Aaallä Jahre wiedaaa… Frust oder Lust?

Dezember 2, 2007 um 10:04 pm | Veröffentlicht in Alles platti, Berlin, BildungsLückenbauten, Drumherum und anderswo, Fest-Platte, Geschichtsbuch, Kultur, Real-Poetisches, Spielwiese, Uncategorized | 4 Kommentare
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Türchenöffnen ins alte Berlin mit E. T. A. Hoffmann, Wilhelm Raabe, Vadda Zille und Co.

Weihnachten verboten!Heutzutage ist es ja sowas von IN, sich seinem Umfeld aus- und nachdrücklich als Weihnachtsmuffel zu outen. Ihr wisst schon, diese Mit-der-ganzen-O-du-seligen-nichts-am-Hut- haben-Masche. Nur Eltern mit noch nicht vollends ausgewachsenen Nachkömmlingen kriegen mildernde Umstände – die müssen ja. Damit was am Hut haben. Also mehr ja noch an der Mütze, na diesem rot-weißen Verkleidungsrequisit mit der Wattebommel – und dem stressig geschenkewütigen Drum und Dran. (Deshalb poste ich heut auch keinen Lagebericht vom Weihnachtsmarkt – der käme ja eh so ähnlich wie der vom letzten Jahr.)

Als umso aufschlussreicher, ja geradezu als Aha-Erlebnis mussten sich mir die Geständnisse kürzlicher Pausengespräche unter Kollegen erhellen: bis auf eine Ausnahme besteht jeder von ihnen auf seinem höchsteigenen Advendskalender. Die Inhalte – oder sagt man Füllungen? – variieren dabei durchaus: von ausgeklügelten Partnerüberraschungen in mit Hingabe selbst bestickten Weihnachtssäckchen über die üblichen Schokoladenfigürchen als Kalorienbombardement bis hin zu Hochprozentigem in handlichem Taschenformat. Und ich steh ja immer noch auf die alten Miniaturbildchen, wie man sie in der Kinderzeit hinter den Zahlentürchen fand. Allen gemeinsam ist wohl die Neugier, die in jedem von uns wohnt, ein um den anderen Tag eine kleine Aufmerksamkeit zu entdecken. Ich finde es schön, dass wir da ein bisschen Kind geblieben sind.

Altberliner AdventskalenderFür diejenigen unter euch, die auch gern in unbekannte Fenster schaun, häng ich hier mal den Berliner Adventskalender über alte Zeiten an die Bloghauswand, rechtzeitig zum 1. Advent, zu spät fürs erste Türle (na, dann macht halt gleich zwei auf). Den vom Zentrum für Berlin-Studien der Zentral- und Landesbibliothek Berlin nämlch, und man darf ihn getrost einen literarischen nennen. (Um ehrlich zu sein, ich hatte ihn im vorigen Jahr hier schon mal verlinkt, aber welcher faule Blogleser klickt heute schon noch auf Textlinks? Also: neuer Versuch. Warm zu empfehlen vielleicht auch mal als Horizonterweiterung für die pädophilen Typen mit etwas abseitigen Neigungen, die mir immer die Stats mit ihren perversen Suchbegriffen vollspammen oder für die, die hier auf Grund eines einst geposteten Sexspielzeug-Comics die Funktions- und Schreibweise dieses überaus beliebten HaushaltsGerätes zu ergründen suchen. Pssst, wenn ich in meine Visitor Locations schau, hab ich ja manchmal den Verdacht, dass letztere die Ranger-Jungs im Nahen Osten und Umgebung sind.😉 ) Romantische und deftige Geschichten berühmter Landsleute, von Adolf Glaßbrenner, E.T.A. Hoffmanns oder Ludwig Tiecks Weihnacht(s)-Abend bis hin zu Wilhelm Raabes selbigem in der Sperlingsgasse legen uns nahe, dass die Licht-und-Schattenseiten-Weihnacht – wenn auch andersartig – durchaus schon im 19. Jahrhundert grassierte und keine Erfindung von uns dekadentignoranten Neuzeitlern ist. Und bescheren uns längst vergessene Begegnungen. Illustriert sind sie vom ollen Papa Zille u. a. Und auch für die Bastelblogger, Volksbräuchler und Küchenwunder ist was dabei. Aber ich will ja nicht zuviel verraten…😉 Und mal sehen, vielleicht öffnen wir ja das eine oder andere Fensterle hier gemeinsam….

