pm | Veröffentlicht in Alles platti, Berlin, BildungsLückenbauten, Drumherum und anderswo, Fest-Platte, Geschichtsbuch, Kultur, Real-Poetisches, Spielwiese, Uncategorized | 4 Kommentare
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Türchenöffnen ins alte Berlin mit E. T. A. Hoffmann, Wilhelm Raabe, Vadda Zille und Co.

Weihnachten verboten!Heutzutage ist es ja sowas von IN, sich seinem Umfeld aus- und nachdrücklich als Weihnachtsmuffel zu outen. Ihr wisst schon, diese Mit-der-ganzen-O-du-seligen-nichts-am-Hut- haben-Masche. Nur Eltern mit noch nicht vollends ausgewachsenen Nachkömmlingen kriegen mildernde Umstände – die müssen ja. Damit was am Hut haben. Also mehr ja noch an der Mütze, na diesem rot-weißen Verkleidungsrequisit mit der Wattebommel – und dem stressig geschenkewütigen Drum und Dran. (Deshalb poste ich heut auch keinen Lagebericht vom Weihnachtsmarkt – der käme ja eh so ähnlich wie der vom letzten Jahr.)

Als umso aufschlussreicher, ja geradezu als Aha-Erlebnis mussten sich mir die Geständnisse kürzlicher Pausengespräche unter Kollegen erhellen: bis auf eine Ausnahme besteht jeder von ihnen auf seinem höchsteigenen Advendskalender. Die Inhalte – oder sagt man Füllungen? – variieren dabei durchaus: von ausgeklügelten Partnerüberraschungen in mit Hingabe selbst bestickten Weihnachtssäckchen über die üblichen Schokoladenfigürchen als Kalorienbombardement bis hin zu Hochprozentigem in handlichem Taschenformat. Und ich steh ja immer noch auf die alten Miniaturbildchen, wie man sie in der Kinderzeit hinter den Zahlentürchen fand. Allen gemeinsam ist wohl die Neugier, die in jedem von uns wohnt, ein um den anderen Tag eine kleine Aufmerksamkeit zu entdecken. Ich finde es schön, dass wir da ein bisschen Kind geblieben sind.

Altberliner AdventskalenderFür diejenigen unter euch, die auch gern in unbekannte Fenster schaun, häng ich hier mal den Berliner Adventskalender über alte Zeiten an die Bloghauswand, rechtzeitig zum 1. Advent, zu spät fürs erste Türle (na, dann macht halt gleich zwei auf). Den vom Zentrum für Berlin-Studien der Zentral- und Landesbibliothek Berlin nämlch, und man darf ihn getrost einen literarischen nennen. (Um ehrlich zu sein, ich hatte ihn im vorigen Jahr hier schon mal verlinkt, aber welcher faule Blogleser klickt heute schon noch auf Textlinks? Also: neuer Versuch. Warm zu empfehlen vielleicht auch mal als Horizonterweiterung für die pädophilen Typen mit etwas abseitigen Neigungen, die mir immer die Stats mit ihren perversen Suchbegriffen vollspammen oder für die, die hier auf Grund eines einst geposteten Sexspielzeug-Comics die Funktions- und Schreibweise dieses überaus beliebten HaushaltsGerätes zu ergründen suchen. Pssst, wenn ich in meine Visitor Locations schau, hab ich ja manchmal den Verdacht, dass letztere die Ranger-Jungs im Nahen Osten und Umgebung sind. 😉 ) Romantische und deftige Geschichten berühmter Landsleute, von Adolf Glaßbrenner, E.T.A. Hoffmanns oder Ludwig Tiecks Weihnacht(s)-Abend bis hin zu Wilhelm Raabes selbigem in der Sperlingsgasse legen uns nahe, dass die Licht-und-Schattenseiten-Weihnacht – wenn auch andersartig – durchaus schon im 19. Jahrhundert grassierte und keine Erfindung von uns dekadentignoranten Neuzeitlern ist. Und bescheren uns längst vergessene Begegnungen. Illustriert sind sie vom ollen Papa Zille u. a. Und auch für die Bastelblogger, Volksbräuchler und Küchenwunder ist was dabei. Aber ich will ja nicht zuviel verraten… 😉 Und mal sehen, vielleicht öffnen wir ja das eine oder andere Fensterle hier gemeinsam….

