Dem Büroschlaf eine Lobby!

Juni 18, 2007 um 1:14 am | Veröffentlicht in BildungsLückenbauten, MarktLückenbauten, Mitmensch - unbekanntes Wesen, Real-Poetisches, Uncategorized, verwoben geschroben | 10 Kommentare

Die Schwester von Pierre BriceSage einer was gegen das private Bildungsfernsehen mit finanziellem Anreiz! Denn wer sorgt wie dieses für die Anhäufung von unnützem Wissen? Nicht von ungefähr sprießen allerorten begeisterte „Genial Daneben“-Ableger. Und ohne das jüngste “Wer wird Millionär“-PromiSpecial wüsste doch kein Schwein, dass Karl May und Winnetous Schwester Marie Versini, mit zweitem Vornamen Nscho-tschi, den Frauentyp des kleinen Dieterle geprägt haben, der mal ein großer Häuptling Bohlen werden wollte. Eine unverzichtbare Information.

BüropennerAuch Power Napping nebst seiner wissenschaftlichen Begründung wären ohne Herrn Jauch wohl für alle Zeiten sang- und klanglos im Orkus des Vergessens versunken. Wie? Öhm, nö, is sich keine Dauer-übers-Ohr-Haue von Kaltakquisiteuren in der Endlosschleife oder der Autoschiebermafia, sondern die Rechtfertigung des Kurzzeit-Wegpennens am dienstlichen Schreibtisch. Wo es doch gegen Burnout-Zustände und Merkbefreitheit helfen soll.

Das klingt schon mal nach einer sehr begrüßenswerten Gesundheitskampagne. Der leider eine einflussreiche Lobby zu fehlen scheint – war ja klar, immer bloß die dicken Kinder. Die einschlägige Seite noch einschlägiger geforscht habender Studenten wird seit beunruhigend langer Zeit nicht mehr gepflegt. Dabei haben die gleich die angemessenen Schlafmöbel mit entwickelt, damit man bei der Großhirnhygiene zur Mittagszeit nicht immer so unsanft mit dem Kopf auf die Tastatur knallt. Mein Favorit: „Napmosphere“, der futuristische Büro-Kokon „als Ort der Zurückgezogenheit, der Verwandlung und der Wiederauferstehung“.
Büro-KokonNickerchen im Büro-Kokon

Hach, was könnte Schreibtischarbeit schön sein!😉

Tssss, warum setzen sich die wirklich tollen und nützlichen Sachen immer so schwer durch? Wen wunderts denn da noch, dass Zeitreisende in geheimer Mission den weiland präsenten Frauenruheraum reanimieren.
Frauenruheraum - etwas heruntergekommen

10 Kommentare »

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  1. Pausenräume gehn sogar noch ganz anders. Ein gewisser Matthias Klose hat mal solche als Serie fotografiert, sehr becheresk. 2001 war das, die Ausstellung ist aus, nicht mal das Buch gibt’s mehr. Aber die Idee war bestechend kunst-im-alltag-alltag-in-der-kunst.

    Soso, dann war das am End der Bohlen himself, der mir unlängst 800 Hits mit Suchbegriff „Marie Versini“ verursacht hat? An die Puppe hab ich jetzt 25 Jahre nicht mehr gedacht…

  2. Da kannste mal sehen. Die Letzten werden die Ersten sein; aber sage er mir mal: becheresk? Das braucht doch kein Mensch. Nicht mal die Bechers. Naja, als fotografierende Industrielandschaftsarchivare sind sie ja ganz nützlich, aber „Künstler“? Tststs…

  3. Das ist doch der Trick, dass die Kunst auch noch nützlich war. Und die schiere Fülle ist sowieso ein fickendes Wunder. Beeindruckend sind die schon. Und mit so wüstenstaubigen Bildern Erfinder von so vielem.

    Wenn man als zweiten Trick das standardisierte Setting betrachtet, wäre ohne les Bechers nicht mal beautifulagony.com möglich gewesen. Man würde was vermissen.