Wenn ein Lichtlein brennt…Wem das noch nicht LeseStoff genug ist, der kann ja mal wieder – zünftig, weihnachtlich und sogar online – in „A Christmas Carol“ vom guten Charles Dickens reinschmökern.

Fröhliches Türchen-Klicken allerseits! Schaltet mal einen Gang zurück, zündet ein Lichtlein an und den Räuchermann und machts euch ein wenig ruhig und besinnlich, so oft es geht…
rät (wenn sies nur mal selber tät‘)

die Hex‘.

*

P.S: Aaach, fast hätt‘ ichs vergessen – hier noch was für die Besinnlichkeit. Mit heißem Dank an den Wolf für die Vor-Ausgrabung. Obwohl seine ja eigentlich die hier mit Verstärkung war. Auf dass die nächsten Wochen für euch nicht tote Hose sein mögen…😉
Weihnachtskaufrausch - gestern

Bilder: Geklaut Creative commons, soweit nicht vom Zentrum für Berlin-Studien

4 Kommentare »

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  1. Buh, da geht ja schon anstandslos der 24. auf😉

    Und sollte etwas, das „Zwölf Berlinische Geschichten aus den Jahren 1551—1816, erzählt von E.T.A. Hoffmann“ heißt, in einer Hoffmann-Gesamtausgabe fürkömmen, Nussknacker und Mausekönig?

  2. Hey! Wirst. Du. Wohl! *auf die Finger klopf* Hier wird nicht vorher geschmult.😉 Det is ja wie bei meinen Jungmafiosi – die haben auch immer die Schokolade gleich am ersten Tag aus allen Türchen weggemampft.🙄

    Ja, das Hoffmannsche Gschichterl hinter dem Verratichnich-Fenster ist ein ganzganz kleines Stück aus Nussknacker und Mausekönig, der Anfang von „Die Gaben“ nämlich (Die Überschrift „Der Weihnachtsabend“ vom Adventsgeschrumpf gehört übrigens korrekterweis zum ersten Kapitelchen, Die Gaben zum zweiten). In meiner Dreibändigen von Aufbau: Belin und Weimar 1979, ja der mit dem Dünndruckpapier, ist es leider nicht drin. Dafür aber komplett beim Gutenberg-Projekt – hach, ich bin gleich wieder kleben geblieben. Dankewolf, fürs Erinnern.* (Und wer bisher nur das Nussknacker-Ballett von Tschaikowski kennt, der kann ruhig mal in des Ernst Theodor Amadeussens Originalmärchenland spazieren gehn… – richtig schön urig weihnahachtlich.🙂 )

  3. Der Ladenpreis von der achtbändigen Hoffmann-Aufbau-Ausgabe is grade aufgehoben – kostet jetzt 99 statt über 200… Mjamm… Wenn ich nicht die vierbändige von den von uns gegangenen Tempel-Klassikern hätte, als 14-Jähriger eigenhändig aufm Nürnberger Christkindlesmarkt von 60 auf 30 (sic) runtergefeilscht, wüsst ich schon, welche ich anschaff – auch wenn in meiner die Serapionsbrüder in 1 Band passen und Aufbau die auf 2 Bände zerreißen muss. Okay, der Nussknackermausekönig is drin *schwitz*

  4. Hach ja, die Achtbändige Aufbau! Mich hindern an der irgendwie eben besagte drei Bände – an denen häng ich in leicht sentimentaler Verbundenheit. Wos so schwer war, die damals in meinen Besitz zu bringen, und sie jetzt schon sooo lange bei mir wohnen…🙂

    Du kannst feilschen? Öcht?😉 Na, wo wenn nicht bei Bücherschätzchen!


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