Wenn ein Lichtlein brennt…Wem das noch nicht LeseStoff genug ist, der kann ja mal wieder – zünftig, weihnachtlich und sogar online – in „A Christmas Carol“ vom guten Charles Dickens reinschmökern.

Fröhliches Türchen-Klicken allerseits! Schaltet mal einen Gang zurück, zündet ein Lichtlein an und den Räuchermann und machts euch ein wenig ruhig und besinnlich, so oft es geht…
rät (wenn sies nur mal selber tät‘)

die Hex‘.

*

P.S: Aaach, fast hätt‘ ichs vergessen – hier noch was für die Besinnlichkeit. Mit heißem Dank an den Wolf für die Vor-Ausgrabung. Obwohl seine ja eigentlich die hier mit Verstärkung war. Auf dass die nächsten Wochen für euch nicht tote Hose sein mögen… 😉
Weihnachtskaufrausch - gestern

Bilder: Geklaut Creative commons, soweit nicht vom Zentrum für Berlin-Studien

Rennpappe die Zweite. Heute: Trabi-Online-Klau

November 7, 2007 um 11:05 pm | Veröffentlicht in 2007, BlogMist, Drumherum und anderswo, Fest-Platte, Hexentanz, Real-Politisches, Uncategorized | 9 Kommentare

…und dann noch der 90. Geburtstag einer älteren Dame

buchstabe-w-g.gifenn du morgens noch im Halbschlaf deinen Computer anwirfst,
wenn du in der Zeit, die er zum Hochfahren braucht, in die Küche tappst,
wenn du dort erst mal ’nen Wachmacher durch die Kaffeemaschine jagst,
wenn du – immer noch dösend – mit dem Kaffeepott in der Hand barfuß zurück zum Monitor wankst,
wenn du nur noch mal schnell deine Emails checken willst,
wenn du weißt, dass es Zeit wird, sich warm angezogen und beschuht in die Tageshatz und den Berufsverkehr zu stürzen,
wenn du dann auf der Startseite im Aktuellen die Überschrift (okay, die halbe) und Sätze deiner eigenen einst geposteten Trabi-Laudatio liest,

dann fragst du dich doch:

Trabi-Online-KlauTräum ich noch?
Klaut da wer?
Dürfen die das?

So geschehen heute morgen – mir.

Ich hab (soviel Zeit muss sein!) zwecks Beweissicherung extra einen Screenshot gemacht – auch wenn ich erstmal suchen musste, wie das geht. 😉

Meine Version war die hier. Und wohooow, heute zum echten trabantenen Geburtstag kamen vielevieleviele Trabifreunde gucken. Danke.

***

Dass der Trabant am 7. November 1957, zum 40. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, das Licht dieser Welt erblickte, war übrigens damals kein Zufall, sondern mit voller Absicht von entscheidungstragendem Platze so hingedreht. Dieselbe hat somit heute per Addition und nach Adam Ries ihr 90. Jubiläum. Nur, damit es keiner vergisst und für den Fall, dass es jemand begehen, begießen oder gebührend würdigen mag.
Хитрый какой!Revolutionäre Matrjoschki

Bilder: Creative Commons.

Sexy, kultig, unkaputtbar: GO Trabi, GO!

