Jetzt knallt’s aber!

Dezember 31, 2006 um 1:41 am | Veröffentlicht in Fest-Platte, Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Seit drei Tagen ists endgültig vorbei mit der weihnachtlichen Stille und Besinnlichkeit. Huch, und silvesterraketen.jpgschon wieder zucke ich zusammen, aufgeschreckt von einem lauten Knall im Hof, dessen dröhnender Widerhall tsunamiartig an den Betonfluchten hochwallt, bevor er im obersten Stockwerk in meinem Ohr explodiert. Da können es wieder ein paar übereifrige Feuerwerker nicht abwarten, die neuesten Kreationen der Silversterknallerei auszuprobieren. Und wenn du aus dem Haus gehst, prasseln von diversen Balkonen Teufelsknaller und Funkenfontänen von Feuerrädern und sonstigem sengenden Zeugs auf dich herab – nix für schwache Nerven, sag ich euch.

Vielleicht sollte man über den Jahreswechsel doch in eine stille kleine Berghütte auswandern, über der nur der weite Sternhimmel funkelt? Nun ja, gegen ein buntes Feuerwerk hat man ja auch nichts, aber alles zu seiner Zeit – und in Maßen, bittschön. Was die „Knallköppe“ angeht, sollen die ja sowas wie eine eigene Spezies sein, wie Experten wissen, sogar mit mehreren Unterarten. Falls sich der eine oder die andere unter diesen Ergebnissen der Evolution wiedererkennt, sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

Wer von diesen Hobbyfeuerwerkern weiß wohl, dass er mit seinem Rabatz einem alten heidnischen Brauch frönt: nämlich, uns allen mit soviel Krach wie möglich die bösen Geister vom Hals zu halten, die ja keiner ins neue Jahr mitnehmen mag. Wenn sie uns dabei nur nicht das Haus überm Kopf anzünden

knallbonbon1.jpgMit einer kritischen und gehaltvollen Jahresrückschau halt ich mich an dieser Stelle zurück, da ist mir die Konkurrenz zu groß und sind mir die Blicke nach hinten zu zahlreich. Auf zu den guten Vorsätzen für 2007 und nach vorne geschaut! Und wohin? Für die meisten ist das natüüürlich erstmal die zünftige Silvesterparty, vermute ich kühn unter Verzicht auf eine große Umfrage. knallbonbon2.jpg


In jeder Ecke unserer Welt begeht man sie auf seine Art
, diese Nacht, vielerorts wie bei uns bevorzugt in fröhlicher Gesellschaft und mit stärkenden Getränken. Wobei nicht überall unbedingt der Schampus ins nächste Jahr hinüberhilft. Bei den Schotten beispielsweise: die lassen in ihre Gläser nur Whisky und Hot Pint.

Alte abergläubische Rituale erwachen zum Leben und werden zelebriert.glucksschwein.jpg Ich weiß aus meiner Kindheit noch, dass man nur ja keine Wäsche auf die Leine hängen durfte, weil das Unglück und viel Arbeit im neuen Jahr mit sich bringe. Das traditionelle Bleigießen ist in meinem Freundeskreis zum lustigen Gesellschaftsspiel mutiert und die Glücksschweinchen, Kleeblätter und Pappschornsteinfeger aus den Tischknallern klaubt man noch Wochen später aus jeder Zimmerecke. Allenthalben wünscht man einander einen guten Rutsch, was übrigens mitnichten etwas mit dem unsicher betrunkenen Hinübereiern über die Jahresschwelle zu tun hat: „Rutsch“ ist eine deutsche Vernuschelung des hebräischen Wortes „rosch“, das Anfang bedeutet, also den Beginn des neuen Jahres.

Also lasst uns schlemmen und trinken! Doch auch hier sind unheilvolle Genüsse zu vermeiden. So sollte man zu Silvester auf keinen Fall den Nachfolger der Weihnachtsgans, -ente oder anderen Geflügels verspachteln – auf deren Flügeln fliegt nämlich das Glück hinweg. Nur die Rheinländer versuchen mit ihrer Neujahrsgans dickköpfig dem Omen des Schicksals zu trotzen.

Man löffele lieber brav seine nahrhafte Linsensuppe aus, auf dass einem das kommende Kleingeld nicht ausgehe, oder tue sich an dem besoffenen Karpfen… öh, Karpfen blau gütlich, dessen zahllose Schuppen einen ähnlichen Effekt haben sollten. Also, was jetzt das Kleingeld angeht.

Wer dennoch nicht auf sein Flattervieh verzichten möchte, der genieße es halt in flüssiger Form und kalt – so er nicht eine heiße Feuerzangenbowle oder was mit höheren Umdrehungen vorzieht.

Kalte Ente:heisse-party-kalte-ente.jpg

2 Zitronen
2 Liter Weißwein
1 Flasche Sekt
50 g Zucker

Sekt und Weißwein kaltstellen. Die Zitronen heiß abwaschen und die Schale spiralenförmig abschälen. Dabei darauf achten, daß an der Schale nichts Weißes mehr ist, da die Bowle sonst bitter werden kann. Dann die Zitronen auspressen. Den Zitronensaft und die Zitronenschale mit dem Weißwein und dem Zucker in einem Bowle-Gefäß mischen. Zugedeckt kalt stellen.
Bowle erst kurz vor dem Servieren mit dem eiskalten Sekt aufgießen.

Tipp: ein Bowlekrug mit Einsatz für Eiswürfel verhindert das Verwässern der Bowle.

Sollten es mehrere Enten geworden sein, sei für den nächsten Tag wohlmeinend ein ordentliches Katerfrühstück empfohlen.
feuerwerksfontane-formheader.jpg
In diesem Sinne: Allen einen guten und (feucht)fröhlichen Rutsch nach 2007!

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