  4. beautifulagony.com? I do not wish to be locked in. Sieht aber sehr becheresk aus. Meine Abneigung gegenüber den Bechers ist darin begründet, daß sie Jahr für Jahr ihre fertigen Schüler in den Kunstmarkt entlassen, nun ja: ließen, und der eine ist auf Toreingänge, der zweite auf Frittenbuden, der dritte auf Kanaldeckel, etc. pp. spezialisiert. Was soll das eigentlich sein? Das Problem mit den 68ern ist, daß Schönheit, Grazie, Anmut für sie ein Problem darstellt. Also: Keine Bechers!

  5. Woow!
    Solch ein Gewimmel möcht‘ ich sehn,
    wo Wolf und Hamster „bechern“ gehn! *gg*

    Hallo Jungs,
    tut mir leid, wenn ich störe.😉 Aber das erfreut einer Hex‘ doch immer wieder das kleine Herzl, wenn sie zum Diskutieren anregen kann. Über Kunst(geschmack) lässt sich bekanntlich trefflich streiten, nä? – Die Schönheit im Hässlichen, die Grazie im Funktionalen, Anmut in der Schroffheit, die Poesie im Prosaischen…🙂
    Oder ist das hier der Streit Aufklärerischer Gesamtexpressionismus vs. Reale Poesie?😉
    Ach ja, Andy Warhol hat mal gesagt: „Die Pop-Künstler machten Bilder, die jeder, der den Broadway entlangging, im Bruchteil einer Sekunde wiedererkennen konnte – Comics, Picknicktische, Männerhosen, Berühmtheiten, Duschvorhänge, Kühlschränke, Colaflaschen – all die großartigen modernen Dinge, die von den Abstrakten Expressionisten so geflissentlich übersehen wurden.“ (Womit mitnichten die Bechers Pop-Künstler genannt sein wollen, ’s geht nur um sowas wie zet Be die Vielfalt von Kunst.)
    Pablo Picasso hingegen hielt sich da raus: „Sie erwarten von mir, daß ich Ihnen sage, daß ich Ihnen definiere: Was ist Kunst? Wenn ich es wüßte, würde ich es für mich behalten.“
    Aber macht ma weiter, ich hab Spaß!

    Ich mag es übrigens, das Bechersche Kunsthandwerk – und was dabei herauskommt.

  6. Autsch, Wolf! Im Ernst? 800 Hits mit der Squaw? Ist das noch gesund, oder muss man sich da um jemanden Sorgen machen?😉

  7. Frau Versini hat mir letzthin eine krankhafte Wucherung in den Zugriffen verschuldet – wofür wir die Gute aber nicht weiter haftbar machen wollen, dochdoch.

    Wenn man die Bechers allerdings in einen Kunstbetrieb eingebunden sieht, der mir als belustigtem Laien eher wurscht sein kann, könnten sie schon eher suspekt werden. Ist das überhaupt noch Zufall, dass die ganzen deutschen Fotografen, die richtig ernstzunehmendes Geld kosten, obwohl sie noch leben, in einer Geschlossenheit aus Düsseldorf entsprungen sind, die selbst mir auffällt?

    68er erlebt man heute eher als biestige Nachbarn denn als Meinungsführer. Ob ich seinerzeit von ganz alleine auf die Idee gekommen bin, eine Serie Bahnhöfe, Arschgeweihe oder Hundehaufen zu knipsen, kann man ja selber am schlechtesten feststellen. Wenn man das richtige Thema wählt – also eher die Bahnhöfe als die Hundehaufen – schließt das die Anmut gar nicht mal aus.

    Thomas Struth hab ich sagen hören, seine Anfangszeit war so gepolt, dass auf einem Bild bloß nicht die Sonne scheinen durfte. – Dumpfattitüde, das. Bloß weil sich der Herr Lehrer seit Jahrzehnten die Zeit nimmt, auf Novemberwetter zu warten.

  8. Un nu is er doud.

    Soll er ruhig ruhen.

  9. Oh, hab ich gar nicht mitbekommen. Wann hast du denn das geschrieben? (Mein Spam-Wachhund spuckt das Zeux immer erst nach Tagen wieder aus😦 )

    Ja, er ruhe in Frieden.

  10. Nun, über Tote soll man nichts sagen, es sei denn, nur Gutes. Aber vielleicht war er ja auch ein typischer Vertreter der intellektuellen Altherrenkunst, und ich habe es nicht mitbekommen… Auszuschließen ist das nicht.


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