Juli 17, 2007 um 12:38 am | Veröffentlicht in 2007, Alles platti, BildungsLückenbauten, Drumherum und anderswo, Fest-Platte, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Poetisches | 3 Kommentare

Trabbi- PowerLeicht verwirrt stehe ich neulich Im Einkaufs-Center meiner Wahl. Die Passage hat plötzlich und unerwartet sowas von Parkdeck – oder Autohaus. Und was für einem! So eins gibt es bestimmt nirgends nicht in echt, jedenfalls nicht, was die Marke angeht: Trabanten allüberall – frisch gewienert und trutzig vor sich hin glotzend, stolz und fachkundig von ihren Besitzern präsentiert. Der Anlass ist ein staunens- und denkwürdiger, denn:

Die Rennpappe wird 50!

Ganz schön gewachsen, wa?
Bild: http://www.james.de/26PS/index1.htm
Kaum zu glauben!
Im November 1957 liefen die ersten DDR-Volkswägele vom Band der Sachsenring-Werke Zwickau und avancierten fortan nicht nur zu einer unerschöpfliche Quelle von Trabi-Witzen, sondern vor allem zum liebevoll gepflegten Objekt der Begierde. Für das in den Zeiten größter Nachfrage die Wartezeit (in Jahren!) sogar zweistellig war. Was den Insider heute über der Frage brüten lassen mag, für wen denn eigentlich die knalligen Werbespots für das Zweitakterle produziert wurden. Für den zu Disziplin und Geduld erzogenen Inländer wohl eher nicht…

Der Bums zum KultRobust war er ja, der Kleine, dochdoch. Mit dieser Gebrauchseigenschaft fuhr er schließlich vor über anderthalb Jahrzehnten gar durch eine Mauer. Das muss auch die Zeit gewesen sein, in der der Trabi-Kult geboren wurde. Denn eigentlich gehört der Trabant seit 16 Jahren zu den Untoten: als nach der Wende der Run auf die früher unerreichbaren Pferdestärken auf vier Rädern begann, versuchten die Sachsenring-Werker noch eine Weile vergeblich, ihn zu verkaufen, am Ende gar zu verschleudern. Doch am 30. April 1991 verließ der unwiderruflich letzte Trabi das Fließband in Zwickau. Es war der 3.096.099ste… Und die frischgebackenen Neufünfländler stießen zu tausenden ihre getreuen Gefährte(n) ab.

Hach, da werden Erinnerungen wach…
Als Nachwende-Fahrschülerin habe ich Anfang der Neunziger ja aufm aktuellen Golf Diesel die Straßen von Berlin unsicher gemacht, ziemlich schnell sogar DEKRA-geprüft. Doch mein erstes Auto war ein Trabi, dezent mattgrau, von einem Freund für 1 (EINE!) symbolische D-Mark erworben. Die Umstellung auf die Lenkradschaltung machte mir kurzzeitig ein wenig zu schaffen – ich habe ein paar Tage lang im Morgendämmer heimlich auf menschenleeren Straßen geübt. Aber dann: alles paletti.

StripteaseÖhm… nicht ganz. Mit einigen speziellen Tücken des Objekts haderte ich etwas länger. Schon mal Trabi gefahren? Einschlägig Vorbestrafte Alte Trabipiloten wissen jetzt, dass man vor dem Start den Benzinhahn manuell öffnen muss – Hattu vergessen? Bleibt sich Auto nach etlichen hundert Metern stehn. Der größere – und folgenschwerere – Fehler: zum Starten musst du den Choke ziehen. – Hattu vergessen, den wieder reinzuschieben? Dann hattu einsfixdrei verölte Kerzen und nix geht mehr. Oh, ich hatte oft verölte Kerzen – und seitdem immer Ersatz zum Wechseln und Werkzeuch dabei. Damals verlor ich auch die Angst vor dem Innenleben meiner Asphaltblase. 😉

Wider Erwarten war der Trabant nicht untot zu kriegen. Nicht erst seit „Go Trabi, go“ hat er Millionen Fans in aller Welt, die sich in Trabantfahrer-Clubs, auf Ralleys, Trabi-Safaris und alljährlichen Treffen tummeln. Im Net gibts ungezählte Foren, Online-Ersatzteilhändler und Profi-Ratgeber, sogar extra Online-Magazine – ich hab mich fast totgegoogelt, und es nahm kein Ende. Bei den Berliner Trabigören fand ich eine interessante Notiz:

„1995 entdeckte man im Zollhafen von Mersin, in der Türkei, 444 1.1er der letzten Bauserie, die nicht zugelassen wurden, weil der Importeur in Konkurs ging. Sachsenring holte die etwas mitgenommenen Trabanten nach Zwickau, möbelte sie wieder auf und verkaufte sie für 19.444 Märker als ‚The Last Edition‘.“

Und über die Vorzüge des virtuellen „Trabant 2000“ kann man sich auf amüsante Weise hier informieren. Kleine Kostprobe gefällig?

„Asymmetrische Klappergeräusche erleichtern die Fehlersuche. Durch ein ausgeklügeltes System von Rohrleitungen wurde es mit ingenieurtechnischem Feeling möglich, die Heizleistung stets geschwindigkeitsproportional zu gestalten. Den Schritt zur ungeschüzten Scheibenbremse haben wir wohlweislich unterlassen. Wir verfolgen das bewährte Prinzip der gut gekapselten Trommelbremse.

Depressionen, die durch großzügige Innenraumgestaltung entstehen könnten, werden durch den ab Modell 1987 hellblau gespritzten Himmel weitestgehend abgebaut. Durch die vorn weit herabgezogene Dachkante werden Blendwirkungen vermieden. Dazu trägt auch der speziell entwickelte Mattlack bei. Die neue Farbe „Gletscherblau“ assoziiert eine direkte Verbindung zur Heizleistung des Wagens. Wo andere Fahrzeuge eine verwirrende Instrumententafel besitzen, haben wir uns für ein schlichtes und übersichtliches Armaturenbrett entschieden….“

Zurück ins Einkaufs-Center meiner Wahl. Mit großen staunenden Kulleraugen und zahlreichen abgelenkten Wochenendeinkäufern entdecke ich, was aus der guten alten Rennpappe so geworden ist – liebevoll (um)gebaut oder getunt ohne Ende: neben dem schlichten Alltagsmodell (Natur, matt) räkeln sich das schnittige Cabrio (Rubinrot, hochglanz), der unverwüstliche tarnfarbene Kübelwagen und die mondäne Stretchlimou mit allen Schikanen und Sachsenring-„Stern“. Bescheiden am Rande kuscheln Polizei- und Feuerwehrtrabi…

Noch Fragen? TRABI IST KULT! Philosophie… eine Lebenseinstellung. 😉
My Trabi is my Mercedes!
Trabi ist unkaputtbar!
Cooooool, ey!
Trabi ist – immer noch für irgendwas zu gebrauchen!
Modell Trabant-Kübel… Blumenkübel
Bild: http://industrieform-ddr.de/

Trabi ist SEXY!
HAPPY 50, Kleener!
Schorsch in Hochform
Bild: Constantin / DIF

Licht aus! – Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn

Mai 18, 2007 um 8:15 pm | Veröffentlicht in 2007, Alles platti, Berlin, DieStadtreporterin, Fest-Platte, Hexengeschichten, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Politisches, Uncategorized, Zuhaus-Hexe | 4 Kommentare

oder: Eine ganz kleine Himmelfahrt-Nachlese am Brückentag

Vatertag ist ja nun vorbei und hat in meinem näheren sozialen Umfeld – soweit das schon zu übersehen ist – bis auf zugelaufene männliche Katzen keine größeren Schäden hinterlassen.

Vadders Himmel? - Aber siischer!Ich hab von vergangenen Brandenburg-Ausflügen an diesem feuchtfröhlichen Jubelfeste vor allem in Erinnerung, dass die arglose Kraftfahrerin von Bollerwagenfahrern mittels einem über die Landstraße gespannten Strick so dreieinhalbmal auf 500 Metern zum Mittrinken genötigt werden sollte. Die Pfötchen ums Lenkrad gekrallt konnte man sich letztlich mit einem Prosit und dem Argument retten, keine Hand frei zu haben. Hilfreich zum Abkürzen der Prozedur ist dabei in jedem Fall ein männlicher Beifahrer, der sich opfert – damit es nicht nach schnöder Verschmähung der Gastfreundschaft aussieht. Oder man verzichtet auf selbichte Ausflüge.

Nicht ganz perfekte Brückentage Die kann man ja dann am Brückentag nachholen, den wochendendnahe Feiertage einem freundlicherweise bescheren. Mein letzter – also der vorm 1. Mai – war allerdings etwas pannenumweht, mit kleinen Fehlern sozusagen. Ungefähr wie beim Herrn Flier’sweltler. Woher der sowas nur gewusst hat!?

Um genau zu sein, wir sprechen hier über zwei Pannen – eine der eigenen Dämlichkeit, die andere ‚höherer Gewalt‘ geschuldet. Ihre Gemeinsamkeit: 2x akuter Energiemangel. Der erste in meiner Autobatterie – weil der Hex‘ zwar ein Licht auf- aber nicht wieder ausging. Jaja, spart euch eure hämischen Spitzen – ein Anflug von Altersdemenz, ich weiß. 😉 Der andere ereilte nicht mich alleine, sondern gleich ein paar tausend Hellersdorfer Plattensiedler – aus dem Nichts und ohne Vorwarnung: ein Stromausfall über mehrere Stunden.

Ausgeknipst Da merkt man erstmal, wie hilflos man ohne und abhängig von den/m Saft aus der Steckdose ist. Nicht mal Kaffeekochen ist drin. Und man fühlt sich wie… wie in einem schwarzen Loch, ist abgeschnitten von der Welt: kein Radio, kein Fernsehen, kein PC, nix CD-Hören, nix Uhrzeit, ja sogar die Türklingel funktioniert nicht. Im ganzen Haus wird es geradezu gespenstisch still. Alle Netze auf einen Schlag zerrissen.

Halt, nicht ganz. Es klopft an der Tür und Frau P. von gegenüber fragt: „Ist bei Ihnen auch der Strom weg?“ Im Hausflur sammeln sich Grüppchen und erinnern sich auf einmal wieder an eine ungewohnte Art der Kommunikation. Von Balkon zu Balkon fliegen Flüche und Mutmaßungen über die Dauer der Stromlosigkeit. In nie gesehenen Wohnzimmern rückt man zusammen und versucht das Beste aus dem Ganzen zu machen, lernt endlich auch mal ein paar Neuzuzüge kennen. Geteiltes Leid ist doppelte Freud’… oder so.

Energie-NOTSTAND!!!Es ist wie in alten Zeiten: plötzlich merkt man wieder, dass man Nachbarn hat. Und es fühlt sich gar nicht mal so schlecht an. Was mich auf den Gedanken bringt, ob dieser Effekt nicht zu nutzen wäre – soziale Kontakte (respektive Beziehungen) aufzumöbeln, dem nachbarschaftlichen Nachwuchs beizubringen, im Fahrstuhl zu grüßen oder die Vattenfallschen Preiserhöhungen gelegentlich zu boykottieren. Die Einsparungen an der Abzocke kann man ja dann in ’ne spontane Grillparty investieren. Motto: Licht aus! Wir treffen uns bei Kerzenschein im Hof…

Yeah, es leben die Brückentage!

Wetterleuchten in Scheherezades Nächten

Mai 13, 2007 um 1:02 am | Veröffentlicht in 2007, Alles platti, Berlin, Fest-Platte, Hexengeschichten, Kultur, Real-Poetisches, Zuhaus-Hexe | 6 Kommentare

Scheherezade erzähltFreitagabend. Endlich Wochenende. Die Woche hatte es in sich, aber sowas von. Das war so eine, wo man im Termintunnelblick nichts anderes um sich herum mehr wahrnimmt und der Lichtschein am Ende des Tunnels immer wieder nur der nächste entgegenkommende Zug Auftrag ist. Und dann säuselt einem noch die Buchhaltungstusse ins Ohr, dass man mal wieder seine Überstunden abbauen sollte. Ja klaro, schönen Dank für den Tipp auch!

Ich stoße die Wohnungstür mit dem Ellenbogen ins Schloss, streife müde die Schuhe von den Füßen und tapse zur Couch. Hach, erstmal hinkuscheln, die Beine untern Hintern gezogen, Post durchsehen… selig die Ruhe genießen. Es fühlt sich an wie Katzenschnurren. Um meinen Rapunzelturm im elften Stock pfeifen ein paar Sturmböen…

Als ich aufwache, ist es stockdunkel. Draußen grummelt ein Gewitter. Es donnert pausenlos. Und ich überlege, ob ich wohl die Kabel rausziehen sollte, bin aber zu faul aufzustehn. Mein Blick gleitet träge zum Fenster hinaus – und bleibt an einem hellen, blinzelnden Stern hängen. Im Nu bin ich auf den Beinen: Wolkenbruch und Sterne? Wie geht das denn? Ich spähe ins Dunkel hinaus. In der Schwärze des nördlichen Nachthimmels blühen in atemberaubender Folge riesige bizarre Blumen und Sonnen auf und welken in Sekunden als sprühender Funkenregen zur Erde. Der Donner der Zündungen lässt die Betonmauern vibrieren. Ein Feuerwerk. – Ein Feuerwerk?? Was zum Teufel hab ich denn jetzt schon wieder verpasst? Sagte ichs nicht? – man sollte nicht so viel Zeit mit Arbeit verplempern.

Ein hastiger Surftrip über die Hauptstadtseiten bringt die Erleuchtung: ein 20-jähriges Jubiläum steht an, des Erholungsparks Marzahn nämlich – mit Dreitage-Megaparty. Dabei zweimal Gartennacht in den „Gärten der Welt“ (nuja, bis elf Uhr abends): mit Scheherezades Märchen aus 1001 Nacht, chinesischer Teezeremonie, japanischem Origami, balinesischen Tänzerinnen und Schattenspielen, um nur mal ein paar der exotischen Kurzweiligkeiten zu nennen.

Himmel, dort bin ich auch schon seit Ewigkeiten nicht mehr gewesen. Dabei lohnt es sich durchaus, sich das bundes-, wenn nicht gar europaweit einmalige Gartenkunst-Ensemble hin und wieder anzutun. Allerdings würde ich vorziehen und empfehlen, nicht gerade im Trubel eines solchen Jubelfestes dort durchzutoben.

Im Chinesischen GartenDann kann man nämlich mit Muße im Chinesischen Garten des wiedergewonnenen Mondes Konfuzius begegnen, Teekunst in einem echten Teehaus erleben und überhaupt die Anlage im Stile chinesischer Gelehrtengärten genießen, die ein ausgewogenes Verhältnis der „sieben Elemente“ Erde, Himmel, Wasser, Steine, Gebäude, Lebewesen und Pflanzen anstrebt. Für Heiratswillige noch ein kleiner Tipp extra: in einem Tempel des Chinesischen Gartens kann man sich auch trauen (lassen).

Oder im Japanischen Garten des zusammenfließenden Wassers („YUU SUI EN“) „gleich vereintem Wasser in der Verschmelzung Harmonie finden“. Japanische Gärten sind Orte des Schweigens und des kontemplativen Schauens, der Ruhe und des Nachdenkens über das eigene Sein, so der Schöpfer des Gartens Masuno, der nicht nur Professor, sondern auch Zen-Priester ist. Hmja, vielleicht sollte ich mich da demnächst mal hinverfügen…

Der Balinesische ist der Garten der drei Harmonien, die besagen dass der Mensch stets im Einklang mit sich selbst und seiner Umgebung – der Natur und den anderen Menschen – und mit dem gesamten Universum leben soll. Er ist übrigens mehr eine traditionelle Wohnanlage denn ein Garten, mit Tempel und Opferschreinen – und trotz des galoppierenden Klimawandels sicherheitshalber in einem schützenden Gewächshaus untergebracht.Garten der Freude als Künstler-Medium

Während der Seouler Garten der Freude im Einklang mit der Natur zum Berührungspunkt von Mensch und Natur und zum Medium für künstlerische und literarische Schöpfungen werden soll und auf Gemeinsamkeiten zur deutschen Gartentradition hinweisen will, die Goethe als Dichter, Denker und Gärtner kennt,

vermittelt endlich der Orientalische Garten der vier Ströme – (JANAN AL ANHAR AL ARBÀA) das Scheherezade-Feeling und lässt uns auf ihren Spuren durch die Arkaden, hin zur Quelle unter Palmen wandeln. „Dieser von einer Mauer umschlossene, durch vier Ströme gegliederte Riyad entspricht symbolisch der Idee des Paradieses, wie sie sich im Alten Testament oder im Koran wiederfindet.“

Der Vollständigkeit halber sei noch die neueste Errungenschaft, ein englischer Hecken-Irrgarten, und der Karl-Foerster-Staudengarten erwähnt – Ehre, wem Ehre gebührt. Und in Planung sind bereits ein Gotisches Labyrinth nach dem Vorbild der Kathedrale von Chartres in Frankreich sowie ein Italienischer Renaissancegarten.

Last but not least kann man auch einfach so hingehen, mit ’ner Decke unterm Arm, der Thermoskanne Kaffee (wahlweise Flasche Wasser) und einem Buch oder dem Lernzeug im Rucksack – und sich irgendwo auf die Riesenwiese packen. Das Territorium ist so weitläufig, dass man ungestört und ohne Nachbars Zehen auf seiner Decke sogar vor sich hin brabbeln und für Prüfungen büffeln kann. (Stühle gibts übrigens auch, glaub ich.) Ein schönes Fleckchen Erde. Wer einen kleinen Vor(ein)druck braucht, besichtige einstweilen der Frau Bürgermeisterin persönliche flickr-Slideshow.Meister K’ung-tzû
Und der Eintrittspreis ist eher ein symbolischer…

Jajaah, ich weiß, ich weiß, dass es immer noch Eine(n) oder Zwei gibt, die nur bröckelnde Platte vorm Kopp haben, wenn sie Marzahn-Hellersdorf hören. Tsssja… –

„Was du mir sagst, das vergesse ich.
Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich.
Was du mich tun lässt, das verstehe ich“,

…sagt Konfuzius.

P.S. Es muss ja nicht immer ’ne Gartennacht oder ein ganzes Tagesprogramm sein. Für Poetry-Anhänger eben noch hier gefunden: Am 23. Juni findet daselbst im Rahmen des „poesiefestival berlin 2007“ Poet’s Corner statt – Dichter lesen an öffentlichen Plätzen…

Scheherezades Garten

Meez, meez, meez…

Mai 6, 2007 um 10:00 pm | Veröffentlicht in Fest-Platte, Hexentanz, So Momente halt..., Spielwiese, Uncategorized | 2 Kommentare

Hexi mal anders

Und zwar ganz ohne ihre sonstigen Utensilien wie Digicam oder Hexenbesen. Eine Katze hat sie auch nicht… und eigentlich viel zu viele wichtige Dinge zu tun, die allerdings längst nicht so witzig und kurzweilig sind. Außerdem ist Arbeit – zumal am Sonntag – nur das halbe Leben, wenn überhaupt. Deshalb heute die hier selbst gebastelte ultimative und alternative Gegendarstellung zu sämtlichen fotografischen Versuchen an der Hex‘, dazu so recht sommerbarfüßig:

Hexi malanders Der extra-romantelige Look ist Absicht und eine Absage an aktuelle Fashion-Trends – man weiß schließlich, was man sich als Hexe schuldig ist: Zeitlosigkeit. 😉 Im Ernstfall könnte man auch noch eine kleine Wochenendmelancholie dafür verantwortlich machen.

Und sogar die Blümelein – selbst gepflückt – haben einen Grund: Red Roses for… you, Wolf. Und alles Liebe zum Geburtstag, Bordkamerad. Blaue Blumen hatten sie leider nicht in dem Saftladen. Dafür darfst du dir noch ein Ständchen aussuchen, je nach Stimmung. Btw: ich kann auch Walzer tanzen. 🙂

Bitte auf dem Besen anreisen!

April 30, 2007 um 11:13 pm | Veröffentlicht in Berlin, Fest-Platte, Fremd-Worte, Hexentanz, Kultur, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Spielwiese, Uncategorized | 2 Kommentare

Ritt zum HexentanzHätte ichs mir nicht denken können? Massenhaft BESUCHE heut auf Hexis Seite. Schließlich haben wir Walpurgisnacht. Die einschlägigen Suchbegriffe (alle von heut) lassen über angeregte Erwartungshaltung und bunte Fantasien der Be_Sucher spekulieren – was haben die bloß in dieser Nacht noch vor??? 😮

– Hexen verbrennen (aberaber, seid froh, dass ihr uns habt!)
– nackte Hexen in der Walpurgisnacht (Vorsicht! Is noch ganz schön kühl, die Nacht)
– „deiner fast entblößten Brust“ (dat is Franz Kafka, außerdem: siehe oben)
– Sex mit der Hex (hmja, vielleicht besser als mit der Ex)
– Hexen Gift mischen (vielleicht tuts ja auch ein klärendes Gespräch mit der Schwiegermutter?)
– Besen schwingen (Was, heute noch?)
– SM und Hexen-Magie (Öh ja, ich bring dann den Reisigbesen mit.. hm, noch was? – ein paar glimmende Kohlen vielleicht? *g*)
– Hexen bekehren (Muss das sein? Und wenn ja, wozu?)

sexy Hexentanz

Über Sinn, Mythos und Aberglauben der Walpurgisnacht weiß Hexenschwester Lobelia besser Bescheid als ich, sie kennt sogar das richtige Stärkungsmenü und die passenden Kräutlein zum Hexentanz.

Mephisto der wilde TänzerUnd der böse Bube mit dem Bocksfuß hatte ja sein eigenes wohlbekanntes Rezept, um seinen Faustus auf Betriebstemperatur zu bringen und ihm wilde und deftige Walpurgisträume zu bescheren. Wem die richtige Motorik zum Tanzen fehlt, der kann ja heut vor Tau und Tag dem mephistophelischen Spektakel zur Abwechslung einfach mal lauschen.

Na, dann stellt mal heut schön eure Reisigbesen gekreuzt vor eure Türe, wenn ihr sicher sein wollt vor uns. Aber ihr mögt uns ja, gell? Also auf auf, lasst uns in den Mai tanzen. In Berlin, das bekanntermaßen so seine speziellen Erfahrungen mit der Walpurgisnacht hat, kann man das heuer sogar mit 6000 Polizisten. Nichts wünscht man sich mehr, als dass sie die Muße dazu hätten… Ach ja, und reist lieber auf dem Besen an, für den ist – soweit mir bekannt und im Gegensatz zu Privat-KFZ jedweder Art – kein weiträumiges Parkverbot verhängt worden.

Also, ich schwing mich nu mal auf mein Hexenfluggerät und reite schon vor. Wir sehn uns später – vielleicht da. Oder für den, dem die mittelalterlichen Schandmäuler mit ihrer eigenen drehleiernden Hexe lieber sind, hier – kommt aufs Selbe raus.

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